Moosach: Baustart für das Wohnquartier Meiller-Gaerten

Für eines der größten Wohnungsbauprojekte Münchens wurde der Baustart gegeben. Am 15. September 2016 wurde der erste Spatenstich für die Meiller-Gärten mit künftig rund 700 Mietwohnungen vollzogen.

 

Zu der Veranstaltung mit rund 300 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und IHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse, hatten die Bauherren der die F.X. Meiller Gelände (Geschäftsführer Franz Xaver Meiller) GmbH & Co. KG zusammen mit der Rathgeber AG (Aufsichtsratsvorsitzende Rupert Hackl und Vorstand Andreas Ferstl)  im Bezirksteil Moosach Bahnhof des Münchner Stadtbezirks Moosach geladen. 

Die Rathgeber AG ist zusammen mit der F.X. Meiller Gelände GmbH & Co. KG Eigentümer der als Meiller-Areal bekannten Grundstücksflächen südwestlich des Moosacher Bahnhofs in München. Das insgesamt circa 20 Hektar große Gelände ist zu 2/3 an die Firma F.X. Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik GmbH & Co. KG vermietet, die hier ihren Hauptstandort mit Verwaltung und Produktion unterhält. Auf dem nicht mehr betriebsnotwendigen nordöstlichen Drittel werden die „Meiller Gärten“ entwickelt, die nach Fertigstellung im Bestand der Eigentümer verbleiben.

Mit den „Meiller Gärten“ entwickelt die Rathgeber AG zusammen mit der F.X. Meiller Gelände GmbH & Co. KG ein neues Wohnquartier. Dabei entstehen auf den acht Baufeldern 14 Baukörper mit circa 700 Mietwohnungen. Hinzu kom- men etwa 10.000 Quadratmeter Geschossfläche Gewerbe, die im Wesentlichen für ein Hotel bzw. Boardinghaus vorgesehen sind. Die Freianlagenplanung umfasst zwei große öffentliche Grünflächen, den „Meiller-Park“ und den „Rathgeber- Park“. 30 Prozent der Wohnfläche sind für den sozialen Wohnungsbau reserviert: 10 Prozent Einkommensorientierte Förderung EOF sowie 20 Prozent München Modell Miete. Das Personal der Firmen Meiller und Rathgeber hat unter dem Stichwort „Wohnen und Arbeiten an einem Standort“ die Möglichkeit, in den „Meiller Gärten zu wohnen.

Wohnungen zur Mitarbeiter-Bindung

Ziel sei es, Fachkräfte durch Firmenwohnungen zu locken, erläuterte Rathgeber-Vorstand Andreas Ferstl.  Wohnen und Arbeiten an einem Standort solle hier ermöglicht werden. Auch beabsichtige man nicht, den Mietpreisspielraum bei Neuvermietung vollständig auszureizen. „Wir wollen, dass die Mieter lange bei uns bleiben“, so Ferstl.

Münchner Unternehmen mit Tradition

Das 1850 in München gegründete Unternehmen stellt heute Aufbauten für Nutzfahrtzeuge, insbesondere Kippbrücken  für Muldenkipper, sowie Hydraulik und Aufzugtüren her und befindet sich im Eigentum der Familien Meiller und Meyer. Meiller übernahm im Jahr 1956 die Aktienmehrheit der Waggonfabrik Josef Rathgeber, die den Firmensitz in der Untermenzinger Straße im Münchener Stadtteil Moosach hatte. Die Fa. Rathgeber hatte dort auch Busse und Schienenfahrzeuge wie zum Beispiel Münchner Trambahnen, später auch Rolltreppen, U-Bahnen und Aufzugstüren hergestellt.

Aus dieser Zeit stammt auch die alte Fabrikantenvilla am nordöstlichen Rand des Geländes. Das Gebäude soll in den kommenden Jahren renoviert werden; wie es in Zukunft genutzt wird, steht noch nicht fest. 1987 ging Rathgeber im Unternehmen F. X. Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik auf, das mit der Herstellung hydraulischer Kipper groß geworden war und schon in den Fünfzigerjahren die Aktienmehrheit bei Rathgeber übernommen hatte. Am Standort Moosach will Meiller auch in Zukunft festhalten. Das Unternehmen baut daher derzeit dort seine neue Zentrale, die noch in diesem Jahr bezogen werden soll. Für die Produktion von Kippern oder Aufzugstüren braucht man aber weniger Platz. Auf den frei gewordenen Flächen entsteht nun vor allem das Mietwohnungsprojekt. In knapp drei Jahren sollen die ersten Wohnungen der "Meiller Gärten" bezugsfertig sein.

Die Häuser sollen auf insgesamt sieben Baufeldern entstehen. Geplant sind gut 650 Mietwohnungen in elf Gebäuden sowieTiefgaragen. Zu dem Projekt gehört auch ein Hochhaus mit zehn Stockwerken. Die vermietbare Wohnfläche der "Meiller Gärten" summiert sich auf circa 45 000 Quadratmeter. „Wir werden hier etwas Besonderes bauen", betont Andreas Ferstl, Vorstand der Rathgeber AG, die als Unternehmen der Meiller-Gruppe das Bauvorhaben plant. Geplant wird das Großprojekt von fünf Architektenbüros. Das Stadtentwicklungskonzept wurde von DMP Architekten entworfen. Ein Kontingent der Mietwohnungen soll den Mitarbeitern von Meiller angeboten werden. Wie viele Objekte und zu welchen Konditionen, steht noch nicht fest.

Verschiedene renommierte Architekturbüros, gemeinsames Konzept

Durch ein gemeinsames übergeordnetes Architekturkonzept werden die „Meiller Gärten“ als Einheit und Quartier wahrgenommen. Die Bauplanung der meisten Baufelder stehen bereits fest und werden durch Entwürfe renommierter Architekten realisiert. Diese sind Hierl Architekten (Baufeld 3), in beratender Funktion Hilmer & Sattler und Albrecht (Baufeld 4), Baumschlager Eberle (Baufeld 5), Steidle Architekten (Baufeld 6) und prpm Architekten + Stadtplaner (Baufeld 7).

Die freifinanzierten Wohnungen im Neubaugebiet werden laut dem Unternehmen im Schnitt etwa 15 Euro pro Quadratmeter Miete kosten, die ersten Wohneinheiten ab dem 1. Januar 2019 bezugsfertig sein..

Quellen: „SZ“ , „IZ“, wikipedia, DMP Architekten

Bildnachweis: Visualisierung (oben) via Rathgeber AG, Freiflächenplan: Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten (unten)