Mietshäuser in Passivbauweise

Passiv wohnen, aktiv sparen: schöne Aussichten für die zukünftigen Mieterinnen und Mieter der neuen Passivhäuser am Piusplatz in Berg am Laim. Das städtische Wohnungunternehmen GEWOFAG hat nun erstmals mit dem Bau von zwei Mietshäusern mit 32 Wohnungen in Passivbauweise begonnen, die im kommunalen Geschosswohnungsbau bislang die Ausnahme waren.

 

 

Die beiden Gebäude mit jeweils 16 Wohnungen sollen im Herbst 2012 fertig gestellt sein. Die Wohnungen, die zu 30 Prozent frei finanziert sind und zu 70 Prozent durch das „München Modell Miete“ gefördert werden, ergänzen eine Siedlung aus den 1930er-Jahren. Das Unteernehmen investiert rund 7,4 Millionen Euro in das Bauvorhaben. ‚Ä®‚Ä®Verglichen mit einem Haus das nach der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurde, können die zukünftigen Mieter durch den hohen Energiestandard des Passivhauses bis zu 60 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser sparen. Trotzdem sind die Wohnungen lichtdurchflutet, denn die GEWOFAG erreicht den Passivhausstandard nicht durch kleinere Fenster. Im Gegenteil – die Anlage ist mit französischen Fenstern und großen Balkonen nach Süden weit geöffnet. Dadurch bekommen die Wohnungen ein zusätzliches ‚grünes Zimmer’. „Die neuen Wohnungen in Passivbauweise sind also ideal für junge Familien, die hell und modern wohnen und trotzdem Energie und Heizkosten sparen wollen“, sagt Gordona Sommer, Geschäftsführerin der GEWOFAG.

„Die Passivhäuser verbinden klare und moderne Architektur mit innovativer, energiesparender Bauweise“, so Gordona Sommer.‚Ä®‚Ä® Kompakte Bauweise, gute Dämmung und kontrollierte Lüftung sind die Voraussetzungen für einen geringen Energieverbrauch. Geplant wurden die Häuser von dem Münchner Allmann Sattler Wappner Architekten. Die nach Süden geöffneten Fassaden sorgen für optimale Belichtung und Besonnung der Wohn- und Individualräume. Die großen Fensterflächen sind zwar einerseits potenzielle Wärmebrücken nach draußen, erzielen aber andererseits auch Wärmegewinne, die der Energiebilanz zu Gute kommen. Denn ein Passivhaus nutzt überwiegend Wärme aus passiven Quellen, das heißt aus der Sonneneinstrahlung und der Abwärme von Personen und elektrischen Geräten, und sorgt dafür, dass sie optimal genutzt wird. Ein Passivhaus darf maximal 15 kWh Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen und damit zehnmal weniger als ein herkömmliches Mehrfamilienhaus im bundesdeutschen Durchschnitt. Ein Wohngebäude, das nach der aktuellen Energieeinsparverordnung 2009 errichtet wurde, verbraucht immerhin noch knapp 90 kWh pro Quadratmeter und Jahr.‚Ä®‚Ä®

 

Wohnraum für Familien – behutsame Nachverdichtung ‚Ä®

Im Quartier rund um den Piusplatz fehlte es bislang an großen Wohnungen für Familien mit Kindern. Gleichzeitig boten sich die großzügigen Freiflächen zwischen den Bestandsbauten für eine bauliche Erweiterung an. So werden sich die Passivhäuser nach Fertigstellung wie selbstverständlich in die bestehende Siedlung einfügen und die Innenhöfe auf der bislang offenen Seite zur Oedkarspitzstraße abschließen. Die Weite und Aufenthaltsqualität der Grünanlagen bleibt damit für junge und alte Bewohner erhalten. Denn auch ältere Mieter werden von den neuen Passivhäusern profitieren, die durchgängig barrierefrei gebaut werden. Sie sind Teil eines umfangreichen Quartiersentwicklungsprogramms der GEWOFAG in Berg am Laim. Unter anderem hat die GEWOFAG dort bereits Gebäude saniert, Außenanlagen verbessert und neue Angebote für Familien und Senioren geschaffen. Für diese Quartiersentwicklung erhielt das städtische Wohnungsbauunternehmen den Bundespreis „Soziale Stadt 2010“.

 

Quelle: nach Pressemeldung GEWOFAG vom 21.06.11

Bilder: GEWOFAG