Werksviertel: OTEC legt mit Werk4 Grundstein für höchstes Hotel

Mit Joachim Herrmann, Bayerns Staatsminister des Innern, Ilse Aigner, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr und Architekt Johannes Ernst sowie Mieter und Bauunternehmen legte Bauherr Werner Eckert (OTEC) am 18. April den Grundstein für Werk4.

 

Es ist das höchste Hotel der Stadt, ein architektonischer Meilenstein, markante Landmarke und zugleich ein multifunktionales Gebäude, in dem das Leben pulsiert. Mit dem Werk4 bekommt das Werksviertel am Ostbahnhof im Westen von Berg am Laim ein weithin sichtbares Wahrzeichen und München erlebt einen neuen stadtplanerischen Höhepunkt.

Heute, am 18. April 2018, wurde im Beisein des Staatsministers des Innern und für Integration Joachim Herrmann und der Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr Ilse Aigner der Grundstein für das neue Werk4 gelegt (siehe Foto links, von links nach rechts: Joachim Herrmann, Ilse Aigner, Karl-Heinz Siebenhütter (Hochtief), Werner Eckert (OTEC), Johannes Ernst (Steidle Architekten), (Adina Hotel)).

Mit dem insgesamt 86 Meter hohen Werk4 entsteht auf einem alten Kartoffelsilo eines der spektakulärsten Gebäude der Stadt – multifunktional, urban, international. In seiner Einzigartigkeit wird das Werk4 nicht nur die Skyline Münchens, sondern auch das Lebensgefühl der Stadt von Grund auf verändern.

Bereits die Komposition des Gebäudes ist beispiellos. So wird das alte, bestehende Kartoffelsilo der Pfanni-Werke nicht nur in den Neubau integriert, sondern zusätzlich aufgestockt und auf eine Höhe von 86 Metern wachsen (siehe Visualisierung unten links).

Klettersilo mit Hotel im Ruckepack

Richtungsweisend ist auch das neue multifunktionale Nutzungskonzept des Hochhauses. Während in den oberen Etagen des Werk4 ein hochwertiges Adina Apartment Hotel mit 234 Studios und Apartments gebaut wird, entsteht in den unteren Geschossen ein preisgünstiges wombat‘s-Hostel mit insgesamt 500 Betten. Das in den Bau integrierte Kartoffelsilo wird weiterhin von der IG Klettern München & Südbayern e.V. als Kletterhalle Heavens Gate genutzt, jedoch zusätzlich um einen großen Kletterbereich, eine große Boulderhalle und um einen sichtbaren Außenbereich erweitert, der die sportliche Nutzung des Objekts klar nach außen kommuniziert.

Auf diese Weise entstehen im Werk4 vollkommen heterogene Besucherströme. Jeden Tag werden in Zukunft mehr als 1.000 Übernachtungsgäste von hier aus München erkunden: Geschäftsleute, Touristen und Musiker des gleich nebenan gelegenen Konzerthauses, aber auch junge Backpacker aus aller Welt. Sie alle treffen im Werksviertel-Mitte mit Münchnern zusammen, die hierher zum Sport kommen, die hier einkaufen und ausgehen oder die im benachbarten WERK3 arbeiten.

Das neue Werk4 wird somit nicht nur das höchste Hotel der Stadt sein, sondern auch ein Ort, der das Lebensgefühl Münchens bereichert. Lebendig, urban, international – so wird sich die Atmosphäre ab 2020 rund um das neue Werk4 entfalten. In seiner Form verkörpert das Gebäude in nahezu idealer Weise die Vision des Werksviertels von einem lebenswerten Stadtquartier, das jedermann offensteht und das permanent die Begegnung und den Austausch der Besucher fördert.

Die Architektur

Entworfen wurde das Werk4 von Johannes Ernst, Chefplaner des Werksviertels und Geschäftsführer des Architekturbüros Steidle Architekten. Für die Architekten war die Integration des alten Kartoffelsilos der Pfanni-Werke Herausforderung und Möglichkeit zugleich. Die Nutzung des massiven Turms als Basis des fast 90 Meter hohen Werk4 ermöglicht ihnen die Ausprägung einer spektakulären, aber auch sehr ortsspezifischen Architektur, in der sich der vorhandene roh-industrielle Charakter des Silobauwerks spiegelt.

Dieser Charakter wird vor allem im unteren Bereich des Werk4, dem des Hostels, aufgegriffen, während er im oben befindlichen Hotelturm in verfeinerter Form interpretiert wird. Hier verwandelt sich die massive Wand des Silos in eine transparente, vorhangartige Hülle. Das Ergebnis ist ein Wechselspiel von Aus- und Einblicken, das sich im Tag- und Nachtwechsel jeweils ins Gegenteil verkehrt.

