Wintersaison: Sinkende Preise bei Ferienimmobilien in den Alpen

Der kürzlich veröffentlichten Researchanalyse Alpine Property Market Spotlight von Savills World Research und Alpine Holmes zufolge werden im Alpenraum aktuell mehr Ferienimmobilien verkauft. Zu allerdings niedrigeren Preisen. Besonders in Frankreich gingen die Preise deutlich zurück.

 

Laut der Studie gab es allerdings an den absoluten Topmärkten wenig Veränderungspotenzial. An der Spitze liegt beispielsweise in Frankkreich nach wie vor Courchevel 1850 (Bild oben), wo Kaufpreise von bis zu 34.200 Euro pro Quadratmeter erzielt werden

„Vor 12 Monaten prognostizierten wir für den alpenländischen Immobilienmarkt eine längere Periode Sonnenscheins und blauen Himmels“, so Jeremy Rollason, Managing Director bei Alpine Homes. „Vor dem Hintergrund des Aufschwungs der Weltkonjunktur, des gestiegenen Vertrauens in die Märkte sowie der Beschäftigungssicherheit schien diese Aussage naheliegend. Auf Seiten britischer Käufer kam noch die anhaltende Stärkung des Sterling hinzu.“

Mit einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr setzt sich die positive Entwicklung der Transaktionsvolumina am alpenländischen Immobilienmarkt fort, wobei dieser Trend jedoch nicht zwangsläufig auf steigende Preise hindeutet. Obwohl die Käufer aus oben genannten Gründen zunehmend aktiver werden, können die Preise im alpenländischen Raum bislang nicht mit dem Preisanstieg in UK, insbesondere in London, Schritt halten.

Schweiz

Ihre Position außerhalb der EU verleiht der Schweiz den Status einer attraktiven Oase für die Ansiedlung von Vermögen, so dass die dortigen Ferienorte generell mit einem Preisaufschlag versehen sind. So können zum Beispiel die Preise in Verbier bis zu 22.400 Euro pro Quadratmeter bzw. 80 % über dem Durchschnitt liegen. Es ist daher nicht überraschend, dass die fünf Schweizer Ferienorte Gstaad, St. Moritz, Zermatt, Verbier und Crans Montana unter den Top-10 des Savills Ultra Prime Resorts Index zu finden sind.

Das familienfreundliche Saas Fee zeichnet sich durch eine lange Saison und gute Schneeverhältnisse aus. Mit durchschnittlich 4000 - 8000 Euro pro Quadratmeter ist das Preisniveau jedoch vergleichsweise niedrig.

Jeremy Rollason sagt: „Verbier und die Skiregion „Les 4 Vallées“ sind populärer denn je und gelten als erste Adresse für viele internationale Käufer. Die Einschränkungen durch das neue Lex Weber werden in den nächsten ein bis zwei Jahren greifen, sobald das vorhandene Angebot absorbiert ist. Das Gesetz begrenzt die Zahl der Zweitwohnsitze auf maximal 20 % des Gesamtwohnfläche-bestands. Preisanstiege in den führenden Schweizer Feriengebieten werden sich nicht vermeiden lassen, obwohl auf dem Markt für Gebrauchtimmobilien noch einige Kaufgelegenheiten zu finden sind.“

Österreich

Österreich hat vergleichsweise erschwingliche Preise, zwei Saisons, eine vielfältige Kultur und attraktive Mietrenditen vorzuweisen, was das Land für Käufer, die das Optimum für ihr Geld wollen, zu einer ersten Adresse macht. Tatsächlich sind die Mietrenditen für Immobilien in österreichischen Skigebieten mit ca. 5 - 7 Prozent brutto etwa doppelt so hoch wie in Frankreich oder der Schweiz.

Mit Quadratmeter-Kaufpreisen zwischen 8000 und 15.000 Euro ist Kitzbühel der einzige österreichische Urlaubsort unter den Top-10 im Savills Ultra Prime Resorts Index. Für Käufer, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, sind Bad Gastein oder Zell am See interessant. Hier sind die Objekte günstiger, und es herrschen durchschnittliche Wintersportverhältnisse vor, wobei Zell am See in der Regel auch eine starke Sommersaison hat. Ischgl, das Ibiza der Alpen, wird als Standort hervorgehoben, den es zu beobachten gilt. Hier liegen die Preise bei unter 4.000 Euro pro Quadratmeter.

Frankreich

Der Immobilienmarkt in den französischen Alpen beginnt sich wieder zu stabilisieren, und die Käufer finden gute Investitionsgelegenheiten vor.

Im Topsegment des Marktes dominiert nach wie vor Courchevel 1850, wo Kaufpreise von bis zu 34.200 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Allerdings sollten Käufer, die Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen, auch St. Gervais in Betracht ziehen, das mit Quadratmeterpreisen unter 4.000 Euro eine erschwingliche Alternative zu dem bekannteren Megève darstellt.

Im nächsten Jahr werden sich alle Augen auf Méribel richten, das mit der Ausrichtung des Ski-Weltcup-Finales internationales Terrain betreten wird. Hier bewegt sich das Kaufpreisniveau zwischen 8.000 und 19.000 Euro pro Quadratmeter. Bei zunehmender Bedeutung des Standortes ist Steigerungspotenzial gegeben.

Die Kosten eines Skiurlaubs

Aufgrund der geographischen Lage und Höhe ist Savills World Research zufolge die Saison in den Ferienorten in der Schweiz prinzipiell am längsten und der Schnee am tiefsten. Gleichzeitig sind damit aber auch die Kosten für Skipässe, Verpflegung und Unterbringung entsprechend höher. Dies spiegelt sich im Savills Kakao Index wider, der die Kosten einer Heißen Schokolade auf dem Berg gegenüberstellt. So zahlt ein Skifahrer in Gstaad für das Getränk mehr als 6,00 Euro und damit doppelt so viel wie im österreichischen Bad Gastein.

In den französischen Skiregionen hat die Saison eine mittlere Dauer, die Schneehöhen sind gut. In besonders schneereichen Orten wie Val d’Isère kann die Saison durchaus bis April andauern. In Morzine ist die Saison kürzer, jedoch kostet ein Skipass mit 176 Euro annähernd 100 Euro weniger als in Val d’Isère.

In den österreichischen Wintersportorten ist die Skisaison am kürzesten und die durchschnittliche Schneehöhe relativ niedrig. Sowohl die Kosten als auch die Immobilienpreise haben hier einen Tiefststand erreicht, was sich positiv auf die Bruttomietrenditen auswirken kann.

Weitere Informationen:

Savills: Alpine Property Market 2014/15

Skiorte: Wintersaison 2012-2013

Über Savills

Savills ist eines der führenden, weltweit tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmen mit Hauptsitz und Börsennotierung in London. Das Unternehmen wurde 1855 gegründet und blickt auf eine lange Geschichte mit überwältigendem Wachstum zurück. Savills setzt Trends statt ihnen zu folgen und verfügt heute über mehr als 600 Büros und Partner in Amerika, Europa, Afrika, dem asiatisch-pazifischen-Raum sowie dem Nahen Osten mit insgesamt über 27.000 Mitarbeitern.

Quelle: Pressemeldung Savills 28.102014

Bilder: Courchevel 1850 vom Ballon; Nikgrech