ADAC-Zentrale Farbtupfer am Mittleren Ring

Eines der größten Münchner Bauwerke steht vor der Vollendung: die ADAC-Zentrale. Die Architekten Sauerbruch Hutton setzen damit nicht nur einen neuen farblichen Akzent.

„Uns hat die Idee des Architekten, mit diversen Farbtönen, die auf dem ADAC-Gelb aufbauen, von Anfang an begeistert“, betont Michael Ramstetter, Chefredakteur des ADAC-Magazins und Pressesprecher von Deutschlands größtem Automobilclub. Nicht nur farblich, auch durch die markante Gestaltung setzt Münchens neuestes Hochhaus ein Signal. 

Ende Oktober soll die neue ADAC-Zentrale vom TÜV abgenommen werden. Dann werden etwa 2400 Mitarbeiter aus den verschiedenen Standorten wie vom Westpark und dem Hansapark in das neue Gebäude nach einem minutiös geplanten Ablauf einziehen.

Ziel des Neubaus war es auch die auf verschiedenen Standorten verstreuten Mitarbeiter in ein Gebäude zusammenzuführen. „Der ADAC war an dem Standort bereits Eigentümer eines Grundstücks, das allerdings für den notwendigen Raumbedarf zu klein war – durch den Ankauf eines städtischen Grundstücks konnte dann die erforderliche Fläche erreicht werden“, erläutert Ramstatter zur Standortwahl.

Der Errichtung des Komplexes mit geschätzten Baukosten von 320 Millionen Euro ging im Jahr 2004 ein Architektenwettbewerb voraus. Sieger wurde das Berliner Büro Sauerbruch Hutton. Die prägnante Farbgestaltung ist kein Zufall, sondern ein Markenzeichen von Sauerbruch Hutton. Ein weiteres Beispiel dafür ist in München das von den Berliner Architekten entworfene bunte Museum Brandhorst.

 

Bei dem Plan berücksichtigten die Architekten verschiedene Vorgaben – der städtebaulichen Situation des Grundstückes zwischen Hansastraße, der Nähe zum Mittleren Ring und den Gleisanlagen und den Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes. Zudem wollte man die Vision einer nachhaltigen, wirtschaftlichen und übersichtlichen Bürostruktur realisieren. „Der Entwurf ist auch aus dem Wunsch heraus entstanden, einen Bau zu schaffen, der die Werte und Identität des ADAC natürlich zum Ausdruck bringt“, heißt es in der Erläuterung der Architekten.

Von Weitem sichtbar ist der 18-geschossige Büroturm, der nicht nur farblich, sondern durch seine geschwungene Form und seine kühne Aufstellung über den Bahngleisen auffällt. Diese Position soll die Verschattung des eigenen und benachbarter Gebäude vermeiden. „So wird die Hansastrasse räumlich entlastet, ohne auf die Signalwirkung eines Hochhauses zu verzichten“, erlätern die Architekten die Positionierung des Hochhauses.

Dabei nimmt der Turm nur 25 Prozent der  130.000 Quadratmeter Gesamtfläche  ein – die weit größere Fläche wurde in dem fünfgeschossigen Sockelbau untergebracht. Dessen vorspringende Raumkanten und Einbuchtungen  umrahmen das denkmalgeschützte Haus Sander an der Hansastraße. In der Mitte befindet sich ein Innenhof mit einem zentralen, mit Glas überdachten Foyer, von dem sich das gesamte Gebäude erschließt.  Es enthält außer den Büros auch ein Konferenz- und Schulungszentrum, das Betriebsrestaurant sowie die Druckerei. Über einen Ringgang gelangen Mitarbeiter und Besucher des ADAC weiter zu allen vertikalen Erschliessungselementen in den sechs Gebäudeabschnitten.

Gelungen ist bei der Gestaltung auch das energetische Konzept. So wird durch die Form die Geothermie optimal genutzt und die doppelschichtige Fassade wirkt mit ihrer Pigmentierung wie eine Haut, die für eine natürliche Belüftung des Inneren sorgt.

Öffnung für die Öffentlichkeit: Grundsätzlich ist die ADAC-Zentrale ein Verwaltungsgebäude und keine Geschäftsstelle, in der unsere Mitglieder bedient werden. Dafür ist die nur wenige hundert Meter entfernte Geschäftsstelle des ADAC Südbayern in der Ridlerstraße zuständig. Dazu wurde auch ein Wegweisungssystem entwickelt, das Mitglieder oder Kunden, die Produkte oder Leistungen benötigen zum ADAC Südbayern leitet. Für Interessierte, die die neue ADAC-Zentrale besichtigen wollen, entwickelt die ADAC derzeit ein Besucherprogramm, das allerdings nur in Gruppen mit entsprechender Vorankündigung absolviert werden kann. Darüber hinaus befindet sich im Erdgeschoss eine öffentliche Cafeteria, die für Jedermann zugänglich ist.