Europas teuerste Wohnungsmärkte: London, Paris, München

München rangiert hinter London und Paris laut dem Property Index des Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte ganz vorne im Städteranking. Bezogen auf die Durchschnittspreise des jeweiligen Landes ist München hinter Moskau sogar gleich die relativ zweitteuerste Stadt Europas.

 

München gehört zu den Städten in Europa, in denen Wohneigentum am teuersten ist – und immer teurer wird. Hinter London und Paris rangiert die bayerische Landeshauptstadt ganz vorne im Städteranking (siehe Grafik links).

Die Analyse basiert auf einen Vergleich der Transaktionskosten in ausgewählten europäischen Städten. Danach ist der Innenbereich Londons weiterhin die teuerste Stadt (knapp 10.000 Euro/qm) Europas, die Preise stiegen zudem in dem Zeitraum zwischen 2013 und 2012. Auch der Außenbereich Londons ist mit Preisen knapp unter 6000 Euro (2013) mit am teuersten. Es folgt Paris, wo die Preise von Bestandswohnungen im Innenbereich bei 8140 Euro und im Außenbezirken bei 5400 Euro pro Quadratmeter lagen.

In München, der weitaus teuersten deutschen Stadt, lagen die Preise im Durchschnitt über 5600 Euro pro Quadratmeter. Die anderen untersuchten Metropolen in Deutschland (Berlin, Frankfurt und Hamburg) hatten in 2013 ebenfalls einen Preisanstieg zu verzeichnen.

Die Preise für Wohneigentum liegen im Durchschnitt mit 4000 Euro/qm in Großbritannien – gefolgt von Frankreich und Israel – am höchsten, in Ungarn mit knapp 1000 Euro am niedrigsten. Spanien verzeichnet den stärksten Preisverfall. Deutschland erfuhr einen der deutlichsten Preisanstiege in Europa, steht aber bei den absoluten Durchschnittspreisen noch im Mittelfeld.

Bei den Unterhaltskosten für Wohnen (Miet- und Mietnebenkosten) liegt Deutschland hinter Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Österreich. Am günstigsten ist es in Russland, Israel und Ungarn. Insgesamt zeigt sich in dieser Rubrik in Europa ein deutliches West-Ost-Gefälle (siehe große Grafik ganz oben).

Interessant ist aber auch, wie die Preise der jeweiligen Metropolen im Vergleich zum jeweiligen Landesdurchschnitt lagen (siehe Grafik links). Dabei fallen vor allem zwei Städte völlig aus dem Raster: Moskau und München. „There are two major cities where the prices exceed the national average more than three times – Munich and Moscow, where the prices reach 316% and 365% of its country average.“

Generell präsentiert sich der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland stabil. Bei Entwicklung und Bau neuer Wohnanlagen befindet sich Deutschland im europäischen Durchschnitt. Die Kosten für Wohneigentum liegen europaweit betrachtet im oberen Drittel, die Preise stiegen mit knapp 5 Prozent stärker als in den meisten anderen Ländern. Dennoch ist Wohneigentum in Deutschland im europäischen Vergleich aufgrund großer regionaler Unterschiede in der Angebots- und Nachfragestruktur immer noch erschwinglich, wie der „Property Index“ von Deloitte zeigt.

„Erstmals haben wir in unseren Property Index auch Irland, Portugal und Israel miteinbezogen. Die Analysen und Ergebnisse des Index spiegeln nicht nur die Ländersituationen wider, sondern geben auch wichtige Hinweise auf künftige Marktentwicklungen“, erklärt Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

Weniger fertiggestellte Wohnungen in Europa, mehr in Deutschland

Bei fertigen Wohnungen bzw. Appartements ist europaweit ein Rückgang festzustellen. Pro 1.000 Einwohner sank die Zahl von 3,9 im Jahr 2011 bzw. 3,3 im Jahr 2012 auf 2,5 im Jahr 2013. Die meisten neuen Wohnungen sind in 2013 in Russland und Israel, die wenigsten in Ungarn und Spanien entstanden. Deutschland liegt 2013 im EU-Schnitt, konnte sich aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern.

Deutschland: Das Land der Mieter

Der Wohnungsbestand wuchs europaweit leicht von 473,6 pro 1.000 Einwohner im Jahr 2012 auf 475,9 im Jahr 2013. Den größten relativen Wohnraumbestand weisen Spanien und Portugal auf, den niedrigsten Israel, Polen, Russland und Belgien. Deutschland liegt mit Österreich und Dänemark an vierter Stelle – und damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Dabei finden sich in Ungarn, Spanien und Italien die meisten (privaten) Wohnungsbesitzer, Deutschland weist dagegen die meisten Mieter auf.

Affordability Index: Zwischen zwei und zwölf Jahresgehältern für 70 qm

Wie lange muss ein Verbraucher sparen, bis er sich Wohneigentum leisten kann? Hier dürfen sich die Deutschen freuen: Sie müssen nur etwas mehr als zwei Jahresgehälter für eine Wohnung von 70 qm aufwenden. Am teuersten kommt der Erwerb die Russen und Israelis – dort sind zehn bzw. zwölf Jahresgehälter erforderlich.

Verschuldungsgrad-Index: Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt

Eine maßgebliche Größe zur Beurteilung der Wohnungsmärkte ist auch der Verschuldungsgrad, also das Gesamtvolumen der Hypotheken im Abgleich mit dem jeweiligen BIP. Der Index positioniert Deutschland hier im Mittelfeld und unterhalb des europäischen Durchschnitts. Die Extreme markieren Russland mit einem Prozentsatz in einstelliger Höhe sowie Dänemark und die Niederlande mit jeweils über 100 Prozent.

„Der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland wird seine Erfolgsstory fortsetzen und ist aufgrund der guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der konservativen Finanzierungspraxis der Kreditinstitute weiterhin stabil und daher attraktiv für inländische und ausländische Investoren“, schließt Michael Müller.

 

Weitere Informationen:

Deloitte Real Estate: Property Index – Overview of European Residential Markets

 

Quelle: Pressemeldung Deloitte 26.06.2014

Grafiken: Deloitte Property Index