Münchner Wohnungsbarometer: Mietanstieg schwächt sich ab

Die erhöhte Fertigstellung im Wohnungsbau scheint zumindest den Mietanstieg zu dämpfen. Nach dem Wohnungsbarometer stiegen 2017 die Erstbezugsmieten um 3,9 Prozent und die Wiedervermietungsmieten um 6,7 Prozent.

 

Laut dem soeben veröffnetlichten Wohnungsbarometer 2017 der Stadt München liegen die Wiedervermietungsmieten in München aktuell im Durchschnitt bei 16,77 Euro und die Erstbezugsmieten (Neubau) bei 19,65 Euro pro Monat und Quadratmeter. Der Wohnungsbarometer ist das Ergebnis einer Auswertung verschiedener Mietanzeigen, vor allem des Immobilienportals immobilienscout24 und der „Süddeutschen Zeitung“.

Während der Anstieg der Wiedervermietungsmieten von Bestandswohnungen mit 6,7 Prozent weiterhin etwa so hoch wie in den beiden Vorjahren (6,3 Prozent) ausfiel, ist bemerkenswert, dass sich der Anstieg der Erstbezugsmieten von Neubauwohnungen 2017 mit 3,9 Prozent gegenüber dem Anstieg 2016 und 2015 (jeweils 11,2 Prozent) deutlich abgeflacht hat. Der Grund ist in den 2017 deutlich gestiegenen Mietangeboten von Neubauwohnungen gegenüber 2016 zu finden, während sich das Wiedervermietungsangebot kaum geändert hat (siehe Grafik links). Dies bestätigt die Ansicht, dass zumindest im Mietwohnungsmarkt ein erhöhtes Angebot den Mietanstieg dämpft.

Der Anstieg der Wiedervermietungsmieten betrifft vor allem die kleineren Wohnungen mit bis zu 60 Quadratmetern Wohnfläche, während die Preise für größere Wohnungen im Vergleich etwas moderater angestiegen sind. In diesem Jahr sind die Quadratmeter- mieten – mit Ausnahme von Feldmoching-Hasenbergl – in allen Wohnungsmarktgebie- ten gestiegen. Dabei wurden die höchsten Steigerungen in Höhe von über zehn Prozent hauptsächlich in den zentralen Innenstadtlagen verzeichnet.

Wie auch in den Vorjahren werden in den Innenstadtlagen die höchsten Mieten erreicht. Zum Stadtrand hin sinken die durchschnittlichen Nettokaltmieten tendenziell ab. Einflüs- se unterschiedlicher Wohnlagequalitäten scheinen dabei weniger bedeutend als die Entfernung zum Zentrum. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die teuersten Wohnungsmarktgebiete Münchens derzeit rund 3,00 Euro je Quadratmeter über dem städtischen Durchschnitt liegen. Die Mieten in günstigeren Wohnungsmarktgebieten lie- gen hingegen bis zu knapp 3,50 Euro je Quadratmeter unterhalb des städtischen Durchschnitts.

Hohes Kaufpreisniveau trotz etwas gestiegenem Angebot

Erstmalig wurden im Wohnungsbarometer auch Kaufangebote analysiert und durchschnittliche Angebotspreise für die Einzelquartale der Jahre 2015 bis Mitte 2017 veröffentlicht. Insbesondere für das Neubausegment kann ein hoher Anstieg der Fallzahlen ab der Jahresmitte 2016 beobachtet werden. Auch hier dürfte dies auf die vermehrte Bautätigkeit und den damit verbundenen höheren Fertigstellungszahlen zurückzuführen sein. Wohnimmobilien im Neubau werden für durchschnittlich rund 8.000 Euro je Quadratmeter und auf dem Bestandsimmobilienmarkt für rund 6.600 Euro je Quadratmeter angeboten. Unabhängig vom Marktsegment finden sich die teuersten Kaufangebote in der Altstadt und im Lehel. Hier werden zum Teil Kaufpreise von knapp 15.000 Euro je Quadratmeter verlangt.

In der Regel entwickelt sich die Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt parallel zur allgemeinen Wirtschaftslage, jedoch hinkt der Wohnungsmarkt der allgemeinen Wirtschafts- und Konjunkturentwicklung meist zeitlich etwas hinterher. Der früher beobachtete, zehnjährige Konjunktur- und Mietenzyklus in München scheint sich weiter zu verlängern.

Der Münchner Wohnungsmarkt bleibt weiterhin stark angespannt, über alle Größen- klassen und Wohnungsmarktgebiete hinweg war auch im Jahr 2017 ein Anstieg der Mieten und Kaufpreise für Immobilien in München zu verzeichnen. Die hohe bzw. kontinuierlich steigende Nachfrage bei einem zu geringen Angebot hält weiter an.

Es ist davon auszugehen, dass die Preissteigerungen ohne den hohen Neubau und ins- besondere den Neubau von geförderten Wohnungen sowie den langjährigen und intensiven Einsatz des städtischen Instrumentariums zur Schaffung und zum Erhalt be- zahlbaren Wohnraums noch höher ausgefallen wären.

Quelle: Wohnungsbarometer 2017

Weitere Informationen:

Landeshauptstadt München: Wohnungsbarometer 2017