Bogenhausen: Grünes Licht für grünes Hochhaus

Für das begrünte Hochhaus an der Arabellastraße in Bogenhausen hat der Feriensenat des Stadtrats den Bebauungsplan mit Grünordnung gebilligt.  Das 52 Meter hohe Gebäude nach Plänen der Architektin Aika Schluchtmann mit 55 Wohnungen  soll nun balt errichtet werden .

 

Das gestaffelte Wohn- und Bürogebäude leistet einen innovativen Beitrag zum Klimaschutz. Kernstück des Entwurfs ist eine zukunftsweisende Fassade. Sie wird vertikal begrünt und trägt damit bei, das lokale Mikroklima zu verbessern. Während der Planungs- und der Realisierungsphase begleitet die Hochschule Weihenstephan dieses zukunftsweisende Pilotprojekt zu wissenschaftlichen Forschungszwecken.
Das Planungsgebiet war bisher von einer ehemaligen Postfiliale mit einer in die Jahre gekommenen Bausubstanz geprägt. Durch den Entwurf von Aika Schluchtmann Architekten soll ein zeitgemäßer, qualitätsvoller Wohn- und Bürostandort mit ergänzenden Angeboten wie Gastronomie geschaffen werden und ein Beitrag zu dem hochwertigen architektonischen Umfeld zwischen dem denkmalgeschützten Hochhaus der HypoVereinsbank und der „Arabeska“, dem Neubau der Bayerischen Versorgungskammer, geleistet werden. Die städtebauliche Figur leitet sich aus der unmittelbaren Nachbarschaft ab und ermöglicht durch die Rückstaffelung der Geschosse spannende und qualitätsvolle Freiräume für die Nutzer. Das Wohn- und Geschäftshaus ist als 16-geschossiger Solitär mit Balkonen, Loggien und Dachterrassen/-gärten geplant. In den unteren fünf Geschossen sind gewerbliche Nutzungen wie Büros, Beherbergung und Gastronomie vorgesehen. In den nach oben folgenden elf Geschossen werden 40 Wohnungen für Menschen unterschiedlicher Einkommensgruppen und ein Gemeinschaftsraum mit Dachterrasse/-garten für die Bewohnerinnen und Bewohner untergebracht.

Die Freianlagen um das neue Gebäude werden entsprechend dem im Arabellapark vorherrschenden Gestaltungsprinzip offen mit baumbestandenen Rasen- und Pflanzflächen gestaltet. Die erforderlichen Stellplätze finden in einer dreigeschossigen Tiefgarage Platz. Als nächster Verfahrensschritt wird der Bebauungsplan für die Öffentlichkeit ausgelegt und so interessierten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit gegeben, sich über die Planung zu informieren und zu äußern.

Quelle: Referat für Bauordnung und Stadtplanung der Landeshauptstadt München, 08.04.2020

Bildnachweis: IZE Ondrej Tomasek nach einem Entwurf von Aika Schluchtmann Architekten

Erste Entscheidung bereits 2018

Im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung wurde am 19. Juli 2017 für das Grundstück an der Arabellastraße 26 bis 28 die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Grünordnung Nr. 2121 beschlossen.

Damit wird der bereits in der Kommission für Stadtgestaltung positiv bewertete Entwurf für ein begrüntes Wohn- und Geschäftsgebäude mit 55 Wohnungen auf den Weg gebracht.

Das „grüne“ Hochhaus entsteht im architektonisch hochwertigen Umfeld zwischen dem denkmalgeschützten Hochhaus der HypoVereinsbank und der „Arabeska“, dem Neubau der Bayerischen Versorgungskammer. Das Wohn- und Geschäftshaus ist als 16-geschossiger Solitär mit Balkonen, Loggien und Dachgärten geplant. Das Kernstück des Entwurfs bildet eine zukunftsweisende Fassadengestaltung mit vertikaler Begrünung und attraktiven Kommunikationszonen. Die begrünte Fassade soll zu einer Verbesserung des Kleinklimas beitragen und wird als Pilotprojekt zu Forschungszwecken von der Hochschule Weihenstephan sowohl während der Planungsphase als auch in der Realisierung begleitet werden.

