Wo Studenten in München unterkommen

Dieses Jahr wird in München eine Rekordnachfrage nach Studentenunterkünften erwarten. Welche Möglichkeiten sich für Studenten bieten. Für Bayern ist die Aussetzung der Wehrpflicht von besonderer Brisanz“, stellte Wolfgang Heubisch (FDP), Wirtschaftsminister des Freistaates, kürzlich fest.

 

Statt in die Kaserne ziehen viele Abiturienten an den Campus. Und wegen der verkürzten Gymnasialzeit (G8) verlassen zudem 2011 auch gleich zwei Abiturjahrgange die Schulen.

Für sie wird es schwer werden, günstige Unterkünfte zu finden. Nach den aktuellsten Zahlen (WS 2009/2010)gab es in München 91.500 Studierende. Zwar ist die Landeshauptstadt der weitaus größte Wohnungsmarkt unter den bayerischen Hochschulstandorten, zugleich aber auch der teuerste. Studenten geben in München mit durchschnittlich 348 Euro bundesweit am meisten für Wohnen aus. Der Anteil der Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen, ist deshalb in München mit 28 Prozent deutlich höher als der Bundesdurchschnitt (23 Prozent).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Option Studentenwerk

Auch wenn dieser Anteil steigen könnte, wird der Großteil der Studienanfänger nicht im Hotel Mama übernachten. Die günstigste Unterkunft nach dem Zimmer daheim ist das Studentenwohnheim. Nach der Sozialerhebung des Studentenwerk München kostet ein Zimmer im Durchschnitt rund 268 Euro im Monat, die Spanne reicht von 170 bis 450 Euro.

„Wir haben zur Zeit rund 10.500 Wohnplätze“, sagt Ingo Wachendorfer vom Studentenwerk München. Die Qualität der Einrichtungen ist heterogen. Neben Neubauten, wie den Wohnheimen Felsennelkenanger und Stiftsbogen, ist der Großteil der Gebäude in den 1960er und 1970er Jahren errichtet worden und weist oft noch den damaligen Standard auf: gemeinsame Küchen und Bäder auf den Etagen.

Durch die Sanierung der beiden Studenten-Hochhäuser im Olympiapark soll sich das Angebot zum Wintersemester 2011/12 um 435 Plätze erhöhen. „Zudem führen wir mit externen Wohnungsanbieter Verhandlungen für etwa 500 Wohnplätze“, sagt Wachendorfer vom Studentenwerk München.

Trotz der im Vergleich des Bundesdurchschnitt relativ großen Angebot an Studentenwohnungen in München, hat nicht jeder Student Anspruch auf diesen geförderten Wohnraum. Die Zulassung oder Immatrikulation an einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks München muss im Semester der Anmeldung für das Wintersemester bis 14.11., für das Sommersemester bis 14.05. vorgelegt werden. Generell muss die Zulassung oder die Immatrikulation vorgelegt werden.   Bewerben können sich nur Studierende, deren monatliches Einkommen den BAföG-Höchstsatz nicht übersteigt. Die Bewerbung ist nur bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres möglich. Als Ausnahme gelten so genannte Härtefälle. Gründe für die Anerkennung als Härtefall sind beispielsweise  Behinderungen, Erkrankung oder eine Schwangerschaft. Auch alleinstehende Studierende mit Kind werden bevorzugt. Finanzielle Probleme können nicht berücksichtigt werden. Für Studierende, deren Eltern im Einzugsbereich des Münchener Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) wohnen, ist eine Bewerbung nicht möglich.

Zudem gibt es je nach Wohnanlage unterschiedliche Wartezeiten zwischen etwa einem bis vier Semestern. Sie können sich aufgrund von Wohnzeitverlängerung, Umbaumaßnahmen erhöhen. Die zum Zeitpunkt der Bewerbung angegebene Wartezeit bietet daher keine Garantie für einen möglichen Einzug.

Über weitere Details informiert das Studentenwerk München in ihrem Internetauftritt.  

