Siebenbrunn: Pläne für Anlage mit 420 Wohnungen einsehbar

Im April 2016 hatte der Stadtplaungsausschuss des Stadtrates beschlossen, für das ehemalige Osram-Betriebsgelände einen Bebauungsplan mit Grünordnung für 420 Wohnungen aufzustellen. Nun sind die Pläne an verschiedenen Ausstellungsplätzen einsehbar..

Wie bereits bekannt wurde, wird das von Henn Architekten entworfene denkmalgeschützte Osram-Verwaltunsgsgebäude abgerissen, da selbst im Falle eines weitestgehenden Erhalts nur ca. 35 Prozent des Originalbestandes des Gebäudes erhalten werden können.

Die Unterlagen, aus denen sich die Öffentlichkeit zu den allgemeinen Zielen und Zwecken sowie wesentlichen Auswirkungen der Planung unterrichten kann, werden vom 4. Juli 2016 mit 18. Juli 2016 an folgenden städtischen Dienststellen zur Einsicht bereitgehalten:

- beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28b (Hochhaus), Erdgeschoss, Raum 071 (Auslegungsraum - barrierefreier Eingang an der Ostseite des Gebäudes, auf Blumenstraße 28a -), von Montag mit Freitag von 6.30 Uhr bis 18.00 Uhr,
 

- bei der Bezirksinspektion Süd, Implerstraße 9 (Montag, Mittwoch, Freitag von 7.30 Uhr bis 12.00 Uhr, Dienstag von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 8.30 Uhr bis 15.00 Uhr),
 

- bei der Stadtbibliothek Giesing, Deisenhofener Straße 20 (Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr und Mittwoch von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr).

Quelle: Referat für Stadtplanung und Bauordnung

 

April 2016: Osram-Gebäude wird für Wohnbebauung abgerissen

Für das ehemaligen Firmengelände des Leuchtenherstellers Osram fiel nun die Entscheidung gegen den Erhalt des denkmalgeschützten Osram-Verwaltungsgebäude. Stattdessen werden alle Gebäude nach Plänen von Ortner & Ortner mit rund 370 Wohnungen neu errichtet

 

Die neuen Eigentümerinnen haben in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München im Juni den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ausgelobt. Nun wurde in einer zweiten Preisgerichtssitzung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs empfohlen, die bereits überarbeiteten Wettbewerbsbeiträge von Ortner und Ortner Baukunst in Zusammenarbeit mit Topotek 1 Landschaftsarchitekten (beide aus Berlin) den weiteren Planungen zugrunde zu legen (siehe Visualisierungen und Lageplan links). Im Rahmen des Wettbewerbs sollte auch der Umgang mit dem ehemaligen denkmalgeschützen Osram-Gebäude geklärt werden. Doch obwohl zwei Wettbewerbs-Varianten – eines mit (Variante B) und die andere ohne Erhalt des Osram-Gebäudes (Variante A) – ausgeschrieben wurden, sprach sich die Jury nun für den Abbruch des Hauses aus. „Ich erkenne die ernsthafte Auseinandersetzung der Jury und des Bauherrn mit der Variante zum Erhalt des Osram-Gebäudes an. Dennoch bedaure ich es sehr, dass keine adäquate Lösung für die Integration und somit für den Erhalt dieses Bauwerks gefunden werden konnte“, erklärte Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Im Preisgericht saßen neben Vertretern der Auslober und Repräsentanten der Münchner Politik sowie weiteren Fachvertretern für Städtebau, Landschaftsplanung und Denkmalpflege.

Die Jury würdigte das stimmige Konzept von fünf Bauquartieren, die besonders gut mit dem Grünraum harmonieren.

Bei der Variante A (Abbruch Osram-Haus) wurde der Entwurf von JSWD Architekten aus Köln in Zusammenarbeit mit KLA kiparlandschaftsarchitekten aus Duisburg mit dem zweiten Platz prämiert, der Entwurf von Meili Peter Architekten aus München und Zürich in Zusammenarbeit mit toponauten landschaftsarchitektur Gesellschaft mbH aus Freising mit dem dritten Platz.

Bei der Variante B (Erhalt Osram-Haus) kamen ebenfalls Ortner und Ortner Baukunst in Zusammenarbeit mit Topotek 1 Landschaftsarchitekten auf den ersten Platz, gefolgt von Pesch & Partner Architekten aus Stuttgart/ Dortmund in Zusammenarbeit mit Lex-Kefers Landschaftsarchitekten aus Bockhorn gemeinsam mit Steidle Architekten in Zusammenarbeit mit Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten Stadtplaner GmbH, beide aus München, auf den dritten Platz. Hier gab es keinen zweiten Platz.

