Schönfeldvorstadt: Dülfers asymmetrische Mietshausgruppe

Um 1900 wurde unweit des englischen Gartens ein vom führenden Jugendstil-Architekten entworfener Mietshausblock erbaut. Es zeichnet sich durch malerische Asymetrie und eigenwillige Ornamente an der Fassade aus.

 

Um die Jahrhundertwende beauftragte der Baumeister Friedrich Wagner den Jugendstil-Architekt Martin Dülfer mit dem Bau einer fünf Gebäude umfassenden Wohnanlage in der Schönfeldvorstadt, heute ein Bezirksteil der Maxvorstadt. Erhalten geblieben sind davon die drei Gebäude in der Kaulbachstraße 22, 22a und 24.

Zwar gruppierte Dülfer in der Mitte der Mietshäuser eines der Gebäude zentral in der Mitte der Anlage, positionierte jedoch dort den Erker versetzt von der Mitte in die Fassade und schuf damit einen für den Jugendstil typische malerische  Asymmetrie. Auch setzte er die Fensterreihen im Norden und Süden des Gebäudes verschieden an und gestaltete die Häuser unterschiedlich groß. So ist das westliche gelegene Haus mit der Hausnummer 24 deutlich kleiner angelegt als die anderen und weist nur vier Wohneinheiten auf, während das Haus mit der Hausnummer 22 acht Wohneinheiten aufweist.

Den Ausgleich der Asymmetrie hinsichtlich der Fensterachsen-Verteilung schafft dabei die reiche Ornamentik des Gebäudekomplexes, der von beiden Seiten von einem Torbogen abgeschlossen wird.

Der gestalterische Zusammenhang der Häuser wurde dadurch beeinträchtigt, dass schon bald nach der Fertigstellungder Rohbauten die Häuser in verschiedene Hände gekommen waren. Dies führte zu einer unterschiedlichen Farbverwendung der Fassaden.

 

Quellen: Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Denkmäler in Bayern, Landeshauptstadt München, Mitte, Band 2, Seite 404 - 405

Bildnachweis: Fotos von Ulrich Lohrer