Neue Wohnungen über der Isar

Die oberen Au beschäftigt die Entwickler von Wohnanlagen. Das aktuell größte Projekt an der Isarhochterrasse sind die Welfenhöfe. Eine weitere Großwohnanlage könnte bald folgen. Das Viertel der oberen Au hat einen besonderen Charme. Der Nockerberg mit seinem Biergarten thront auf der Anhöhe über dem Isartal. Entlang der Kante der Isarhochterrasse führt die Hochstraße an Bäumen und alten Häusern mit fast ländlichen Charakter vorbei.

 

 

 

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Au als Herbergsviertel der Handwerker und Tagelöhner, dann beherrschten die Großbrauereien den Stadtteil. Mittlerweile hat nur noch Paulaner Bräu hier ihren Sitz in dem Viertel des Stadtbezirks Au-Haidhausen. Deren Besitzer, mehrheitlich die Schörghuber-Gruppe,  erwägen nun ebenfalls die Verlagerung.  Wegen der exklusiven Hochlage und der Nähe zum Zentrum ließe für Neubauwohnungen auf dem Brauerei-Grundstück attraktive Preise erzielen (in der Karte: links, rot umrandetes Gebiet). Zudem will Paulaner die Braukapazität bis 2015 verdoppeln, stößt aber mit den Anlagen in der Au dann an Grenzen. Nockerberg an die Grenzen. „Wir sind noch am Rechnen.“, sagt Klaus N. Naeve, Vorstandsvorsitzender der Schörghuber Unternehmensgruppe. Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung gefällt sein.

Südlich von der Brauerei errichtet die BHB Projektgesellschaft Nockerberg gerade 27 Eigentumswohnungen (Bild links, auf der Karte: links unten, der kleine rote Gebäudeteil).

 

 

 

Eine weit größere Wohnanlage baut die zur Schörghuber-Gruppe gehörende Bayerischen Hausbau nur wenige Meter weiter östlich. Die so genannten Welfenhöfe entstehen südlich eines 1896 vom Stadtplaner Theodor Fischer angelegten Wohnquartiers, zwischen der Welfenstraße und den Bahngleisen entlang des Ostfriedhofs (in der Karte oben, das große rote Gebäude am unteren Kartenrand). In den Welfenhöfen werden 480 Wohneinheiten, zwei Kindertagesstätten, 8900 Quadratmeter an Büroflächen und 2200 Quadratmeter für Ladengeschäfte untergebracht sein.

Vor einem Jahr wurde der Grundstein gelegt, mittlerweile sind unter einem Wald von Baukränen die Betonwände emporgewachsen. Mit der Fertigstellung der Welfenhöfe wird zwischen Mitte und Ende nächsten Jahres gerechnet.

Für das neue Stadtquartier hat die Bayerische Hausbau Projektentwicklung gleich vier namhafte Architekturbüros betreut: 03 Architekten, Hild und K, Peter Ebner and friends sowie Stefan Forster.

 

 

Im westlichen Teil der Welfenhöfe liegt der Regerhof (Bild links, in der Karte: linker Teil des großen roten Gebäudekomplex).

Der von den Münchner Hild und K Architekten entworfene fünfgeschossige Trakt des Regerhofs enthält Büros und Ladenflächen. Zudem enthält er aber auch einen Wohnbereich: der von 03 Architekten gestaltete Abschnitt umfasst 106 Einkommensgeförderte Mietwohnungen sowie Mietwohnungen nach dem Münchner Modell. Diese Wohnungen werden nicht von der Bayerischen Hausbau, sondern von der Wohnungsgesellschaft GBW realisiert. 

 

 

 

In der Mitte der Anlage befindet sich der Löwenhof mit eigentlich zwei Innenhöfe: Der vom Frankfurter Architekten Stefan Forster entworfene Westriegel bildet gegenüber dem Regerhof den kleineren Löwenhof II, mit 87 Eigentumswohnungen unterschiedlicher Gestaltung und Größe (Bild links). Die Wohnungsfläche reicht von der 66 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnung bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung mit 135 Quadratmetern.  Auf der anderen Seite des großen LöwenHofs hat Forster den Ostriegel für 70 Mietwohnungen entworfen. 

Der Süd- und Nordriegels des LöwenHofs wurde von Peter Ebner und friends gestaltet. Das internationale Architektennetzwerk unter Leitung des ehemaligen Münchner Architekturprofessors Ebner  entwarf eine markante Fassade aus gezackten Reliefs. „Nord- und Südriegel des LöwenHofs enthalten 78 Eigentumswohnungen, die bereits bis auf eine alle verkauft sind“, erklärt Sabine Hagn von der Bayerischen Hausbau.

 

Forsters Ostriegel bildet auch die westliche Begrenzung des TassiloHofs. Die anderen Umfassungsbauten dieses Traktes wurde von den Münchner 03 Architekten mit 132 Eigentumswohnungen und sieben versetzten Stadthäuser gestaltet. „Von den Eigentumswohnungen des TassiloHofs und dem Westriegel zum Löwenhof II sind jeweils etwa zwei Drittel verkauft“, sagt Sabine Hagn. Der LöwenHof und der TassiloHof wurden Ende 2010 mit dem Architekturpreis ausgezeichnet. Von dem Namen des Preises „ Jung, schön und noch zu haben“ gilt das letzte Atribut daher nur noch eingeschränkt.

 

 

 

Das Viertel in Zahlen

Einwohner: Die obere Au hat selbst für München einen hohen Anteil an Single-Haushalte. Das Durchschnittsalter im Viertel liegt trotz des unterproportionalen Kinderanteils etwas unter dem Durchschnittsalter der Stadt.

Infrastruktur: Trambahn, aber relativ weit entfernt von S- und U-Bahn-Haltestellen. Grünanlagen (Ostfriedhof, Tassilogärten, Nockerberg) Schulen und Kita ausreichend.

Immobilien: Die Preise für Bestandswohnungen sind in den vergangenen 12 Monaten stark gestiegen, die für Neubauwohnungen sind zurückgegangen. Teuer sind besonders Altbauwohnungen.

Weitere Informationen:

Obere und Untere Au: Pläne für das Paulaner Areal