Immobilienscout24: Angebotsmieten sinken erstmals seit 2007

Nach dem Mietpreisindex IMX des immobilienportal immobilienscout24.de sinken in den Großstädten Hamburg, München, Köln und Frankfurt im Juni 2013 erstmals seit Erstellung des Index im Jahr 2007 die Mieten.

 

Besonders stark sanken die Mieten für die im Immobilienportal immobilienscout24.de offerierten Wohnungen in Hamburg (siehe Bild oben: Neubauviertel Speicherstadt Hamburg).

 

In der Hansestadt sind die Angebotsmieten im Juni um 0,9 Prozent gesunken (siehe Grafik links: Wohnungsmieten hellblaue Linie unten), in München um 0,5 Prozent, in Köln und Frankfurt (siehe Grafik unten links) jeweils um 0,2 Prozent.

„Dies zeigt, dass die sehr hohen Mieten in den Metropolen am Markt nicht mehr durchsetzbar sind“, erläutert Michael Kiefer, Leiter der Immobilienbewertung des Internetportals ImmobilienScout24. „Lediglich in Berlin steigen die Angebotsmieten derzeit noch weiter.“ Der Grund dafür sei, dass in der Bundeshauptstadt ein für eine deutsche Metropole noch vergleichsweise niedrige Mietniveau aufweise.



Im Gegensatz zu den Mieten würden jedoch die Kaufpreise von Wohnungsimmobilien weiterhin stark anziehen. Die Angebotspreise für Wohneigentum sind im Juli weiter angestiegen. Während etwa die Angebotspreise für Wohnungen im Bestand bundesweit um 0,7 Prozentpunkte teurer wurden, legten sie im selben Zeitraum in München um satte 1,5 Prozentpunkte zu. Ähnliche Preisentwicklungen lassen sich derzeit in den anderen deutschen Metropolen beobachten.



Im bundesweiten Index IMX zeigt sich noch kein Rückgang der Mieten. Es ist allerdings sehr deutlich zu erkennen, dass die Mieten deutlich weniger stark gestiegen sind als die Preise für Bestandswohnungen und Neubauwohnungen (siehe Grafik unten links).

 

Wie nachhaltig ist die Nachfrage?

Ob die starke Immobiliennachfrage noch wirklich nachhaltig ist, sei schwer vorherzusagen. Gemessen am jeweiligen regionalen Mietniveau sind einige geforderte Angebotspreise wohl bereits zu hoch. Im Vergleich mit europäischen Metropolen seien deutsche Großstädte jedoch noch immer relativ günstig. Viele Käufer kommen aus dem Ausland oder aus dem gesamten Bundesgebiet. Dies könnte den Run auf Wohneigentum in den deutschen Metropolen weiter befeuern – trotz sinkender Angebotsmieten.

 

Einziges Argument für Mietpreisbremse hinfällig

Vor der Bundestagswahl haben viele Parteien den Anstieg der Mieten zum Anlass genommen, Mieterhöhungen stärker zu regelementieren. Begründet wird dies mit einem starken Mietanstieg in den Großstädten.

So wollen SPD und Grüne ein bundesweites Verbot von Mieterhöhungen bei Bestandsmieten in vier Jahren über15 Prozent durchsetzen. CDU und CSU wollen den Bundesländern eine Begrenzung des Mietanstiegs innerhalb von drei Jahren auf 15 Prozent statt bislang 20 Prozent erlauben. Die Linke will grundsätzlich Mieterhöhungen verbieten, sofern keine maßgebliche Wohnungswertverbesserungen durchgeführt werden. Nur die FDP lehnt regulierende Eingriffe in den Wohnungsmarkt, wie Mietpreisdeckelungen, ab.

In bayerische Kommunen, Berlin und Hamburg wurden bereits sogenannte Mietpreisbremsen von den jeweiligen Bundesländern beschlossen – obwohl die Mieten in den vergangenen fünf Jahren selbst in den Metropolen deutlich weniger stark stiegen wie die Kaufpreise. Bundesweit gibt seit Jahren ganze Landstriche wie in Thüringen, Sachsen, Franken oder Nordhessen, in denen die Mieten seit Jahren sinken. Nun zeigt sich aber auch bei den Metropolen, wie unbegründet ein weiterer Eingriff in die Vertragshoheit der Vermieter und Mieter durch den Staat ist.

Quelle: immobilienscout24.de; Charts: immobilienscout24.de;

Bilder: Speicherstadt Hamburg – wikipedia: Thomas Wolf www.foto-tw.de

 

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