Hadern

Das ehemalige Bauerndorf Hadern wurde erstmals im 11. Jahrhundert unter dem Namen Haderun erwähnt. 1938 wurde Gro0hadern zu München eingemeindet, und ist damit der jüngste Stadtteil. Heute ist der 20. Stadtbezirk von einer unterschiedlichen Wohnbebauung geprägt: Ein alter Dorfkern, weitere Bereiche mit Einfamilienhäusern sowie verschiedenen Großwohnanlagen.

Die Grenzen des Stadtbezirkverlaufen ungefähr entlang der Forst-Kasten-Allee im Süden, der Fürstenrieder Straße im Osten, der Senftenauerstraße im Norden sowie der Stadtgrenze im Westen. Hadern grenz im Norden an den Stadtbezirk Laim, im Osten an den Bezirk Sendling-Westpark und im Süden an Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln.

Der Bezirk Hadern untergliedert sich in drei Bezirksteile: Blumenau im Norden, Großhadern im Süden und Neuhadern dazwischen.

Der größte Friedhof der Stadt, der 170 Hektar umfassende Waldfriedhof, nimmt knapp ein Fünftel der gut 922 Hektar messenden Bezirksfläche ein.  Das Konzept, einen Friedhof ohne die Strenge geometrischer Formen zu schaffen, wurde von   Stadtbaurat Hans Grässel entwickelt. Der Friedhof grenzt nach Süden an das Schloss Forstenried, das heutige Friedhofsgelände war früher in großen Teilen auch ehemaliger Hochwaldforst. In den Jahren 1963 bis 1966 erweiterte der Gartenarchitekt Professor Hans Römer den Friedhof.

Auch westlich und südlich des Bezirks liegen weite Flächen unbebauten Landes – in Form von Äcker und Wald. Die Bezirksgrenze im Südwesten ist zugleich Stadtgrenze der Landeshauptstadt München. Die am nächsten benachbarten Gemeinden sind von Westen nach Süden Gräfelfing, Martinsried und Neuried. 

Hadern war ursprünglich ein altes Bauerndorf. Strukturen der früheren bäuerlichen Siedlung sind in Großhadern, rund um den alten Dorfkern an der Heiglhof- und Würmtalstraße, noch zu erkennen. In weiten Teilen Haderns, vor allem in der südlichen Bezirkshälfte, herrscht eine lockere Einfamilienhausbebauung vor. Auf ehemaligen Kiesabbau- und landwirtschaftlichen Nutzflächen entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, bis in die 80er Jahre hinein, Großwohnanlagen mit jeweils einem hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen. Diese Gebäude befinden sich in Kleinhadern an der Senftenauerstraße, in der Blumenau, westlich der Silberdistel- und Waldwiesenstraße und zuletzt nördlich der Gräfelfinger Straße, die Siedlung Neuhadern mit Altenwohnstift und Stiftsklinik Augustinum.

Im Süden des Großklinikums Großhadern wurde eine neue  Wohnsiedlung mit gewerblichen Nutzungen in den Randbereichen vollendet. Durch die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 zum Klinikum Großhadern ist der Stadtbezirk mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. Das Klinikum Großhadern der Universität bildet den größten geschlossenen Krankenhauskomplex Münchens. 1994 wurde das Gen-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in Betrieb genommen; 1999 wurde die gesamte chemisch-pharmazeutische Fakultät nach Großhadern umgesiedelt.

 

Mit dem Kinderzentrum des Bezirks Oberbayern und angeschlossener Montessori-Schule sowie dem Altenwohnstift Augustinum mit zugehöriger Klinik sind weitere soziale Einrichtungen im Stadtbezirk angesiedelt, die zusammen mit dem Klinikum Großhadern einen Großteil der Arbeitsplätze bereitstellen. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen wie auch von älteren Personen über 65 Jahren kennzeichnen die Altersverteilung der Bezirksbevölkerung. Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung liegt in Hadern deutlich unter dem Stadtdurchschnitt.

 

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