 

Wohnheime von kirchlichen Trägern

Hinzu kommen Wohnheimplätze kirchlicher und privater Träger. „Insgesamt gibt es in München etwa 12.300 Wohnheimplätze für Studenten“, schätzt Heike Piasecki, Niederlassungsleiterin München des Analysehaus BulwienGesa. Die Katholische Studentenwohnheime in der Erzdiozese München und Freising verfügen über 19 Wohnheime im Großraum München. Die meisten dieser Wohnheime verfügen über einen Internetauftritt, der mit der Hauptseite der Katholischen Studentenwohnheime in München verlinkt sind.

Auch der Verein Evangelische Studentenwohnheime München (www.eswm.de) im Großraum München vier Wohnheime: das Hugo-Maser-Heim in der Arcisstraße 31, das Ökumenische Studentenwohnheim im Steineckeweg 4, das Georg-Lanzenstiel-Haus in der Kieferngartenstraße 12 und das Hochschulhaus Garching (Enzianstraße 5 bis 7).

 

Studentenwohnheime freier Träger

Auch Projektentwickler reagieren auf die große Nachfrage nach Studentenwohnungen. Die Mieten liegen aber mit etwa 500 Euro aufwärts eher im oberen Bereich. So baut die Jost Vermögensverwaltungs- und Beteiligung in das Garching Living Center (www.glc-garching.de). Mit 21 Quadratmeter Wohnfläche weisen die Wohnungen zwar die übliche Größe von Studentenwohnungen auf, die Ausstattung ist aber alles andere als spartanisch: Maßgefertigte Inneneinrichtung mit Flachbildschirm, gemeinsame Bibliothek, Fitness-Raum sowie Dachgarten mit Sauna. „In unserer Marktlücke bedienen wir eine kleine, aber äußerst kaufkräftige Kundengruppe“, erläutert Jürgen Jost, Geschäftsführer der Jost Unternehmensgruppe.

Die Regensburger Lambert Holding baut mit dem „Studio M“ (www.studenten-apartment.de) ebenfalls Studentenwohnungen: In der Knorrstraße in der Nähe zum Petuelpark wird ein sechsstöckiges Gebäude errichtet.

Schließlich ist auch die Younig AG aus Frankfurt als Bauherr für Studentenwohnungen in München tätig. Dieses Jahr beginnt sie mit dem Hochbau von 80 Studentenwohnungen in Milbertshofen und von 123 Appartements in Freimann. Entworfen wurden die Appartements von dem Stardesigner Matteo Thun.

 

Sozialer Anschluss in der WG

Der Großteil der Studenten, etwa 60 Prozent, ist jedoch auf eine Unterkunft am freien Wohnungsmarkt angewiesen. Häufigste Variante ist eine Bleibe in einer Wohngemeinschaft. Bundesweit sind mehr als ein Viertel der Studenten in WGs untergebracht. Neben den Aushängen an den üblichen Orten wie Studentenwohnheime, Mensa gibt es auch Vermittler und Internetplattformen die sich darauf spezialisiert haben, wie beispielsweise www.studenten-wohnung.de und www.easywg.de.

 

Private Einzelzimmer und Wohnungen

Meist am teuersten ist dagegen der alleinige Bezug von Wohnungen. Ein Angebot von günstigen Unterkünften bietet beispielsweise die Privatzimmervermittlung des Studentenwerk München an.

Die Durchschnittsmiete der im Jahr 2009 vermittelten 2400 Zimmer lag bei 268 Euro pro Monat (siehe Grafik).

Zudem können natürlich auch Zimmer und Wohnungen eigenständig am Münchener Wohnungsmarkt gesucht werden. Eine große Teil des Abgebvots wird über die Internetportale www.immonet.de, www.immopool.de, www.immowelt.de, www.immobilienscout24.de/www.planethome.de oder dem Immobilienvermittlungsportal der Süddeutschen Zeitung  angeboten.

Viel Glück!