Schwabing-West

Das Herzstück dieses Stadtbezirks ist der westliche Teil der 1890 eingemeindeten Stadt Schwabing. Das noch Mitte des 19. Jahrhundert kleine Dorf avancierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Künstler-Wohnort.  1909 wurde Schwabing als eigenständiger Münchner Stadtbezirk geschaffen.

 

Nach der Neuordnung der Stadtbezirke und ihrer Bezirksteile Mitte der 1990er-Jahre umfasst Schabing-West den heutigen Teilbezirk Neuschwabing. Weitere Stadtbezirksteile von Schwabing-West sind im Nordwesten Am Luitpoldpark und im Westen der Bereich Schwere-Reiter-Straße.

Der ursprüngliche Bereich Schwabing-West und der unmittelbar daran anschließende Bereich des hinzugekommenen Gebietsteiles von Schwabing-Nord ähneln sich in ihrem städtebaulichen Erscheinungsbild. Vorherrschend ist eine konzentrierte, geschlossene Wohnbebauung mit noch gut erhaltenem Altbaubestand und Baulückenschließungen aus den fünfziger bis siebziger Jahren. Charakteristisch für den Stadtbezirk sind die, bereits durch die gründerzeitliche Stadtplanung angelegten Platzstrukturen des Elisabeth-, Kurfürsten- und Hohenzollernplatzes, welche zentrale Funktionen für den Stadtteil einnehmen. Eine traditionsreiche Geschäftsstraße, die Hohenzollernstraße, führt von der Leopoldstraße über den Kurfürstenplatz bis zum Nordbad. Hier finden sich neben Boutiquen exklusive Geschäfte, Banken, Theater und Bioläden.

1996 wurde das Gebiet um das nördliche Schwabing mit Krankenhaus und Luitpoldpark sowie dem südöstlichen Teil des Oberwiesenfeldes, bis dahin Teil von Neuhausen, erweitert. Dadurch verdreifachte der Stadtbezirk seine Fläche, die Einwohnerzahl verdoppelte sich. Der Bezirksteil Am Luitpoldpark im Norden des Bezirks umfasst das Krankenhaus Schwabing  – eines der größten Münchner Krankenhäuser –, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie sowie das Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte der Stiftung Pfennigparade und das Altenheim an der Rümannstraße. Westlich der Belgradstraße entstand mit dem bereits 1912 angelegten Luitpoldpark, dem Georgenschwaig-Bad und dem begrünten Schuttberg (aus dem Abraum kriegszerstörter Häuser) ein zusammenhängendes, 26 Hektar großes, quartiernahes Erholungsgebiet. Rund um den Scheidplatz hat die Wohngegend fast schon Gartenstadtcharakter, moderne Bungalows, Ein- und Mehrfamilienhäuser liegen in kleinen Straßen, abseits der verkehrsreichen Leopoldstraße.
 
Durch das Neubaugebiet Am Ackermannbogen an der Ackermannstraße gegenüber dem Olympiapark  Ecke Schwere-Reiter-Straße erweitert sich der Bezirk auch durch einen Zuzug von junger Familien. Im Teilbezirk Schwere-Reiter-Straße wird anstelle der Waldmann-Kaserne, der Stetten-Kaserne und Teilen der Prinz-Leopold-Kaserne seit dem Jahr 2000 ein neues Stadtviertel gebaut. Drei von vier Bauabschnitten wurden bereits realisiert. Mit dem Beginn der letzten, des vierten Bauabschnitts ist Ende dieses Jahres zu rechnen.
 
Im Stadtbezirk Schwabing-West wohnen vor allem Bürger aus dem Mittelstand. Der Anteil an qualifizierten Angestellten und das Ausbildungsniveau ist überdurchschnittlich hoch. Durch die Vergrößerung des Stadtbezirks hat sich der Arbeitsplatzbesatz, vor allem im Bereich der öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen, deutlich erhöht. Von der Altersstruktur her dominiert die Altersgruppe der 18 bis 65jährigen, wobei der Anteil der unter 18jährigen deutlich unter dem Durchschnittswert der Stadt liegt. Knapp zwei Drittel aller Haushalte im Stadtbezirk sind Ein-Personen-Haushalte. Der Typus des Ein- oder Zweipersonenhaushaltes jüngeren und mittleren Alters tritt besonders häufig auf, wohingegen Familien mit Kindern eher unterrepräsentiert sind. Überdurchschnittlich hoch ist allerdings der Anteil mit Familien im Teilbezirk Schwere-Reiter-Straße durch die Errichtung des neuen Quartier Am Ackermannbogen. Der Anteil von Nichtdeutschen an der Wohnbevölkerung liegt knapp unter dem Stadtdurchschnitt. Der Ausländeranteil beträgt 22 Prozent und liegt damit knapp unter dem Stadtdurchschnitt.Durch den verhältnismäßig hohen Anteil an Arbeitsplätzen im Bereich der öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen dominieren Dienstleistungsbereich und Handel, auf die zusammen 60 Prozent der Arbeitsplätze entfallen.
 
 
Immobilienmarkt
Schwabing-West ist einer teuersten Wohnbezirke Münchens. Nach Angaben des Portals Immobilienscout24 liegt die durchschnittliche Angebotsmiete etwa bei 14,50 Euro pro Quadratmeter und der Angebotspreis für Wohnungen beträgt im Durchschnitt stolze 5800 Euro. Auch wenn bezweifelt werden kann, dass diese Preise tatsächlich auch im Bezirk beim Kauf gezahlt werden, so dürften die tatsächlichen Werte ebenfalls an der Spitze liegen.