Aubing, Lochhausen und Langwied

In westlicher Stadtrandlage befindet sich der 22. Stadtbezirk. Er ist erst 1992 aus der Zusammenlegung von Aubing und Lochhausen - Langwied hervorgegangen. Verwaltungstechnisch ist der Bezirk in drei Teile aufgegliedert: Altaubing,   Aubing-Süd, Freiham und Lochhausen.

 

Mit fast 3300 Hektar ist es der flächenmäßig größte Stadtbezirk in München – mit gleichzeitig der geringsten Bevölkerungsdichte. Dies ist vor allem auf die ausgedehnten Grünland-, Wald- und landwirtschaftlichen Flächen im Westen und Norden des Bezirksgebietes zurückzuführen.

Die einst eigenständigen Dörfer Aubing, Lochhausen und Langwied wurden noch während des letzten Krieges dem Stadtgebiet zugeschlagen. In den ehemaligen Dörfern Langwied und Lochhausen, die nun im Bezirksteil Lochhausen zusammengefasst sind, vor allem aber in Altaubing sind um die alten Dorfkerne die dörfliche Strukturen immer noch gut zu erkennen. In Alt-Aubing (Bild links, St. Quirin) hat sich die traditionelle Mittelpunktsfunktion als Quartierszentrum für die Grund- und Nahversorgung noch erhalten.

Die weitaus höchste Bevölkerungsdichte weist der Stadtbezirk aber im Süden im heutigen Bezirksteil Aubing-Süd auf. Die Siedlungsentwicklung um die drei Dorfbereiche setzte am frühesten in Neu-Aubing ein, wo in Folge der Ansiedlung der Wagenreparaturwerkstätte der königlich-bayerischen Staatsbahnen in Aubing-Süd, dem späteren Reichsbahnausbesserungswerk Neuaubing entstand (Bild ganz oben). Auch die Dornier-Werke und die Eisenbahner- und Arbeitersiedlungen befanden sich hier. Günstig für die Siedlungsentwicklung erwies sich auch der Umstand, dass Aubing und Lochhausen durch ihre Lage an der Bahnlinie München-Augsburg mit entsprechenden Haltepunkten schon damals gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen waren und durch niedrige Grundstückspreise viele Stadtbewohner/innen aus München anzogen.

Ende der dreißiger Jahre entstand vor dem II. Weltkrieg in Neuaubing die Ludwig-Siebert-Siedlung. Sie wurde von dem Architekten Franz Ruf für Angehörige der Dornier-Flugzeugwerke geplant und umfasste 800 Wohneinheiten vom Einfamilienhaus bis zum Geschosswohnungsbau. In der Mitte der Anlage entstand ein Hauptplatz mit Läden, einer Gaststätte und einem Glockenturm – der Platz wurde in dieser Zeit als Aufmarschplatz genutzt. Bemerkenswert ist die geschwungene Straßen- und Gebäudeführung.

Nach dem 2.Weltkrieg entstanden zur Linderung der Wohnungsnot in München, Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die Großsiedlungen Neuaubing-West und Am Westkreuz im öffentlich geförderten und freifinanzierten Wohnungsbau bdeziehungsweise als Eigentumswohnanlagen. Durch diesen massierten Geschosswohnungsbau erhielt Aubing seine heutige, städtische Prägung.

Davor blieben Lochhausen und Langwied durch eine behutsame bauliche Entwicklung mit Einfamilien- und Reihenhausbebauung verschont. Die hier verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe und Erwerbsgärtnereien sind auch heute noch mitbestimmend für das Ortsbild der beiden Bezirksteile.

 

 

 

Großprojekt Freiham

Eine der größten Stadtentwicklungsgebiete befindet sich in dem Bezirk. Die großen Flächenressourcen im 22.Stadtbezirk, die Führung des Autobahnringes A99 quer durch den Stadtbezirk und die damit initiierten städtebaulichen Entwicklungen sowie die schon bestehenden Siedlungsplanungen soll das Stadtentwicklungsgebiet Freiham zu einem der großen Wohn- und Gewerbegebiete Münchens in dem neuen Stadtteil Freiham verwandeln. Aktuell hat das Gebiet westlich von Neuaubing, das seinen Namen durch das Landgut Freiham hat, einen völlig ländlichen Charakter.

Allerdings ist südlich der Bodenseestraße das gewerbliche Erschließungsgebiet zum Teil bereits durch ein Möbel- und ein Bauzentrum großflächig erschlossen. Das Wohngebiet wird hauptsächlich nördlich der Bodenseestraße in den kommenden Jahren bis 2040 entstehen.

Die Sozialstruktur im Stadtbezirk ist der siedlungsstrukturellen Entwicklung gefolgt, stellt sich aber in einigen Quartieren, wie den genannten Großwohnsiedlungen, relativ unausgeglichen dar. Gemessen am Gesamtstadtniveau liegt der Anteil der Ausländer/innen im 22. Stadtbezirk deutlich unter dem Durchschnitt.

 

Immobilien

Die besten Wohngebiete liegen in Aubing. Mittel und einfach eingestuft sind dagegen Neuaubing, Lochhausen und Langwied. Die Nettokaltmieten liegen zwischen neun und elf Euro pro Quadratmeter. Die Preise für Eigentumswohnungen sind für Münchner Verhältnisse sehr günstig und liegen zwischen 2400 und 4200 Euro pro Quadratmeter.

Das weitaus größte Neubaugebiet wird in den kommenden Jahren Freiham sein. Bis 2012 soll bei dem Landgut gleichen Namens der neue S-Bahnhof Freiham auf der Linie S8 nach Herrsching entstehen. Südlich der Bodenseestraße und nördlich des Gewerbegebiets hat der Projektentwickler Demos bereits erste Geschosswohnungen fertiggestellt. Grundsätzlich wird erwartet, dass die Neubauwohnungen um 3000 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Neubauwohnungen entstehen auch zwischen den alten Eisenbahnerwohnungen um die S-Bahnhaltestelle Neuaubing und in Aubing.