PKS 2017: Deutlicher Rückgang beim Wohnungseinbruch

Laut der Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2017 gingen in Deutschland im vergangenen Jahr die Straftaten deutlich zurück. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang von Wohnungseinbrüchen um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr

 

„Die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten ist mit 5,76 Millionen Fällen die niedrigste seit 1992“, verkündete am 8. Mai Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Anlass für die frohe Botschaft war die von ihm vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Danach weist auch die Aufklärungsquote 2017 mit 55,7 Prozent den besten Wert seit seiner Einführung im Berichtsjahr 2005 auf. Besonders stark el der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen mit 23 Prozent aus. „Vielfältige Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Zahl in nur zwei Jahren um mehr als 50.000 Fälle gesunken ist – ein Rückgang um über 30 Prozent!“, so Holger Stahlknecht, Vorsitzender der Innenministerkonferenz (CDU). Die Wohnungseinbrüche hatten sich seit 2008 jedes Jahr erhöht und 2015 einen Rekordwert von 167.136 Fällen erreicht. Nicht zuletzt sorgte ein Fahndungserfolg über eine kroatische Bande durch die Münchner Polizei für die Kehrwende. Die Diskussion nutzte der damalige Ministerpräsident Seehofer, um seine Partei als Sicherheitsgarant zu profilieren. Statt des von ihm favorisierten Staatsministers des Innern, Joachim Herrmann, übernahm Seehofer nach verlorenem Machtkampf mit seinem Nachfolger Markus Söder (CSU) das Amt des Bundesinnenminister dann doch lieber selbst.

Weiterhin große Unterschiede nach Bundesländer und Städten

Auch wenn umstritten ist, wie viel an der Sicherheitslage den Politikern zu verdanken ist, so steht fest, dass Bayern das sicherste Bundesland und München die sicherste deutsche Großstadt ist. Während 2017 pro 100.000 Einwohner in Frankfurt am Main am meisten Straftaten (14.330) gemeldet wurden, wiesen München (6627) und Augsburg (7217) unter den deutschen Großstädten die relativ wenigsten Straftaten auf.

Bezogen auf die Wohungseinbruchdiebstahl ergab sich unter den größten zwölf Großstädten folgende Reihenfolge (relativ pro 100.000 Einwohner/Anzahl): Bremen (3 8/224 ), Dortmund (346/2024),Hamburg (31 /576 ), Köln (2 4/3164), Essen (282/1644), Düsseldorf (254/1650), Leipzig (248/1418), Berlin (240/8580), Frankfurt am Main (212/1563) ,Stuttgart (105/662), Dresden (103/565) und München (67/ 85).

Auch wenn wegen Dunkelziffern nicht alle Fälle erfasst sind, so ist die PKS ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl. Für viele Menschen ist Sicherheit eines der wichtigsten öffentlichen Güter, dessen Beurteilung sie durch ihre Stimmabgabe bei Wahlen und ihre Investitionen zum Ausdruck bringen.

Erhebliche Unterschiede unter den deutschen Großstädten sind auch bei den Aufklärungsquoten (siehe Tabelle links) zu erkennen, und dies nicht nur bei den Diebstählen, sondern auch bei anderen Stratazbeständen.

 

 

Weitere Informationen:

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 (download)

Quellen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Bildnachweis: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017