Neue Welten der Architekturmaschine

Eine Ausstellung im TUM Architekturmuseum in der Münchner Pinakothek der Moderne wirft einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des Digitalen in der Architektur.

 

Computer sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob im Büro, an der Kasse im Supermarkt oder im heimischen Wohnzimmer – Bits und Bytes stecken mittlerweile in fast allen technischen Geräten. Auch im Architekturbüro ist der Computer heute Standard und hilft sowohl beim Design als auch in der Visualisierung neuer Projekte. Er hat sich zu einer “Architekturmaschine” entwickelt.

Die Ausstellung wirft erstmalig im deutschsprachigen Raum einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des Digitalen in der Architektur. Von den Anfängen in den 1950er und 60er Jahren bis heute erzählt das Architekturmuseum diese spannende Geschichte in vier Kapiteln und präsentiert den Computer als Zeichenmaschine, als Entwurfswerkzeug, als Medium des Geschichtenerzählens und als interaktive Kommunikationsplattform. Die grundlegende Frage dahinter ist einfach: hat der Computer die Architektur verändert und wenn ja, wie?

Aus zwei Jahren Forschungsarbeit des Architekturmuseums gingen zahlreiche Exponate hervor. So werden Bilder des Siemens-Pavillons in Hannover von Ludwig Rase und Georg Nees aus dem Jahr 1970 gezeigt. Es war das erste, mit Hilfe eines Computers entworfene Gebäude in Deutschland.  Außerdem sind Beiträge zum Architekturwettbewerb für das umgebaute Eyebeam Center (2001) zu sehen, für den 2001 erstmals eine Animation als Teil des Entwurfs gefordert war. 
Entürfe von Büros wie SHoP Architects (USA) und Atelier Oslo (NOR) sind ebenso zu sehen wie Renderings von jungen Architekt*innen, eine Software-Timeline, die alle wichtigen Architekturprogramme im Detail darstellt, und es lässt sich ein Überblick über historische Eingabegeräte zum Zeichnen am Computer verschaffen. Mithilfe der von You+Peaüberarbeiteten Version des Computerspiels London Developers. In eine virtuelle Welt entführt der Londoner Designer Keiischi Matsuda die Zuschauer mit seinem farbenträchtigen Kurzfilm „Hyper Reality“. Das provokative Kaleidoskop visualisiert eine Zukunftsvision, in der physische und virtuelle Wirklichkeiten einer Stadt sich vermengen.

 

Die Architekturmaschine

Zeit: 14. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021
Ort: Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München

Der Katalog ist bei Birkhäuser erschienen und auf Englisch oder Deutsch erhältlich.

Bildnachweis: © Keiichi Matsuda: Hyper Reality