Ferienimmobilien: Norden schlägt Süden

Für die Analyse des Ferienimmobilienmarktes und deren Eigentümer wurden vom 27. Februar bis 30. März diesen Jahres 4410 Eigentümer von Ferienimmobilien befragt. Die Studie wird jährlich vom Immobiliendienstleister Engel & Völkers und dem Online-Ferienhausportal FeWo-direkt durchgeführt.

 

Das Interesse privater Anleger an Ferienimmobilien ist ungebrochen. Jedes dritte Objekt wurde innerhalb der letzten vier Jahre erworben und jeder vierte Eigentümer plant den Kauf eines weiteren Feriendomizils. Rentabilitätsaspekte und das Kaufmotiv Altersvorsorge beeinflussen die Investitionsentscheidung weiterhin deutlich, insbesondere am Investitionshotspot Nummer Eins: Deutschland. Räumliche Nähe, Rechtssicherheit und attraktive Renditeaussichten locken die Anleger vermehrt in heimische Standorte

Starke Zunahme der Käufe von Ferienimmobilien

Insbesondere in den letzten vier Jahren verzeichnete die Branche einen Boom: Fast jeder dritte heutige Eigentümer (32,1 Prozent) kaufte seine Immobilie in diesem Zeitraum. Seit 2005 wurden gar 57,4 Prozent aller Objekte erworben. Dabei beschränkt sich bei Wohlhabenden das Eigentum nicht nur auf eine Immobilie. Während der Großteil der Eigentümer zwar nur ein einziges Feriendomizil besitzt (65 Prozent), nennt immerhin fast jeder Siebte mehr als drei Objekte (15,6 Prozent) sein Eigen.

Wo Ferienimmobilien hauptsächlich gekauft werden

Bezogen auf den Ferienimmobilienbesitz der Befragten befinden sich weit über die Hälfte aller Ferienimmobilien der Deutschen (53 Prozent) auch in Deutschland. 10,3 Prozent der Ferienimmobilien deutscher Eigentümer befinden sich in Spanien, 7,2 Prozent in Österreich und 5,9 Prozent in Italien. 2,5 Prozent aller deutschen Ferienimmobilienbesitzer haben eine Immobilie in den in den USA – in 96 Prozent der Fälle liegt diese im US-Bundesstaat Florida.

Bezogen auf die Jahre 2011 bis 2015 nahm der Ferienimmobilienbesitz in Deutschland mit einer Zunahme von 9,7 Prozentpunkte gegenüber der Erwerberjahre davor (1960-2010) am stärksten zu. Auch in den USA haben die Deutschen ihren Ferienimmobilienbestand ausgeweitet, und zwar um 2,5 Prozentpunkte. In Italien (minus 2,7 Prozentpunkte), Spanien (minus 1,8 Prozentpunkte) und Österreich ( minus 1,2 Prozentpunkte).

Bezogen auf den Standort in Deutschland sind Ost- und Nordsee nicht nur die mit Abstand beliebtesten Reiseziele deutscher Ferienhausurlauber, sie liegen auch in der Gunst der Immobilienerwerber weit vorn. Die Hälfte aller Ferienimmobilien der Deutschen befinden sich in Deutschland, rund ein Viertel befinden sich an der Nord- oder Ostsee.

Wie viel Käufer für Ferienimmobilien im Durchschnitt investieren

In der Gesamtheit geben Anleger durchschnittlich rund 188.000 Euro für eine Ferienimmobilie aus. In den letzten fünf Jahren (Zeitraum 2011–2015) investierten die Befragten im Durchschnitt rund 205.000 Euro in den Erwerb ihres Objekts. Damit liegt der aktuelle Durchschnittswert 6,6 Prozent über dem des vorangegangenen Erwerbszeitraums 2001-2010 in Höhe von rund 192.000 Euro. Besonders stark zugenommen hat im Zeitvergleich die Nachfrage nach Ferienimmobilien im Preisbereich zwischen 200.000 und 250.000 Euro. Eine geringere Nachfrage verzeichnen dagegen Objekte mit einem Kaufpreis von maximal 150.000 Euro. Rund jedes Dritte der in den letzten fünf Jahren erworbenen Objekte (32,4 Prozent) wurde zu einem Preis von 150.000 bis 250.000 Euro gekauft. Auch die Nachfrage nach Ferienimmobilien bis 500.000 Euro und mehr ist deutlich gestiegen: Etwa jedes vierte Objekt (23,7 Prozent) lag in diesem Preissegment.

