Immobilienmarkt: Mehr Städte mit Preisblasen-Anzeichen

Laut dem Beratungsunternehmen empirica Institut  in Berlin nimmt die Anzahl der Landkreise und kreisfreien Städte mit hoher Gefahr einer Preisblase zu. Als Kriterien gelten hohe Kaufpreise im Verhältnis zur Jahresmiete und zum Jahreseinkommen sowie viel Wohnungsfertigstellungen. 

 

Mieten und Kaufpreise wachsen jetzt in 160 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten nicht mehr im Gleichklang (Vorjahr 125, vor drei Jahren 76). Allerdings droht in 374 von 402 Kreisen immer noch kein Überangebot (Vorjahr 381, vor drei Jahren 385). Dennoch ist Vorsicht angebracht: so indiziert der Blasenindex nunmehr in 73 Kreisen eine hohe Gefahr (Vorjahr 49, vor drei Jahren 18).

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), schon bald massenhaft Staatsanleihen aufzukaufen, macht zudem eine Kreditschwemme wahrscheinlicher: Das Vertrauen in den Euro schrumpft weiter und der Renditenotstand hält an. Der Samen für Blasen wird ordentlich gedüngt.

Bundesweit keinerlei Blasengefahr

Der Gesamtindex und damit die Marktbreite der Blasengefahr liegt weiterhin unter dem Ursprungsniveau des Referenzjahres 2004 – auch wenn er im vierten Quartal nochmals zugelegt hat. Vor allem der Einzelindex „Vervielfältiger“, aber auch der Einzelindex „Preis-Einkommen“ sind gegenüber dem Vorquartal nochmal angestiegen. Alle Einzelindices liegen jedoch immer noch unter ihrem „gefahrlosen“ Referenzwert aus 2004.

In Wachstumsregionen stagniert die Blasengefahr

In Wachstumsregionen (delta Bevölkerung 2007-12>1%) stagniert der Gesamtindex knapp unterhalb des „Normalwertes“ aus 2004; es dürfte allerdings verfrüht sein, dies als Trendbruch zu bezeichnen. In Stagnations- und Schrumpfungs- regionen (delta Bevölkerung<-1%) legt der Index weiter zu.

Datenbasis und Methodik

empirica-Preisdatenbank, Destatis und Bundesbank. Die empirica-Preisdatenbank reicht zurück bis ins Jahr 2004 und ist die  größte Sammlung von Immobilieninseraten für Deutschland.

Quelle für Text, Grafik und Tabelle: Pressemeldung empirica Institut im Februar 2015