München bleibt bei Mieten Spitze

Den höchsten Anstieg im Jahresvergleich verzeichnete nach Studien zu den Wohnungsmärkten dutscher Großstädte von Jones LangLaSalle München mit 20 Prozent Zuwachs. Ein zweistelliges Wachstum zeigten auch Hamburg, Berlin und Frankfurt, um mehr als fünf Prozent verteuerten sich angebotene Wohnungen in Düsseldorf. Stuttgart folgt mit vier Prozent bei etwas geringerer Dynamik als im Vorjahr. Nahezu auf Vorjahresniveau blieben die Kaufpreise schließlich in Köln und Leipzig.

 

Ein Grund für den Preisanstieg sei der starke Bevölkerungszuwachs, so die Analysten von Jones Lang LaSalle (JLL). Seit dem Jahr 2006 habe die bayerische Landeshauptstadt einen Bevölkerungszuwachs von vier Prozent verzeichnet. Bemerkenswert sei der hohe Anstieg von Familienhaushalten. „ Es zeigt sich auch, dass die Stadt zunehmend Familien anzieht. Das Haushaltswachstum war stadtweit mit etwa 2 % allerdings nur halb so hoch wie das generelle Bevölkerungswachstum und in einigen Stadtquartieren sank die Zahl der Haushalte sogar. Möglichweise ist die Stadt hier an einem Wen- depunkt angelangt, an dem die Zahl der Singlehaushalte nicht weiter zunimmt.“

 

Der starken Nachfrage nach Wohnraum steht ein nur langsam wachsendes Angebot gegenüber. „Die im Jahr 2010 fertig gestellten 4400 Wohneinheiten sind bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein des Münchener Wohnungsmarktes.“ Aufgrund der Flächenknappheit setze die Stadt auf drei Entwicklungsstrategien. Eine Verbesserung der Wohnsituation durch eine Umstrukturierung von Mischgebieten wird testweise im Areal um die Botschetsrieder Straße erprobt. Die zweite Strategie beinhaltet die Nachververdichtung von dünner besiedelten Stadtarealen auch auf die Gefahr von Nutzungskonflikten hin. Schließlich werden auch neue Wohngebiete am Stadtrand erschlossen. In den Fokus geraten hier Areale im Nordosten der Stadt, wo westlich der S-Bahnlinie 8 neue Baufelder erschlossen werden, um dem Wachstum zu begegnen.

 Bei den Wohnungsmieten gab es in Berlin und München im Jahresvergleich noch einmal einen stärkeren Anstieg als im Vorjahr. In Hamburg wird das zweite Jahr in Folge ein Anstieg um 8 Prozent notiert. Nach einem nahezu stabilen Vorjahr haben die Mietpreise in München, der mit Abstand teuersten Stadt, 2011 deutlich  – um sieben Prozent – angezogen.„Die Auswertung der Mietangebote auf Stadtebene ergab einen Medianmietpreis von 13,95 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen, die ab 2006 errichtet wurden. Wohnungen in Altbauten kosten hingegen im Mittel 14,50 Euro pro Quadratmeter. Sowohl Alt- als auch Neubauten waren im Bereich der Altstadt mit Medianmieten von 15,00 beziehungsweise 16,25 Euro pro Quadratmeter die teuersten Wohnungen in München.

Das untere Ende der Mietpreisspanne bildet nach wie vor die Baujahresklasse der zwischen 1961 und 1975 errichteten Wohnungen.“ Zwar seien in München – wie in den meisten anderen Städten auch – kleinere Wohnungen pro Quadratmeter teurer als größere Wohnungen (siehe Tabelle links: Wohnungsmieten pro Quadratmeter und Monat). Bei Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmetern würden die Quadratmeterpreise jedoch etwas höher ausfallen als bei Wohnungen mit einer Wohnfläche von 66 bis 90 Quadratmetern. Wohnungen von über 90 Quadratmeter scheinen relativ knapp zu sein. „Wer eine größere Wohnung bis 90 Quadratmeter sucht, sollte sich im Westen und Süd-Osten der Stadt umschauen“, empfehlen die Verfasser der Studie. „Hier können Wohnungen für unter 11,00 Euro pro Quadratmeter gemietet werden.“  Die gleiche Wohnungsgröße koste im Stadtzentrum oder im noblen Schwabing etwa 30 Prozent mehr, was einem Mietanstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 von teilweise sechs Prozent und mehr entspreche.