Prägendes Element des Werk4 ist das zur Stadt hin auskragende Sondergeschoss in etwa 40 Metern Höhe. Hier befinden sich Empfang, Restaurant und Bar sowie Konferenzräume und der Wellnessbereich des geplanten Apartment-Hotels. Die innenarchitektonische Ausgestaltung dieses Bereiches obliegt dem renommierten Londoner Büro Michaelis Boyd (siehe Visualisierungen links - Restaurant - und links unten - Bar), das unter anderem mit dem Berliner Soho Haus bekannt geworden ist.

Das Hostel mit 500 Betten verfügt über eine eigene Lobby und großzügige Gemeinschaftsbereiche. Außerdem können die Gäste vom Hostel auf in die Außenkletterwand blicken.

Das Silo wurde bereits zuvor von der IG Klettern München & Südbayern e. V. als Kletterhalle genutzt. Im Zuge der Umgestaltung des WERK4 wird die Halle jedoch um einen zweiten Boulderbereich, eine zusätzliche moderne Kletterhalle sowie eine spektakuläre Außenkletterwand erweitert. Letztere macht die zusätzliche sportliche Nutzung des Werk4weithin sichtbar und verstärkt so die visuelle Vitalität des gesamten Viertels.

Historische Verbundenheit

Zur Philosophie des Werksviertel-Mitte, wo das Werk4 entstehen wird, gehört es, die Historie des Geländes auch in Zukunft sicht- und fühlbar zu machen. Um das zu erreichen, wurden die historisch relevanten Industriegebäude erhalten, kernsaniert und neuen Funktionen zugeführt. In den ehemaligen Werken entstanden bereits Loft- Büros, es wurde Platz für Live-Bühnen, junge Gastronomie, Künstlerateliers sowie für Start-Ups und Sozialprojekte geschaffen. Auch im Werk4 erhält die Geschichte des Areals durch den Erhalt des alten Kartoffelsilos einen festen Platz. Und das, obwohl die statische Integration des Silos in den Neubau sehr schwierig und oft teurer ist. „Wir erhoffen uns jedoch, auf diese Weise die Seele des Areals zu erhalten. Wir denken, dass sich das Werksviertel durch die sichtbare Einbindung der historischen Industriegebäude für die Besucher ganz anders anfühlt, als wenn alle Gebäude abgerissen und neu gebaut worden wären“, erklärt Eric Heppt, Leiter der Projektentwicklung beim Bauherren OTEC.

Das Nachhaltigkeitskonzept

Der Erhalt der alten Industriegebäude verfolgt jedoch noch einen weiteren Zweck. „Bei der Planung des Werksviertels spielte auch das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle. Unsere Städte müssen in Zukunft nachhaltig funktionieren. Und das beginnt nicht erst beim Unterhalt eines Gebäudes, sondern bereits beim Bau. Ein Abriss des Silos wäre für die Energiebilanz negativ gewesen“, erklärt Eric Heppt. Um auch den Bau des WERK4 so umweltschonend und effizient wie möglich zu realisieren, nutzt man gemeinsam mit dem Generalübernehmer Hochtief das sogenannte Building Information Management (BIM). Mit diesem hochmodernen Planungstool werden alle relevanten Informationen und Daten zu einem Bauwerk in einem physischen Datenraum zusammengefasst, der dann allen Projektbeteiligten inklusive 3D-Modellierung zur Verfügung steht. Automatische Kollisionswarnungen verhindern Fehlplanungen und damit auch die Umwelt belastenden Verzögerungen beim Bau. Im Werk4 wird beispielsweise die sehr komplexe technische Gebäudeausrüstung mit BIM realisiert.

Weitere Meilensteine des Nachhaltigkeitskonzeptes des Werksvierte-Mitte sind die klimafreundlichen begrünten Dachterrassen, ein eigenes Nahwärme- und Nahkältenetz, die Energieversorgung durch ein Blockheizkraftwerk und die Nutzung des Grundwassers zur Gebäudekühlung.

 

Das Werk4 in Zahlen:

Grundstücksgröße: 2.400 m2
Bauherr: OTEC GmbH & Co. KG
Architekt: Steidle Architekten GmbH
Generalübernehmer: Hochtief
Bauzeit: 2018 bis 2020
Investition: 115 Mio. Euro
Stockwerke: 24
Höhe: 86 Meter
Bruttogeschossfläche: 23.000 m2
Parken: Tiefgarage mit 200 Stellplätzen
Mieter: Adina Apartment Hotel, wombat’s CITY HOSTEL, IG Klettern München & Südbayern e.V.

 

Bildnachweis: Visualisierung außen Copyright Steidle Architekten