Stenger2 Architekten: Kulturhotspot im Aubinger Heizkraftwerk

Eine denkmalgeschützte Industrieimmobilie im Münchner Westen verwandelt sich durch die Brüder Michael und Christian  Amberger zum Bergson Kunstkraftwerk. In einem Jahr soll es fertig gestellt sein. 

 

Die Premiere in der Rupert-Bodner-Straße 5 gegenüber der Bergsonstraße in Altaubing an der Grenze zu Obermenzing ist für den 10. Oktober 2023 geplant: Dann soll das Bergson mit Konzertsaal für 470 Besucher, der größten Kunstgalerie in Deutschland sowie einer Gastronomie-Location für 900 Gäste eröffnet werden.

Die denkmalgeschützte Industrieimmobilie wurde 1940 von der Reichsbahn in Ziegelbauweise errichtet und 1952 durch die Deutsche Bundesbahn zum Heizkraftwerk umgebaut. 2005 verkaufte die Bahntochter Vivico das 20.000 Quadratmeter große Areal an den Tankstellenbetreiber Allguth der Brüder Michael und Christian Amberger, die hier ihre Firmenzentrale errichten wollten. 2006 wurde dafür ein Bauantrag für den Umbau nach Plänen des Architekturbüros Haack und Höpfner eingereicht.

Doch die Brüder Amberger entschieden sich anders, letzlich für eine kulturelle Nutzung. Zunächst schlugen sie dem Freistaat den Bau als neues Münchner Konzerthaus vor. Doch das Land Bayern entschied sich für das Werksviertel als Konzerthaus-Standort. Mit ihrem privaten Vermögen lassen die Bauherren nun das ehemalige Heizkraftwerk für 80 Millionen Euro in das Bergson Kunstkraftwerk umbauen. Nachdem der Architekt Peter Haimerl bereits 2015 einen Entwurf für den Umbau der Heizkraftwerks zu dem „philharmonischen Kraftwerk“ angefertigt hatte, übernahmen Stenger2 Architekten 2018 die Planung für den Umbau zum Bergson Kunstareal inklusive verschiedener Neubauten. Stenger2 verfügt mit dem Umbau des ehemaligen Heizkraftwerks in Obersendling in Ausstellungsräume des Kare Möbelcenters über entsprechende Erfahrung.

Das Herzstück bildet als Atrium die knapp 25 Meter hohe, ehemalige Kesselhalle, die Platz für diverse Veranstaltungsmöglichkeiten bietet. Dort befinden sich zudem die Anima Tagesbar und das Restaurant Zeitlang. Flankiert wird der Kubus des Industriegebäudes durch Neubauten, etwa für die 1800 Quadratmeter große Pulpo Galerie, des Konzertsaal Elektra Tonquartier und den Live Club Barbastelle für 100 Personen und weitere Bühnen für Wortformate und mehr vervollkommnen das kulturelle Erlebnis. „Wir wollen einen Ort für Jedermann schaffen mit einem authentischen, sich immer wieder wandelnden Angebot, das mit dem Feedback des Publikums verschmilzt“, erklärt Roman Sladek, Artistic Director, die Philosophie des Hauses. 

Bildnachweis: © Bergson Kunstkraftwerk / Stenger2 Architekten