Einbruchstatistik: 2016 bundesweit weniger Wohnungseinbrüche

Der Wohnungseinbruchdiebstahl verzeichnete mit 151.265 Fällen in 2016 im Vergleich zum Vorjahr (2015: 167.136 Wohnungseinbruchdiebstähle) einen deutlichen Rückgang um 9,5 Prozent. Bessere Sicherungstechnik und richtiges Verhalten scheinen sich auszuwirken.

 

Nach den vom Bundesinnenminister vorgestellten „Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016“ wurde in den meisten Straftaten gegenüber 2015 im Bundesgebiet ein Rückgang registriert. Besonders deutlich war dies beim Wohnungseinbruchdiebstahl, der 2015 einen Rekord aufwies.

Der Wohnungseinbruchdiebstahl“ verzeichnete mit 151.265 Fällen in 2016 anders als in der Einbruchstatistik 2015 (167.136 Wohnungseinbruchdiebstähle) einen Rückgang um 9,5 Prozent.  Ebenso ging der darunter fallende „Tageswohnungseinbruch“ um 10,2 Prozent auf 63.176 Fälle stark zurück. Aufgrund der inhaltlichen Erweiterung des Wohnungseinbruchdiebstahls um die bandenmäßige Begehung (gem. § 244a StGB) ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr aber nur bedingt gegeben. In 66.960 Fällen (44,3 Prozent) bei „Wohnungseinbruchdiebstahl“ handelte es sich um Versuche (2015: 71.300 Fälle, 42,7 Prozent), davon entfielen auf „Tageswohnungseinbruch“ 24.164 Fälle (2015: 25.882 Fälle). Über den Zeitraum von 15 Jahren ist der Anteil vollendeter Fälle stetig gesunken, wie die steigenden Versuchszahlen zeigen. Dies könnte durchaus auf Verbesserungen der Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich gegen Wohnungseinbruchdiebstahl beruhen und somit die entsprechenden Präventionsaktionen der Polizei bestätigen.

 

Wohnungseinbrüche nach Regionen

Bezogen auf die einzelnen Bundesländer (siehe Tabelle oben), weisen die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin die mit Abstand am meisten Wohnungseinbrüche im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf. In den Flächenstaaten waren vor allem die Einwohner von Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am relativ häufigsten von Wohnungseinbrüchen betroffen. Die relativ geringste Anzahl dieser Delikte wurden dagegen in Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Positiv: In allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen und Sachsen-Anhalt ging der Wohnungseinbruch im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Rekordzahl der Wohnungseinbrüche in 2015 hat offenbar Bürger, Polizei und Politik wachgerüttelt und zu Gegenmaßnahmen geführt. Sei es durch Aufrüstung in bessere Sicherungstechnik, Haus- und Wohnungsschutz. Nicht zuletzt sind Anwohner in der Beobachtung und hinsichtlich des eigenen Sicherheitsverhalten sensibler geworden.

Im Gegensatz zum Vorjahr wurde in der PKS 2016 keine Tabellenübersicht zu den Wohnungseinbrüchen nach Größstädten veröffentlicht. Die Zahlen dürften jedoch trotz bundesweiten Rückgang der Wohnungseinbrüche nicht extrem von 2015 abweichen. Wie groß die Unterschiede in den einzelnen Großstädten sind, zeigt die Tabelle aller Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) bezogen auf die jeweiligen Städte und im Verhältnis zu der jeweiligen Einwohnerzahl (siehe Tabelle links).

Schaden

Die registrierten 84.305 vollendeten Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl verursachten im Jahr 2016 einen Schaden von 391.659.914 Euro (2015: 440.815.779 Euro). Dabei wurde in 6.874 Fällen nur mit einem ideellen Schaden von einem Euro gerechnet, da die tatsächliche Schadenshöhe nicht bezifferbar war. Mit 35,0 Prozent haben die Fälle mit Schaden von 500 bis unter 2.500 Euro den höchsten Anteil an den Schadensgruppen des Wohnungseinbruchdiebstahls. An dem insgesamt durch Straftaten registrierten Gesamtschaden in Höhe von rund 6,8 Milliarden Euro sind Wohnungseinbruchdiebstähle mit einem Anteil von 5,7 Prozent beteiligt.

 

Tatverdächtige

Zu den bundesweit registrierten 151.265 Fällen von Wohnungseinbruchdiebstahl wurden 17.152 Tat- verdächtige ermittelt (2015: 167.136 Fälle, 17.670 Tatverdächtige), darunter 63.176 Fälle von Tageswohnungseinbruch mit 8.574 Tatverdächtigen (2015: 70.333 Fälle 8.629 Tatverdächtige). Die Anzahl der Tatverdächtigen beim Wohnungseinbruchdiebstahl insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunken (Tageswohnungseinbruch -0,6 Prozent).

85,3 Prozent (2015: 85,1 Prozent) der Tatverdächtigen bei Wohnungseinbruchdiebstahl sind männlichen Geschlechts. Die deutschen Tatverdächtigen nehmen einen Anteil von 57,5 Prozent (2015: 59,8 Prozent) an den Tatverdächtigen insgesamt ein. In Bayern fällt der Anteil der deutschen Tatverdächtigen geringer, der Anteil ausländischer Tatverdächtiger höher aus (siehe Grafik links).

Den 25.514 aufgeklärten Fällen konnten 17.152 Tatverdächtige zugeordnet werden. In 54,8 Prozent der aufgeklärten Fälle (13.983) handelten 8.334 Tatverdächtige allein. Bei 22.021 aufgeklärten Fällen (86,3 Prozent) waren die ermittelten 13.729 Tatverdächtigen bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten. In 66 aufgeklärten Fällen führten 63 Tatverdächtige Schusswaffen mit sich.

Bei 13,6 Prozent der aufgeklärten Fälle waren die Tatverdächtigen Konsumenten harter Drogen (2.193 Tatverdächtige), 786 aufgeklärte Fälle wurden von 843 Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss begangen.

Mögliche Gründe für den Rückgang des Einbruchdiebstahls

Viele Einbrüche könnten durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert wer- den, was der in den vergangen Jahren stetig gestiegene Anteil der Einbruchsversuche belegt. Da 2015 der höchste Anstieg der Zahlen beim Wohnungseinbruchdiebstahl in den letzten 15 Jahren verzeichnet wurde, war das Thema Einbruchschutz auch im Jahr 2016 ein Schwerpunktthema der Polizeilichen Kriminalprävention mit dem Ziel, die Öffentlichkeitskampagne K-EINBRUCH fortzuführen und deren Maßnahmen weiter zu intensivieren.

Ein sicherheitsbewusstes Verhalten und bereits einfache technische Maßnahmen sind die Vorausset- zung für einen wirksamen Einbruchschutz. Bereits im Herbst 2012 startete die Polizeiliche Kriminalprä- vention daher mit Kooperationspartnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen die bundesweite Initiative K-EINBRUCH. Mit der Kampagnenwebseite www.k-einbruch.de bietet die Polizei umfassende Informationen, appelliert gleichzeitig aber auch an die Eigenverantwortlichkeit und Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Empfehlungen erhalten Bürger zudem bei zahlreichen Veranstaltungen rund um den Tag des Einbruchschutzes, der am 30. Oktober 2016 bereits zum fünften Mal stattfand.

Quelle: Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016

Bildnachweis: Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 – Entwicklung der Wohnungseinbrüche und Versuche

Weitere Informationen:

Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2016