Bei dem Wohn- und Geschäftshaus sind in den ersten vier Geschossen gewerbliche Nutzungen vorgesehen. In den zwölf Geschossen darüber sind 55 Wohnungen geplant. Die erforderlichen Stellplätze werden in einer zweigeschossigen Tiefgarage untergebracht.

Quelle: Pressemeldung des Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 19.07.2017

Visualisierung: VIZE Ondrej Tomasek nach einem Entwurf von Aika Schluchtmann Architekten

März 2016: Wohnhochhaus mit hängenden Gärten

Es soll das ökologischste Hochhaus Münchens werden: Im Arabellapark könnte ein neues Hochhaus entstehen, bei dem sich Bäume und Pflanzen bis ins oberste Stockwerk schlängeln. Das 52 Meter hohe Haus wäre in dieser Form einzigartig in München.

Das Hochhaus mit vertikalem Garten soll in der Arabellastraße 26 im Arabellapark des Bezirksteil Parkstadt von Bogenhausen entstehen. Bauherr ist die Arabellastraße 26 - Liegenschaftsverwaltung GmbH & Co KG. Der Entwurf der Architekten Aika Schluchtmann sieht Gärten mit kleinen Bäumen und Sträuchern auf jeder Etage und als Highlight ein Dachgarten, der von jedem Bewohner genutzt werden darf, vor. In den unteren Etagen sollen nach dem vorliegenden Konzept Büroräume entstehen, während die oberen Stockwerke als Wohnraum genutzt werden. Die Stadtgestaltungskommission hat das Projekt im Sommer 2015 zustimmend zur Kenntnis genommen.

In der Internetseite der Architekten heißt es: „Der attraktive Solitär mit 16 Geschossen und horizontalem Nutzungsmix stärkt die stadträumliche Identität und schafft einen fließenden Übergang zu den angrenzenden Hochhäusern. Das Gebäude spielt mit der amorphen und freien Gebäudeform der vor Kurzem fertig gestellten Arabeska und ergänzt diesen Gebäudekomplex um einen Hochpunkt zu einem städtebaulich wirksamen Dreiklang.“ Jede Wohnungen verfügt laut dem Entwurf über einen eigenen Freibereich in Form einer Loggia. Für die Bewohner und Mieter gibt es auf verschiedenen Ebenen Gemeinschaftsbereiche mit Gemeinschaftsdachterrasse, Loungebereich und Gemeinschaftsküche. Auf dem Dach befindet sich ein Panorama-Dachgarten mit Outdoorküche für die Bewohner.

Das Herzstück des Entwurfs ist die Fassade mit vertikaler Begrünung in Form einer bodengebunden Bepflanzung. Grüne Wände können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Großstädten leisten. Die immergrünen und die sommergrünen Kletterpflanzen machen den Jahreszyklus auf interessante Weise erlebbar.

Kritiker, wie Professor Peter Kiermeier, Dotzent für Bepflanzungsplanung, Gebäudebegrüung und urbanes Grün an der Hochschule Weihenstephan in Freising bezweifeln, dass sich die vertikale Begrünung und Pflege unproblematisch durchführen lasse, da Klima, starke Winde gegen diese Art der Bepflanzung sprechen. Die Firma Vertiko, die bei der Begrünung an dem Projekt mitarbeitet, räumt ein, dass eine vertikale Begrünung nicht unproblematisch sei, dass sich die Probleme aber durch durchdachte Kletterhilfen und ausgeklügelter Pflege und Versorgung meistern lassen.

Spätestens im Jahr 2020 soll mit dem Bau gestartet werden.

Bild: Visualisierung Aika Schluchtmann Architekten

Quellen: Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 23.07.2015; Internetseite Aika Schluchtmann Architekten: Artikel „Man kann Pflanzen nicht dressieren“, in „SZ“ vom 3.08.2015