 

Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind noch bis 8. Januar im Foyer des Referates für Stadtplanung und Bauordnung in der Blumenstraße 28b ausgestellt. Eine weitere Ausstellung der Siegerentwürfe wird im Frühjahr 2016 in Untergiesing-Harlaching folgen.

 

Quelle: Referat für Stadtplaung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 28.12.2015

 

Herbst 2015: Wettbewerb lässt Entscheidung über Osram-Haus offen

Der Wettbewerb zur Wohnbebauung des ehemalige Osram-Gelände östlich der Isar und am Mittleren Ring  wird nach den Plänen von Ortner & Ortner Baukunst gemeinsam mit Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, gestaltet. Offen bleibt, ob das denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude erhalten bleibt.

Der Wettbewerb, der von der ABG-Unternehmensgruppe in Kooperation mit der Büschl Unternehmensgruppe ausgelobt wurde, erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt München. Gemäß dem Eckdatenbeschluss der Landeshauptstadt wurden von allen Büros zwei Varianten eingereicht. Variante A umfasst eine komplette Neubebauung des Areals. In Variante B wurde das denkmalgeschützte Osram-Haus in die Planung integriert.

Die Berliner Architektengemeinschaft Ortner & Ortner Baukunst mit Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten wurde Sieger eines Wettbewerbs, an dem sich 13 Büros beteiligt hatten. Ausrichter des Wettbewerbs waren die Münchner ABG in Kooperation mit der Büschl Unternehmensgruppe. Auf dem 32.000 Quadratmeter großen Gelände im Bezirksteil Siebenbrunn des Münchner Stadtbezirks Untergiesing-Harlaching sollen einmal rund 370 Wohneinheiten mit 37.000 Quadratmeter BGF entstehen.

15.10.2015

2014: ABG kauft Osram-Areal

Während die Umsatzzahlen der ehemaligen Siemens-Tochter Osram unerfreulich verlaufen, konnte das seit einem Jahr börsennotierte Unternehmen nun den Verkauf des ehemaligen Firmensitz vermelden. Die ABG plant dort den Bau von bis zu 370 Wohnungen

Osram hat sein Grundstück am früheren Firmensitz an der Hellabrunner Straße 1  an die ABG-Unternehmensgruppe veräußert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. BNP Paribas Real Estate beriet Osram beim Verkauf.

Osram hatte bereits zum Jahreswechsel 2012/2013 seinen Unternehmenssitz in das vom Chicagoer Stararchitekten Helmut Jahn entworfene Hochhaus THE m.pire der Bayerischen Hausbau in der Parkstadt Schwabing sowie nach Garching verlagert.

Im Dezember 2013 beschloss der Münchner Stadtrat, das bisherige Gewerbegebiet in ein Wohngebiet umzuwandeln. 370 Wohnungen für 850 Menschen könnten demnach dort gebaut werden. Die ABG Unternehmensgruppe, neue Eigentümerin des 32.000 Quadratmeter großen Grundstücks, ist ein bundesweit tätiger Projektentwickler mit Sitz in München, Köln und Hamburg (siehe Bild unten, Unternehmenssitz in der Hamburger Hafencity) . Die neue Eigentümerin der Liegenschaft will nun das laufende Bebauungsplanverfahren fortsetzen. Einen Zeitplan, wann das Wohnquartier fertiggestellt sein soll, gibt es aber noch nicht. „Auf diesem großen Entwicklungsgrundstück werden Wohnungen für alle Einkommensschichten entstehen“, sagt Rainer Sticken, Geschäftsführerender Gesellschafter der ABG-Unternehmensgruppe.

Im nächsten Schritt will die ABG einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ausloben. Das Ergebnis soll dann die Grundlage für einen Bebauungsplan bilden. Eine Herausforderung stellt dabei der Umgang mit dem denkmalgeschützten „Osram-Haus“ dar. Das von Walter Henn mit Dietel Ströbel entworfene markante sechsgeschossige Bürohaus mit seiner Aluminium-Glas-Fassade gilt als „herausragendes Gebäude der Nachkriegsmoderne“. „Das Verwaltungsgebäude mit Arbeitsplätzen für etwa 1000 Personen ist ein frühes Beispiel eines Großraumbüros in Deutschland.“ (Architekturführer München).

Da die Vorbereitung des Architektenwettbewerbs und die darauf beruhende Erstellung des Bebbauungsplanes zeitaufwendig ist, werden einige Jahre vergehen, bis es auf dem ehemaligen Osram-Grundstück zum Bau der Wohnungen kommt.

 

Quellen: „AZ“, Münchner Merkur, Thomas Daily, Architekturführer München

Bilder: Osram-Gebäude – Henn, sonst: Ulrich Lohrer