Rentabilität der Ferienimmobilien

Die hohe Zufriedenheit der Besitzer mit ihrer Investitionsentscheidung (97,9 Prozent) lässt jeden Vierten (26 Prozent) über einen weiteren Immobilienerwerb nachdenken. „Fast jede zweite Ferienimmobilie ist heute in ihrem Wert gestiegen“, so Tobias Wann von FeWo-direkt.

Bedeutendstes Kaufkriterium ist in der Gesamtheit der Befragten nach wie vor die Lage der Ferienimmobilie (88,2 Prozent), gefolgt vom Kaufpreis (60,1 Prozent) und dem Standort (44 Prozent). Immer wichtiger wird aber auch das Vermietungspotenzial. Es spielt heute für Eigentümer eine deutlich größere Rolle als früher: Knapp drei Viertel der Käufer (72,8 Prozent), die ihr Objekt in den letzten fünf Jahren erworben haben, vermieteten ihre Ferienimmobilie unmittelbar nach dem Erwerb. Für mehr als jeden zweiten Käufer, der seit 2011 eine Immobilie erworben hat, zählt das Vermietungspotenzial daher zu den wichtigsten Kaufkriterien (52,5 Prozent), während es in früheren Erwerbsjahren vor 2010 nur für knapp jeden Dritten (31 Prozent) relevant war. Die gestiegene Bedeutung der Vermietbarkeit zeigt sich auch in der Verlagerung der Werte bezüglich der Ausstattung und des Zustandes des Gebäudes, die wichtige Faktoren für eine attraktive Urlaubsunterkunft darstellen.

Gerade in Deutschland lohnt sich aktuell die Investition in eine Ferienimmobilie mit anschließender Vermietung. Eine anhaltend hohe Urlaubernachfrage insbesondere in den beliebten Urlaubsregionen an der Küste und in Bayern sorgt für solide Mieteinnahmen und attraktive Bruttorenditen von bis zu sieben Prozent. Die höchsten Bruttorenditen lassen sich aufgrund der vergleichsweise günstigen Investitionskosten derzeit mit Ferienimmobilien auf dem Ostsee-Festland erzielen. Hier sind brutto bis zu zehn Prozent Rendite möglich. Über die Hälfte der befragten Vermieter (56,2 Prozent) vermieten ihr Feriendomizil ganzjährig, um durch eine optimale Auslastung letztlich auch Instandhaltungs- und Finanzierungskosten decken zu können. 2014 lag der durchschnittliche Auslastungsgrad der Ferienobjekte bei 46,1 Prozent. Im Schnitt sind die Unterkünfte 23 Wochen im Jahr vermietet, wobei durchschnittlich acht Wochen davon durch Stammgäste belegt werden.

 

Welche Ferienimmobilien sich gut vermieten lassen

80,5 Prozent der Mieter setzen einen Internetanschluss bzw. WLAN im angemieteten Objekt heute voraus. Vermieter, die ihren Mietern weiterhin spezielle Zusatzservices anbieten, können sich mit diesem Mehrwert von der Konkurrenz abheben und noch weiter punkten: Besonders geschätzt werden beispielsweise Leih-Fahrräder, Entertainment-Anlagen sowie Brötchen- oder Wäscheservices.

 

Weitere Informationen:

FeWo-direkt/ Engel & Völkers: Marktstudie Ferienimmobilien 2015

 

Bilder: Aufmacher – Luftbild vom Norden der Insel Amrum mit Gemeinde Norddorf und Naturschutzgebiet NSG Odde - Ansicht von Westen - Nordsee-Insel Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein – zwischen dem Strand vorne (Kniepsand) und dem Wald befinden sich die Flächen des Naturschutzgebiets „Amrumer Dünen“, Fotograf:Wolfgang Pehlemannklein - Öömrang Hüs, Museum in der Gemeinde Nebel auf Amrum; Fotograf: Mathias Bigge