JLL-Studie München: Mieten steigen weniger, Preise weiter stark

Über eine leichte Beruhigung berichtet die neue Studie Residential City Profile München 2. Halbjahr 2015. Der Grund ist allerdings nicht die Mietpreisbremse, deren Wirkung ungewiss ist. Die Preise am Münchner Eigentumswohnungsmarkt stiegen dagegen weiterhin stark an.

 

Die Angebotsmieten blieben im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015 nahezu konstant (plus 5 Cent/Quadratmeter/Monat, entsprechend plus drei Prozent) auf 16,00 Euro/ Quadratmeter /Monat. Im Jahresvergleich betrug der Anstieg 2,2 Prozent nach + 4,4 Prozent im Vorjahr.

Stärker als im Münchener Durchschnitt stiegen die Mieten in einfacheren Lagen wie Süd-Osten (Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach) und Süden (Obergiesing, Untergiesing-Harlaching), wo das Mietpreisniveau noch unterdurchschnittlich ist.

Wirkung von Mietpreisbremse nicht erkennbar

„Der rückläufige Anstieg der Mieten steht bislang in keinem Zusammenhang mit der Einführung der Mietpreisbremse im August. Unsere Auswertungen hatten bereits in der ersten Jahreshälfte ein Abflachen des Aufwärtstrends gezeigt“, so Roman Heidrich, bei JLL Team Leader Residential Valuation Advisory Berlin. Es bleibe abzuwarten, ob die beobachtete Beruhigung hauptsächlich auf die Einführung der Mietpreisbremse zurückzuführen ist oder auf Signale aus dem Markt.

Die Angebotsmieten im Neubau, in Wohnungen, die ab 2011 fertig gestellt wurden, erreichen im zweiten Halbjahr 2015 im Mittel rund 17,35 Euro pro Quadratmeter, was auf Jahressicht einem Anstieg um 70 Cent pro Quadratmeter entspricht. Nur die Mieten für Wohnungen in Gebäuden, die zwischen 1961 und 1975 errichtet wurden, stiegen noch stärker an.

Starker Anstieg der Wohnungs des mittleren Preissegments

Im Gegensatz zum Mietmarkt hat sich der Aufwärtstrend auf dem Eigentumswohnungsmarkt mit +8,9 Prozent (auf 6.080 Euro pro Quadratmeter) weiter fort. Der stärkste Anstieg entfällt auf das mittlere Preissegment, wo sich die Angebote stadtweit im Bestand um 14 Prozent verteuern. Den geringsten, wenngleich immer noch hohen Anstieg von 9 Prozent erzielt das Topsegment (90. Perzentil), das in der Innenstadt für rund 11.000 Euro pro Quadratmeter angeboten wird.

Der Preisanstieg verteilt sich auf unterschiedliche Lagequalitäten und Bezirke. Ludwigvorstadt-Isarvorstadt und der südliche Teil der Innenstadt (Bezirk Mitte-Süd) sind die teuersten Teilmärkte und verzeichneten zugleich den höchsten Preisanstieg. „Trotz Verdoppelung innerhalb weniger Jahre scheint bei den Kaufpreisen noch kein Ende der Preissteigerungen absehbar“, so Heidrich.

Weitere Informationen:

JLL: Residential City Profile München 2. Halbjahr 2015 (Download)

Fotografien: Ulrich Lohrer