Berg am Laim: 03Architekten gewinnen Wettbewerb für SWM-Quartier

Auf einer ehemaligen Buswendeanlage in der Nähe des Michaelibad wollen die Stadtwerke München (SWM) ein gemischt genutztes Quartier für Büros und Werkwohnungen für SWM-Mitarbeiter errichten.

 

Auf dem rund 1,2 Hektar großen Grundstück im Westen des Münchner Stadtbezirks Berg am Laim soll ein lebendiges und attraktives Wohnquartier mit rund 140 Wohneinheiten mit sozialer Infrastruktur und Nahversorgungsflächen – auch für die bereits bestehende Nachbarschaft – entstehen: Einzelhandel und Kindertageseinrichtung im Erdgeschoss, in den Obergeschossen vorrangig Wohnungen sowie Büroflächen für die SWM interne Nutzung. Park&Ride und Bike&Ride sollen in die Tiefgarage der Neubebauung integriert werden, die zudem einen direkten Anschluss an den U-Bahnhof Michaelibad bekommen soll.

Dem für München ungewöhnlich hohen Anteil neuer Werkswohnungen, haben die SWM-Mitarbeiter wohl auch der guten finanziellen Situation der SWM und deren Eigentümerverhältnisse zu verdanken. Bei einem Wechsel des Stromanbieters vom Grundversorger SWM in München können Verbraucher laut den Vergleichsportalen check24.de, stromvergleich.de und verivox bis zu 30 Prozent Ihrer Stromkosten sparen. Viele Verbraucher wissen nach wie vor nicht über ihre Wechselmöglichkeiten Bescheid oder sind einfach zu bequem. Die Kommune kann sich darüber freuen. Bieten die überdurchschnittlich hohen Strompreise und das regionale Monopol der ÖPNV doch eine lukrative Einnahmequelle für die Kommune.

In München profitieren davon auch die SWM-Mitarbeiter durch Werkswohnungen. Einen prominenten Fürsprecher für den Bau von Werkswohnungen haben sie durch den Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Während es sich auch gewinnträchtige Münchner Großunternehmen kaum leisten können für ihre Mitarbeiter in Deutschlands teuerstem Wohnstandort Werkswohnungen zu errichten, scheint dies für die SWM lein Problem zu sein. Die SWM haben bisher etwa 1000 Werkswohnungen. Bis 2030 wollen sie den Bestand auf 3000 ausbauen. 340 neue Werkswohnungen entstehen etwa in den nächsten Jahren im Kreativquar- tier an der Dachauer Straße. 

Nun soll in Berg am Laim beim Michaelibad 84 weitere Werkswohnungen entstehen. Sie sind Bestandteil eines gemischt genutzten Projekts, das auf einem 1,2 Hektar große Grundstück zwischen Heinrich-Wieland-, St.-Michael- und Kampenwandstraße entstehen wird. Insgesamt sollen  dort 140 Wohnungen gebaut werden, davon außer den Werkswohnungen auch 40 Prozent gefördert oder preisgedämpft. Zudem sollen dort, wo früher eine Buswendeanlage lag, Geschäfte, eine Kita und Büros für SWM-Mitarbeiter entstehen.

In dem dafür ausgeschriebenen Architektenwettbewerb haben Ende vergangenen Jahres die 03 Architekten BDA Stadtplaner DASL, München mit ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Kröniger Rümpelein Wenk, Freising, mit ihrem Quartiersentwurf inklusive eines kleinen Hochhaus den ersten Preis gewonnen. Realisiert könnte aber auch nach der Überarbeitung der zweite (wittfoht architekten bda, Stuttgart mit ah Landschaftsarchitekten Anderson & Hinterkopf Partnerschaft mbH, Stuttgart) oder dritte Preis (Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin mit Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin) werden.

„Die noch vorhandenen Verbesserungspotenziale, die wir im Preisgericht gemeinsam herausgearbeitet haben, wollen wir heben. In einem nächsten Schritt werden wir mit den Preisträgern Verhandlungen führen und nach deren Abschluss auch einen der Preisträger mit dem konkreten Planungsauftrag betrauen“, erklärte  Dr. Bernhard Boeck, Leiter Immobilien bei den SWM. Der Entwurf des beauftragten Preisträgers dient dann als Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren.

Mit der Fertigstellung des Quarttiers wird allerdings nicht vor 2028 gerechnet. Ein Bauprojekt dieser Größenordnung bedürfe "einer umfangreichen Planung und Vorbereitung", heißt es von den SWM.

Quellen: Pressemeldung SWM, SZ

Bildnachweis: Visualisierung 03Architekten