Unterschleißheim senkt Gewerbesteuer

Die Stadt nördlich von München hat ihren Beschluss vom Vorjahr umgesetzt. Der Hebesatz wurde um 20 Prozentpunkte von 350 auf nun 330 Prozentpunkte gesenkt. Damit dürfte die Stadt gegenüber München an Attraktivität gewinnen: Der Gewerbesteuerhebesatz der Landeshauptstadt beträgt exorbitante 490 Prozent.

 

„Mit der seit Anfang Januar geltenden Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes um 20 Punkte auf jetzt 330 von Hundert, haben wir eine Maßnahme ergriffen, um unseren Gewerbestandort neben all seinen bereits bestehenden Vorteilen noch attraktiver für Unternehmen zu machen“, begründet Christoph Böch, Erster Bürgermeister die Entscheidun der Stadt. „Wir ziehen damit gleich mit Nachbarkommunen wie Garching, Ismaning oder Unterföhring, deren Gewerbesteuerhebesatz ebenfalls bei 330 von Hundert liegt.“ Unterschleißheim liegt damit wie seine Nachbarkommunen deutlich unter den höheren Gewerbesteuerhebesätzen von Nachbarstädten wie München (490 v.H.), Dachau (350 v.H.)  oder Freising (380 v.H.).

Die gute Finanzsituation der Stadt aufgrund der hervorragenden Gewerbesteuereinnahmen der letzten vier Jahre ermögliche diesen Schritt. Unterschleißheim handelt aus einer Position der Stärke – für eine starke und tragfähige Zukunftssicherung.

Der Schritt dürfte aber auch aus Sorge wegen der Abwanderung bedeutender Unternehmen beschlossen worden sein. So verlagert Microsoft Deutschland ab Ende des Jahres ihren Firmensitz von Unterschleißheim in die Parkstadt Schwabing nach München.

Februar 2016

 

Stadtspitze beschließt Senkung der Gewerbesteuer

Der Hauptausschuss Unterschleißheim hat sich für eine Senkung der Gewerbesteuervom bisherigen Hebesatz 350  ab 2016 auf 330 ausgesprochen. Nach dem beschlossenen Wegzug von Airbus/Cassidan und Microsoft Deutschland will die Stadt für Unternehmen attraktiver werden

Die endgültige Entscheidung über die vom Hauptausschuss empfohlene Senkung muss nun der Stadtrat in Unterschleißheim treffen. Nachdem sich aber mit Bürgermeister Christoph Böck (SPD) und Finanzreferent Stefan Diehl (CSU) die Stadtspitze klar für eine Senkung der Gewerbesteuer ausgesprochen haben, gilt deren mehrheitliche Zustimmung als sehr wahrscheinlich.

Erst im Jahr 2011 hatte die Stadt Unterschleißheim den Hebesatz von 320 auf 350 erhöht, um Unternehmen am Ausbau und an der Instandhaltung der Infrastruktur zu beteiligen. Allein für den Umbau, Neubau und in die Erweiterung der Schulen investiert die Kommune in kommenden Jahren rund 70 Millionen Euro.

Mit dem angekündigten  Wegzug von Microsoft Deutschland nach München und der Standortschließung von Airbus, ehemals Cassidian, wurde deutlich, wie stark Unterschleißheim im Standortwettbewerb mit anderen Städten in der Region München steht. Für das 180.000 Quadratmeter-Gelände, dass unter anderem ehemals von Cassidian genutzt wurde, soll ein Business-Campus nach dem erfolgreichen Vorbild der Nachbargemeinde Garching entstehen. Zwar steht dafür ein Investor fest, doch setzt der Erfolg des Business-Campus die Neuansiedlung von Unternehmen voraus. Für das Microsoft-Bürogebäude gibt es noch keinen neuen Nutzer. Für das Microsoft-Bürogebäude gibt es noch keinen neuen Nutzer. Spätestens 2017 wird das Software-Unternehmen in das vom Projektentwickler Argenta zur Zeit erbauten neuen Microsoft Deutschlandsitz in die Parkstadt Schwabing ziehen, für das im Oktober 2014 der Grundstein gelegt wurde. 

Quelle: Merkur Online vom 29.01.2015

Bild: Alte St.-Ulrich-Kirche, Unterschleißheim, Sacha47,