Studentenbuden für Anleger

Einige Eltern kaufen ihren Sprößlingen gleich die Studentenbude: Bei einem Mietvertrag mit ihren Kindern können sie Finanzierungskosten und Abschreibung auch steuerlich geltend machen.

„In guten Lagen sind im Schnitt zwischen fünfeinhalb und sieben Prozent Rendite möglich. Bei anderen Wohnimmobilien sind es lediglich drei bis vier Prozent“, sagt Rainer Ott, Vorstand der Ott Investment AG in Schlüsselfeld, die sich auf die Vermittlung von Studentenwohnungen spezialisiert hat. Ein Grund für die hohe Mietrendite sei auch die relativ hohe Fluktuation der Mieter. Weil die Studenten in der Regel nur zwei bis vier Jahre wohnen bleiben, lässt sich bei Neuvermietung die Miete dann ohne Widerstand auch immer bis zum Niveau des örtlichen Mietspiegels anpassen.

Auch Projektentwickler reagieren auf die große Nachfrage nach Studentenwohnungen. So baut die Jost Vermögensverwaltungs- und Beteiligung in das Garching Living Center. Mit 21 Quadratmetern Wohnfläche weisen die Wohnungen zwar die übliche Größe von Studentenwohnungen auf, die Ausstattung ist aber alles andere als spartanisch: maßgefertigte Inneneinrichtung mit Flachbildschirm, gemeinsame Bibliothek, Fitness-Raum sowie Dachgarten mit Sauna. Die Miethöhe für Studenten beträgt pro Appartement 545 € warm inklusive der kostenlosen Nutzung aller Community-Einrichtungen. Komfort für Studenten – man könnte sich fragen, ob das Investment wirklich aufgeht. Immerhin verfügen Dtudenten im Durchschnitt über ein Monatsbudget um die 800 Euro. Allerdings zeigt die Sozialerhebung der Studentenwerke Deutschland, dass es auch Studenten mit einem monatlichen Spielraum von über 1000 Euro gebt.

„Unsere Kunden leben zu Hause in schönen Häusern oder großen Wohnungen, fahren mit dem Cabrio schick in den Urlaub und sollen sich dann fürs Studium eine „Bude“ nehmen oder über Monate eine Wohnung suchen?“, fragt Jürgen Jost, Geschäftsführer der Jost Unternehmensgruppe. „Im GLC kommt man mit Koffer an und kann sofort losstudieren – es ist alles da, und das vom Feinsten.“

Für Anleger liegt der Preis der Zimmer inklusive Möblierung bei 120.000 Euro. Es sind gesamt 276 Appartements, die zum Verkauf stehen. „In unserer Marktlücke bedienen wir eine kleine, aber äußerst kaufkräftige Kundengruppe“so Jost. ,„Komfortwohnungen für Studenten gibt es im Großraum München praktisch nicht.“ Jost hält eine ansehnliche Rendite für Anleger für wahrscheinlich.

Die Regensburger Lambert Holding baut mit dem „Studio M“ ebenfalls Studentenwohnungen: In der Knorrstraße am Petuelpark wird ein sechsstöckiges Gebäude errichtet, der Preis für die etwas einfacher ausgestatteten Zimmer liegt bei 110.000 Euro pro Apartment.

Anleger sollten berücksichtigen, dass die Studentenzahlen nach dem G8-Sondereffekt wieder zurückgehen werden. „Der geringe Anteil an Unterkünften in Studentenwohnheimen spricht aber dafür, dass der Bedarf an günstigen Wohnungen für Studenten auch danach hoch bleibt“, beruhigt Heike Piasecki.

Ähnlich wie Spezialfonds in den USA und Großbritannien, offeriert die Frankfurter Youniq AG Studentenwohnungen in Deutschland für institutionelle Investoren. Da jedoch hier Erfahrungswerte fehlen, wird sich diese eigene Anlageklasse wohl nur langsam etablieren. In München beginnt sie dieses Jahr mit dem Hochbau von 80 Studentenwohnungen in Milbertshofen und von 123 Apartements in Freimann. „Bereits jetzt in der Bauphase liegen uns Mietanfragen vor, so dass wir für dieses und das Projekt in Milbertshofen mit einer schnellen Vollvermietung rechnen“, sagt Carolin Frohnauer, von der Agentur Business Network, die für die Youniq AGin München die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Gestaltet wurden die Apartments in modularer Bauweise von dem südtiroler Stardesigner Matteo Thun.

Informationen für Studenten, die Wohnungen in München suchen, finden Sie hier