München: Stadtbaurätin Merk legt Werkbericht vor

Anlässlich der Immobilienmesse Expo Real veröffentlicht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung unter Stadtbaurätin Elisabeth Merk seinen ersten Werkbericht. Die 60 Seiten starke Broschüre informiert über aktuelle Großprojekte, Planungen und Perspektiven in München.

 

Der starke Bevölkerungszuwachs aufgrund der hohen Zuzüge wegen des attraktiven Arbeitsplatzstandortes München stellt die Stadtplaner vor großen Herausforderungen. Um die hohe Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, müssen neue Wohnflächen ausgewiesen werden, die zudem für Projektentwickler noch erschwinglich sind, damit Mieten noch bezahlbar bleiben. „ Heute entwickelt sich die Stadt räumlich nicht mehr in konzentrischen Abfolgen von innen nach außen, sondern an vielen Stellen gleichzeitig“, so die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk in dem soeben veröffentlichten Werkbericht 2014. „Es sind nicht nur die großen Umstrukturierungsprojekte wie die Konversion der ehemaligen Kasernenflächen, die zu lebendigen neuen Stadtquartieren umgestaltet werden, sondern ebenso viele einzelne Projekte, die der Stadt nach und nach ein neues Gesicht geben.“

Der Werkbericht 2014 gibt einen Überblick über die größten Stadtentwicklungsprojekte München. Dazu zählt vor allem aufgrund der Größe die Errichtung des neuen Stadtquartiers Freiham, im dem künftig 20.000 Einwohner in 8000 neuen Wohnungen leben sollen. Ebenfalls eindrucksvoll sind die Planungen für die Bebauungen im Nordosten von München im Stadtbezirk Bogenhausen mit künftig 10.000 Einwohnern, wo allerdings sich die Planungen erst in einem Frühstadium befinden. Zu den Konversionsflächen, für die bereits ein bebauungsplan absehbar sind oder bestehen oder in denen bereits gebaut wird zählen zum Beispiel das Areal der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann, das Gebiet an der Paul-Gerhard-Allee in Pasing-Obermenzing,  das Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne  an der Cosimastraße (Bogenhausen) und der ehemaligen Funkkaserne.

Oft stehen dabei die Interessen der Anwohner mit denen der Wohnungssuchenden, die derVermieter mit den Eigentümern im Gegensatz. Jeder spricht sich für bezahlbaren Wohnraum aus, Baustellen in der Nachbarschaft oder die Verdichtung der Wohnviertel stossen jedoch auf heftigen Widerstand der Anwohner. Der starke Miet- und Immobilienpreisanstieg der vergangenen fünf Jahre spiegelt das zu knappe Angebot an Wohnraum wieder. Lange Zustimmungsprozesse der Lokalbaubehörde und bürokratische Vorgaben schrecken aber Projektentwickler genauso ab wie geringe Nettoanfangsrenditen aufgrund überproportional gestiegener Preise im Verhältnis zu den Mieten. Die Planungsbehörden versucht durch Bürgerbefragungen die Anwohner bei Projektentwicklungen einzubinden – dies kann helfen Widerstände abzubauen, kann aber auch die Kosten und die Dauer von Projektentwicklungen in die Höhe treiben.

Ein weiteres Credo der Stadtverwaltung lautet: „ Es ist und bleibt die Kernaufgabe des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, mit einem breiten Angebot, der Münchner Mischung, dafür zu sorgen, dass eine sozial ausgewogene Bevölkerungsmischung in der Mitte der Stadt erhalten wird“ (Elisabeth Merk). Die Stadt will Luxusviertel für Reiche verhindern und fördert daher auch Wohnraum für Bezieher geringer Einkommen oder begrenzt  die Miete in teueren innerstädtischen Lagen. Die soziologisch begründete Durchmischung ist ökonomisch gesehen allerdings eine extreme Verschwendung knapper Resourcen. Steuergelder, für die auch einkommensschwache Einwohner aufkommen müssen, die aber nicht in den Genuss einer geförderten Wohnung kommen, werden in Gebiete investiert, für die in andere Stadtviertel deutlich weniger Gelder investiert werden müssten.

 

Weitere Informationen:

Landeshauptstadt München: Werkbericht 2014 (kostenloses Download im Bereich Veröffentlichungen)

 

Quellen: Landeshauptstadt München – Referat für Stadtplanung und Bauordnung;

Bilder: Referat für Stadtplanung und Bauordnung;