Wo in Europa der Hauskauf lohnt

Weltweit fallen die Preise für Wohnungsimmobilien. Mit wenigen Ausnahmen: In Osterreich, Schweiz und Deutschland steigen sie – trotzdem sind sie laut dem britischen Magazin The Economist in den letztgenannten Ländern noch günstig. Hier die Erklärung.

 

Nach Jahren Schwindel erregender Höchststände hat die Schwerkraft die Immobilienmärkte rund um die Welt eingeholt. In den meisten entwickelten Länder fallen die Preise für Wohnimmobilien.

Besonders in Ländern wie Irland, den USA, Großbritannien und Spanien, in denen die Preise zuvor oft über ein Jahrzehnt stark gestiegen sind, mussten die Immobilienbesitzer in den vergangenen Jahren starke Wertverluste hinnehmen.

Nach einer Auswertung des britischen "The Economist“ haben mittlerweile die USA und Irland ein Preisniveau erreicht, dass sich dort der Einstieg bereits wieder lohnt. Als Indikator dafür setzte die Redakteure die langfristige Entwicklung der Preise in Verhältnis zu den Mieten und zu den jeweiligen Einkommen (siehe Tabelle unten, rechte Spalten).

Die Idee: Wenn die Mietrendite wieder lukrativ ist und die Kaufpreise im Verhältnis zu den Einkommen günstig sind, werden die Anleger wieder stärker kaufen. Wenig Anlass zur Freude haben allerdings Hausbesitzer in Spanien, denNiederlanden, Italien und Großbritannien: Trotz hoher Wertverluste in den vergangenen fünf Jahren (in Tabelle: dritte Spalte von links) gilt nach den Indikatoren dort Betongold noch als überbewertet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anders dagegen in Österreich, Schweiz und Deutschland. Obwohl diese Staaten zu den wenigen Regionen zählen, in denen die Preise gegen den weltweiten Trend gestiegen sind, haben Wohnobjekte gemessen an den langfristigen Bewertungsmaßstäben noch Aufwertungspotenzial. So gelten deutsche Immobilien bezogen zu den Mieten und Einkommen 20 Prozent unterbewertet.

Ökonomen befürchten allerdings eine Ansteckungsgefahr von den Krisenstaaten. Auch ergeben sich innerhalb der Länder große Unterschiede. Bundesweit ist das Preisniveau in München am höchsten, aber in Hamburg und Berlin ist der Anstieg am stärksten (siehe Grafik links). Allerdings sind die Münchner Preise seit 2008 stärker gestiegen als die Mieten und Einkommen. 

 

 

Weitere Informationen:

The Economist: Global House Prices

Immobilienverband IVD: Relative Mietkosten in München kaum höher als in Berlin

 

 

Bilder:

Grafiken - The Economist

Bild oben links: COOP Himmelb(l)au;