Der Erich Schelling Architekturpreis

Der Erich-Schelling-Architekturpreis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Architektur und Architekturtheorie in Deutschland. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Der Preis soll „das zukunftsträchtige Bedeutsame fördern, das fundierte Wissen verbreiten.“

 

Der Erich-Schelling-Architekturpreis wird im Abstand von zwei Jahren an einen Architekten oder Architekturbüro und einen Architekturtheoretiker verliehen. Der Preis ist nach dem deutschen Architekten Erich Schelling (1904 – 1986) benannt, an dessen Todestag am 14. November der Preis in Karlsruhe überreicht wird. Erich Schelling hatte bei Hermann Billing und Max Laeugner in Karlsruhe Architektur studiert, während der NS-Zeit jedoch auch als Mitarbeiter im Büro Hermann Alker und als selbständiger Architekt Bauwerke für das NS-Regime entworfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt er mit seinen Bauten wie der Schwarzwaldhalle, dem Gebäude für die Handwerkskammer  und der Nancyhalle in Karlsruhe als einer der bedeutendsten Architekten der Nachkrieszeit Deutschlands.

Stifter und Ziele des Preises

Der Preis wurde 1992 von der Erich-Schelling-Architekturstiftung, der Witwe Erich Schellings, Trude Schelling-Karrer (1919 – 2009) und Heinrich Klotz (1935 – 1999), dem damaligen Direktor des Deutschen Architekturmuseums „zur Förderung der Architekturgeschichte und Architekturtheorie“ ins Leben gerufen. Im Gegensatz zu anderen Architekturpreisen, kann der Preis auch für nicht realisierte Projekte vergeben werden. Seit 2006 werden, neben dem Preis, weitere Personen mit Medaillen ausgezeichnet.

„Er würdigt baukünstlerische Entwürfe für nicht realisierte, für die Architekturdiskussion gleichwohl bedeutsame Projekte. Er will diese bzw. die Architekten, die sie vorgelegt haben, über die Fachwelt hinaus einem breiten Publikum bekanntmachen.“ Satzung der Stiftung. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. In einigen Fällen wurde nach der Vergabe des Erich-Schelling-Architekturpreis der international wesentlich bekanntere Pritzker Architektur Preis an eher unerwartete Erich-Schelling-Preisträger-Architekt verliehen. Der Erich-Schelling-Architekturpreis kann daher als ein Prediktor für den Pritzker-Preis angesehen werden.

Mitglieder des Wahlkuratoriums

Sind u. a. Christiane Fath, Architektin Louisa Hutton,
Leiter des Architekturmuseums DAM Peter Cachola Schmal, Architekt Ludwig Wappner, Dietmar Steiner, Wilfried Wang

Träger des Erich Schelling Architekturpreises (Architekt und Architekturtheoretiker)

1992: Coop Himmelb(l)au und Werner Durth

1994: Zaha Hadid und Wolfgang Pehnt

1996: Peter Zumthor und Nikolaus Kuhnert

1998: Sauerbruch Hutton, Busse & Geitner und Stanislaus von Moos

2000: Kazuyo Sejima (SANAA) und Martin Steinmann

2002: keine Preisverleihung (Sonderveranstaltung 100. Geburtstag Erich Schelling)

2004: Benjamin Foerster-Baldenius und Manuel Castells

2006: Lacaton & Vassals Architects und Werner Sewing

2008: Jensen & Skodvin und Friedrich Achleitner

2010: Wang Shu und Lu Wenyu

2012: Al Borde Arquitectos  und Kenneth Frampton

2014: Diébédo Francis Kéré und Juhani Pallasmaa

2016: DVVT De Vylder Vinck Taillieu und Doug Saunders

2018: Rotor Architects

Weitere Informationen:

Schelling Architekturpreis: Internetauftritt der Stiftung

Quellen: wikipedia, http://www.schelling-architekturpreis.org/

Bildnachweis: Schelling Architekturpreis