Deutsches Museum: Kostenexplosion auf der Museumsinsel

Die auf 445 Millionen Euro veranschlagten Kosten für die Sanierung des Deutschen Museums sind auf knapp 600 Millionen Euro angestiegen. Nun ist auch noch das Planungsbüro SSP insolvent.

 

Zum 100. Geburtstag soll das am 7. Mai 1925 eröffnete Deutsche Museum im Bezirksteil Deutsches Museum der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt – das weltweit größte Technikmuseum –  in neuem Glanz erstrahlen. Der erste von zwei Bauabschnitten der Generalsanierung soll nun im Oktober 2020 feriggestellt sein. „Der Termin ist gefährdet“, hießt es Ende April vom Museum.

Grund ist die eine Woche zuvor bekannt gewordene Insolvenz des Planungsbüros Schmidt-Schicketanz und Partner (SSP). „Die Ursache der Insolvenz von SSP liegt eindeutig in dem Projekt Deutsches Museum“, so Insolvenzverwalter  Axel Bierbach in der Sendung „kulturWelt“ des BR vom 30.04.2019.  Aufgrund der gestiegenen Komplexität der Sanierung und unvorhergesehener Mängel der Bausubstanz stellte SSP doppelt so viele Architekten für das Projekt ab als ursprünglich geplant. Laut Dieter Lang, Baubeauftragter des Deutschen Museums, seien aber alle Rechnungen mit Ausnahme von einer pünktlich beglichen worden. Nun steht wegen der Insolvenz die Neuauschreibung der Planungsleitung zur Diskussion.

Es ist nicht die erste Verzögerung. Der erste Bauabschnitt sollte ursprünglich bereits 2019 fertig werden. Schwerwiegender ist der Kostenanstieg von 450 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro. Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) ist daher beim Bundesforschungsministerium vorstellig geworden. Dort zeigt man sich aber reserviert, mehr Steuergelder zu bewilligen.

Bildnachweis: Deutsches Museum - Ministerbesuch