Besucherandrang auf der Münchner Immobilien Messe

Die neue Münchner Immobilien Messe (MIM) fand bei den Teilnehmern  ein positives Echo. Nach Angaben des Initiators BFW Bayern und des Veranstalters kamen vergangenes Wochenende 5000 Besucher an die Stände der fast 60 Aussteller.  

 

Zu den Ausstellern zählten Bauträger, Makler und Kreditinstitute, aber auch Hausverwalter und Notare. Eröffnet wurde die Messe von Bayerns Innenminister Joachim Hermann, zu den Besuchern und Diskussionsteilnehmern gehörten auch Münchens OB Christian Ude (SPD) und CSU-Rathausfraktions- vorsitzender Josef Schmid. Ude wies auf die teilweise Verdoppelung der Bodenpreise in einigen Stadtbezirken mit den Folgen für die Projektentwickler hin.

Viele Teilnehmer fanden sich auf Veranstaltungen, die über die aktuelle Marktlage in den Stadtbezirken und Umlandgemeinden berichteten. So diskutierten über die neuesten Tendenzen am Münchner Immobilienmarkt unter anderem Thomas Aigner vom Maklerunternehmen Aigner Immobilien, Sabine Mösch vom Projektentwickler Frankonia Eurobau und Heike Piasecki vom Marktforschungsunternehmen BulwienGesa.

 

Keine Preisblase aber Preise verlaufen in Wellenbewegungen

Piasecki betonte, dass München der Wohnungsmarkt mit dem höchsten Transaktionsvolumen in ganz Deutschland sei und sich durch die höchsten Preise auszeichne. Dennoch sei es populistisch, von einer Preisblase in München zu reden. „Der Münchner Markt umfasst so verschiedene Bereich wie das Lehel und Freimann.“ Nur in bestimmten Innenbezirken und guten Lagen würden Preise für Neubauwohnungen von über 6000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Die Preise würden zwar weiter steigen, aber nicht mehr so stark wie bislang. Der Anstieg der Mieten würde geringer sein als der der Preise.“Es ist aber keinesfalls so, dass sich die Preise nur nach oben bewegen“, warnt Piasecki. „Der Markt unterliegt vielmehr einer Wellenbewegung. So gab es nach dem Preisanstieg Anfang der 1990er Jahre ab Mitte der 1990er Jahre wieder Preisrückgänge. Und auch nach der New Economy Krise sanken die Preise.“

Obwohl der Trend zur Zeit eindeutig nach oben zeigt, gibt es durchaus in den Segmenten Unterschiede in der Preisentwicklung. „Die Aussage, dass sich die Grundstückswerte verdoppelt haben, ist so nicht haltbar“, betonte Thomas Aigner, Geschäftsführer des Maklerunternehmens Aigner Immobilien. Angst und Gier würden aber zum Teil das Geschäft kennzeichnen, Grndstücksbesitzer würden sehr wohl den Wert ihres Besitzes kennen und versuchen Höchstpreise zu bekommen. Bauträger würden trotz des hohen Preisniveau Baugrund stark nachfragen, da sie ihr Kapital investieren wollten und ihre Mannschaft auslasten müssten. „Die Erfahrungswerte erlauben aber keine Prognose, wie es weitergeht“, so Aigner. Wer in dieser Situation eine Immobilie erwerben wolle, solle sich Zeit nehmen und den Markt genau beobachten. „Stimmt beim Angebot alles, dann empfiehlt sich aber beherzt zuzugreifen, weil dann oft nur der schnellere und entscheidungsfreidigere Kaufinteressent zum Zuge kommt.“

 

Bauträger mit Bauchschmerzen

Die hohen Grundstückspreise seien durchaus ein ernstes Problem, bestätigte Sabine Mösch, Niederlassungsleiterin der Frankonia Eurobau, die mit den Lenbach Gärten 2003 erstmals ein größeres zusammenhängendes Premium-Quartier in München entwickelt hat. „Heute werden für Grundstücke in solcher Lage nachweislich mehr als doppelte wie damals gezahlt“, so Mösch. „Wie sich die Preise in den vergangenen drei Jahre entwickelt haben ist keine gute Situation für Bauträger.“

 

Andrang beim Gutachter-Chef

Besonders gefragt war der Vortrag von Helmut Thiele, Vorsitzender des Münchner Gutachterausschusses. Auch er berichtete darüber, dass die Preisspirale kräftig nach oben kletterte.  Vor allem Wohnbaugrundstücke hätten sich im gesamten Stadtgebiet verteuert. Besonders stark sei der Preisauftrieb  in durchschnittlichen und guten Wohnlagen ausgefallen. Aber auch bei Eigentumswohnungen seien die Preise 2011 deutlich gestiegen und zwar sowohl bei Bestands- als auch bei Neubauwohnungen um etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neubau-Eigentumswohnungen würden im Mittel über das gesamte Stadtgebiet in guten Lagen 4450 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kosten.

 

 

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