Sparkassen Finanzgruppe: 2017 größeres Wohnungsangebot in Bayern

Das Angebot an neu gebauten Häusern und Wohnungen in Bayern wird 2017 nach Einschätzung der Sparkassen-Finanzgruppe deutlich wachsen. Dennoch zeichnet sich nach Einschätzung des Immobilien-Vermittlungsarms der Sparkassen bislang kein spürbarer Rückgang der Kaufpreise im Gesamtmarkt ab.

 

„Wir gehen davon aus, dass das Interesse am Erwerb von Wohnimmobilien sowohl bei Eigennutzern als auch bei Kapitalanlegern weiterhin groß sein wird“, sagte Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH, anlässlich der jährlichen Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe zum bayerischen Wohnimmobilienmarkt. Dabei wurde der "Marktspiegel 2017" vorgestellt, der Auskunft über Preise und Angebots- sowie Nachfragetendenzen in den bayerischen Städten und Landkreisen gibt.

2016: Starker Preisanstieg von Wohnimmobilien

Der Maklerverbund der Sparkassen berichtet für 2016 für gebrauchte Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser eine durchschnittliche Investitionssumme in Bayern von 278.500 Euro und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Für gebrauchte Eigentumswohnungen bezahlten Käufer im Durchschnitt 174.000 Euro – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen sind landesweit um 13 Prozent gestiegen. Sie lagen 2016 bei durchschnittlichen 273.500 Euro. Für neu gebaute Häuser wurden im bayernweiten Durchschnitt 531.500 Euro erzielt oder um 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Oberbayern dominiert mit München den Umsatz in Bayern

Sowohl bei den Umsätzen wie auch bei den Preisen weisen die Zahlen des Berichts große Unterschiede auf. In Bayern erreichte das anhand des Grunderewerbsteueraufkommens errechnete Immobilientransaktionsvolumen mit 50,8 Milliarden Euro zum sechsten Mal in Folge eine neue Rekordmarke. Der Umsatzzuwachs von 13 Prozent resultiert nach unseren Einschätzungen aus dem gestiegenen Preisniveau und nicht aus einer höheren Anzahl verkaufter Objekte. Oberbayern hat mit einem Anteil von 57 Prozent das mit Abstand größte Marktvolumen in Bayern. Allein die Stadt und der Landkreis München tragen aufgrund der hohen Bevölkerungs- zahl dort, dem höheren Immobilienpreisniveau und größeren gewerblichen Transaktionen mit 35 Prozent zum Umsatz am bayerischen Immobilienmarkt bei. Der Anteil Mittelfrankens am bayerischen Gesamtumsatz liegt bei 12 Prozent, der Schwabens bei 11 Prozent. Die Umsatzan- teile der anderen Regierungsbezirke liegen zwischen vier und sechs Prozent.

Preise von Doppelhaushälften und Reihenhäuser nach Regionen

Für nahezu alle Immobilienarten weist der LBS-Preisspiegel große Unterschiede zwischen den einzelnen Regierungsbezirken und Land- / Stadtkreisen auf. So liegen in der Stadt München die Preise für Doppelhaushälften/Reihenhäuser in mittleren Lagen zwischen 750.000 bis 950.000 Euro, im Landkreis München zwischen 650.000 bis 800.000 Euro, im Landkreis Freising zwischen 550.000 bis 600.000 Euro, Landkreis Dachau 700.000 bis 750.000 Euro, dem Landkreis Fürstenfeldbruck 480.000 bis 750.000 Euro, dem Landkreis Erding zwischen 500.000 bis 600.000 Euro und im Landkreis Ebersberg zwischen 600.000 bis 700.000 Euro.

Innerhalb Bayerns lagen zudem in den Landkreisen Starnberg, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach in der obersten Preiskategorie. Relativ hoch ist auch das Preisniveau der Ein- und Zweifamilienhäuser in Stadt Regensburg, Ingolstadt, Erlangen und Nürnberg sowie in Lindau. Das niedrigste Preisniveau mit Preisen für Ein- und Zweifamilienhäuser unter 200.000 Euro finden sich dagegen in den Landkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth und Cham zur tschechischen Grenze sowie in Kulmbach (siehe Karte unten).

LBS-Ausblick 2017

2016 wurden in Bayern um 21 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt als im Jahr zuvor. Deshalb dürfte nach Einschätzung der Sparkassen-Immobilien-Vermittler das Angebot an neu gebauten Wohnungen und Häusern in diesem Jahr erhöhen lassen. Das Angebot an Bestandsobjekten bleibt voraussichtlich weitgehend stabil oder geht nur leicht zurück. Denn Bestandsimmobilien kommen meist aufgrund biografischer Anlässe zum Verkauf: Ein Umzug, der Auszug der Kinder, eine Scheidung, eine Erbauseinandersetzung oder ein Todesfall führen oftmals zum Verkauf einer Immobilie.

Nach den aktuellen Wirtschafts- und Finanzprognosen bleiben die Rahmenbedingungen für den Wohnimmobilienmarkt Bayern in 2017 stabil. Das anhaltend sehr niedrige Zinsniveau und die guten Bedingungen am Arbeitsmarkt mit den zum Teil deutlichen Lohnerhöhungen treiben die Nachfrage von Eigennutzern weiter an. Sowohl private als auch institutionelle Anleger bewerten Immobilien im Vergleich zu anderen Anlageformen weiterhin als sehr attraktiv in Bezug auf Sicherheit und Rentabilität.

Zusätzliche Treiber für die Nachfrage sind demografische Entwicklungen. Beispielsweise lässt die Binnenwanderung aus anderen Bundesländern sowie der Zuzug überwiegend aus anderen EU-Ländern die Einwohnerzahl Bayerns weiter steigen. Von dieser Zuwanderung profitieren vor allem die wirtschaftlich starken Regionen. Die Sparkassen-Immo geht daher davon aus, dass die Immobilienumsätze auch 2017 auf dem erreichten hohen Niveau bleiben werden.

Weitere Informationen:

Sparkassen Immobilien Vermittlungs GmbH: Aktuelle Immobilienpreise in Bayern

Quelle: LBS Presse, 28.04.2017

Bildnachweis: Foto oben: Ulrich Lohrer, Karte(n): LBS Presse, 28.04.2017