Studienanfänger wohnen teurer

Zwei Studien zeigen, dass in München zum Wintersemester (WS) die höchsten Mieten unter den Hochschulstandorten verlangt werden. Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat die Mieten für Studentenwohnungen und das Empirica Institut die Mieten für ein Zimmer in einer WG untersucht.

 

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird für Studenten immer schwieriger. Dies gilt für viele Hochschulstandorte, vor allem aber für München. 

Das zeigt der vom Deutschen Real Estate Funds, dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Immobilienscout24 soeben veröffentlichte Mietpreisindex. Die Preise für Studentenwohnungen steigen oft stärker als der lokale Gesamtmarkt – in Berlin und München beträgt die Differenz rund zehn Prozentpunkte. Die Isarmetropole liegt bei den Mieten für eine typische Studentenbude (30 Quadratmeter) mit 615 Euro (2010: 522 Euro) an der Spitze. Am günstigsten ist Leipzig mit 316 Euro. Berlin liegt mit 407 Euro im Mittelfeld.

Die Mieten für Studentenwohnungen seit 2010 nirgends so stark ge- stiegen wie in Berlin, nämlich um 37 Prozent. Auf Platz zwei liegt mit Osnabrück – plus 25 Prozent – eine der kleineren Studentenstädte. „Dafür ist vor allem die zu geringe Bautätigkeit verantwortlich“, erklärt IW-Immobilienökonom Philipp Deschermeier. In kleineren Städten schlägt die hohe Nachfrage – aufgrund steigender Studentenzahlen und Zuwanderung – tendenziell stärker auf die Mieten durch als in Metropolen. Doch auch München (plus 25 Prozent) und Stuttgart (plus 21 Prozent) haben stark zugelegt. In Frankfurt, Bonn und Heidelberg fiel der Anstieg mit 8 bis 14 Prozent moderat aus. „Die studentischen Einkommen können da kaum noch mithalten“, warnt IW Immobilie nexperte Michael Voigtländer. „Die Kommunen müssen endlich handeln und vor allem mehr Bauland ausweisen.“ Auch sollte das Baurecht dereguliert werden, damit Inves- toren leichter in den Wohnungsmarkt einsteigen können. Nur wenn die Zahl der Woh- nungen steigt, wird sich der Markt zumindest etwas entspannen. „Auch die kleineren Studentenstädte sind aufgrund der aktuellen Entwicklung für Investoren sehr attraktiv“, betont Felix Bauer, CEO der Deutsche Real Estate Funds.

Wie eine aktuelle Auswertung des Berliner Empirica Instituts zeigt, ist auch das Wohnen in Wohngemeinschaften (WGs) kaum günstiger. Auch hier ist München für Studienanfänger zum WS 2016/2016 mit einer Warmmiete von 503 Euro für ein Standard-WG-Zimmer (unmöbiliert, 10 - 30 qm) am teuersten (siehe Grafik links). Die günstigsten Angebote gibt es in Greifswalt, Halle und Magdeburg (je 250 Euro) und in Chemnitz (220 Euro).

Weitere Informationen:

IW-Köln: Mietpreisindex für studentisches Wohnen Herbst 2016

Empirica Institut: Mieten für Wohngemeinschaften in Unistädten – WS 2016

 

Quellen Pressemeldungen IW Köln, Empiria Institut im Oktober 2016

Bildnachweis: LMU an der Ludwigstraße, Foto: Ulrich Lohrer