Bogenhausen: Atelier 5 plant Wogeno-Bau im Prinz-Eugen-Park

Die Münchner Genossenschaft Wogeno München eG  plant auf ihrer Fläche im Neubauquartier des Prinz-Eugen-Park den Bau von rund 80 Genossenschaftswohnungen. Den Realisierungswettbewerb gewannen nun mit ihrem Entwurf Atelier 5 Architekten und Planer AG in Bern.

 

In der Preisgerichtssitzung vom 3. Mai 2016 für die künftige Wohnanlage der Genossenschaft Wogeno im Prinz-Eugen-Park wurden in dem von der Wogeno in Zusammenarbeit und vertreten durch die Cohaus München GmbH in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München ausgelobten Realisierungswettbewerb folgende Preise vergeben:

1. Preis: Atelier 5 Architekten und Planer AG, Bern

2. Preis
: AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien

3. Preis
: Atelier Thomas Pucher ZT GmbH, Graz

„Das Preisgericht empfieht der Ausloberin einstimmig, die mit dem ersten Preis gewürdigte Arbeit des Büros Atelier 5 Architekten und Planer AG der weiteren Bearbeitung zu Grunde zu legen und dieses Büro mit den Planungsleistungen gemäß Auslobung zu beauftragen.“

Das Grundstück der Wogeno München eG befindet sich im Prinz-Eugen-Park, dem Neubauquartier auf dem ehemaligen Gelände der gleichnamigen Kaserne im Münchner Nordosten, im Bezirksteil Oberföhring des 13. Münchner Stadtbezirk Bogenhausen. Der Prinz-Eugen-Park wird als urbanes Wohnquartier mit insgesamt etwa 1800 Wohnungen für rund 4500 Menschen geplant.

Die Wogeno München eG ist eine relativ junge Münchner Genossenschaft. Sie plant auf ihrer Fläche rund 80 Genossenschaftswohnungen und legt dabei besonderes Augenmerk auf nachbarschaftliche Wohnformen auf Basis solidarischer Netzwerke. Die neue Wohnanlage soll den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern eine gute Nachbarschaft und eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität bieten. Neben dem differenzierten Wohnungsangebot für unterschiedliche Einkommensgruppen entstehen auch Sonderwohnformen, wie zum Beispiel eine „Clusterwohnung“ für eine fünfköpfige Wohngemeinschaft sowie „Jokerzimmer“ und „Flexizimmer“, die zeitlich befristet zur Wohnung dazu gemietet werden können, sowie zwei Gästeapartments.

Zum Maria-Nindl-Platz hin werden Flächen für ein Bistro, kleine Geschäfte und Gemeinschaftsräume orientiert, die den Quartiersplatz beleben. Die Wogeno München eG möchte mit ihrem Projekt an dieser Stelle neben den vielfältigen Wohnangeboten auch einen Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben des neuen Quartiers leisten.

In unmittelbarer Nachbarschaft hat für den Westteil des Wohnquartiers WA11 die Gewofag Wohnen GmbH bereits im Dezember 2014 einen Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Für die Freiraumgestaltung des kompletten Innenhofs wurde bei dem Wettbewerb ein Gesamtkonzept entwickelt und prämiert. Der Innenhof wird von beiden Grundstückseigentümerinnen der Teilbereiche gemeinsam auf Basis des ausgezeichneten Wettbewerbsbeitrags von HinnenthalSchaar LandschaftsArchitekten GbR aus München entwickelt.

Würdigung des Preisgerichts

„Mit der Gasse im Erdgeschoss, an der die gemeinschaftlichen Funktionen angeordnet sind, wird dem genossenschaftlichen Gedanken Rechnung getragen. Durch die zentrale und kompakte Anordnung der Nutzflächen für die Gemeinschaft südlich der Gasse wird die Kommunikation in hohem Maße gefördert. Zusätzlich ist auf dem östlichen Baukörper eine Dachterrasse zur gemeinschaftlichen Nutzung geplant.

Die Erschließung erfolgt mittels dreier offener Treppenräume, die auf jeder Etage über Laubengänge verbunden sind. Die Erschließung der Wohnungen im östlichen Bauteil erfolgt von der Ostseite, die Wohnungen haben ihre Hauptausrichtung zum Hof nach Westen. Die Erschließung der Wohnungen im nördlichen Bauteil erfolgt von der Südseite mit vorgelagertem Laubengang im Süden. Hier wird durch Eingangsterrassen und Aussparungen eine innovative Zonierung zur Wohnnutzung geschaffen. Diese Lösung ermöglicht zwar eine sehr kommunikative Erschließung, bedingt aber auch eingeschränkte Privatheit und Belichtung der südlichen Wohnräume.

Die Fassadengestaltung differenziert zwischen einer urbanen Platzfassade und den inneren Wohnhoffassaden. Die Platzfassade wird vom Preisgericht unterschiedlich bewertet, da sie zwar dem urbanen Charakter gerecht wird, nicht aber den genossenschaftlichen Gedanken nach außen trägt.

Durch ein modulares System mit immer gleichem Achsmaß lassen sich die benötigten unterschiedlichen Wohnungsgrößen realisieren. Zudem erlaubt es eine sehr flxible Grundrissgestaltung. Die geplante Schottenkonstruktion und die gleichen Achsabstände lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten. Allerdings werden die förderfähigen Wohnungsgrößen bei den meisten Wohnungstypen überschritten, die Bewegungsflächen in den Wohnungen für die Barrierefreiheit sind zum Teil nicht ausreichend. Eine Überarbeitung der Grundrisse beziehungsweise der Achsmaße wäre diesbezüglich erforderlich.

Das Projekt erhält hohe Zustimmung, da die Arbeit die Idee genossenschaftlichen Wohnens überzeugend umsetzt, eine wirtschaftliche Realisierung erwarten lässt und der gewünschte Wohnungsschlüssel mit dem modularen System innerhalb der Förderkriterien vermutlich realisiert werden kann - das müsste jedoch einer genaueren Überprüfung unterstellt werden.“

Ausstellung der Entwürfe

Am Montag, 30. Mai, eröffnen Stadtdirektor Walter Buser vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung und Thomas Kremer, Vorstand der Genossenschaft Wogeno, die Ausstellung um 18 Uhr

Zeit: Die Ergebnisse können von 31. Mai bis 10. Juni von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Ort: Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28b, Raum 17 im Hochhaus-Foyer

Quelle: Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München

Bilder: Visualisierung mit Perspektive vom Maria-Nindl-Platz, Lageplan und Grundriss nach Entwurf von Atelier 5 Architekten und Planer AG, Bern