Schwabing: Die Zurückverwandlung eines Jugendstilhauses

Nachträglich eingesetzte Betonbalkone sowie Billigfenster hatten einen Jugendstil-Mietshaus verschandelt. Nun wurde das viergeschossige Gebäude wieder im Originalzustand hergestellt – und mit dem Fassadenpreis ausgezeichnet.

 

Der im Ensemble „Nordschwabing“ gelegene, denkmalgeschützte Jugendstilbau wurde im Jahre 1903 nach Plänen des Architekten R. Böhm errichtet. Es befindet sich in der Clemensstraße 2 des Bezirksteil Schwabing-Ost des 12. Münchner Stadtbezirks Schwabing-Freimann. Der viergeschossige Jugendstilbau mit Mansardwalmdach, turmartig überhöhtem Risalit, Zwerchhaus und Stuckdekor wurde in der Denkmalliste (D-1-62-000-1073) aufgenommen.

Nach umfangreichen Maßnahmen des Eigentümers Peter Lex durch Haindl + Kollegen Planung und Baumanagement präsentiert sich heute ein Gebäude, an dem der fachgerechte Umgang sowie die sensible Herausarbeitung des historischen Erscheinungsbilds sichtbar wird. Insbesondere die materialgerechte Übearbeitung der stuckierten Fassade und der Originalfenster machen die gelungene Instandsetzung des Hauses deutlich. Die Wiederherstellung der Holzrollläden nach ursprünglichem Vorbild sowie das Ersetzen der nachträglich eingefügten Betonbalkone durch Metallkonstruktionen komplettieren die Gesamtmaßnahme.

Die Farbgestaltung nach bauzeitlichem Befund ergänzt die qualitätvolle Renovierung in vorbildlicher Weise, so dass hier zu Recht von einem bedeutenden Beitrag zur visuellen Aufwertung der Clemensstraße gesprochen werden kann. Das Gebäude wurde mit dem Fassadenpreis 2017 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

Quelle: Landeshauptstadt München, Denkmalliste

Bildnachweis - Foto: maurer und sigl GmbH / Landeshauptstadt München