Herrsching: Schloss Mühlfeld

Lange Zeit diente das Schloss Mühlfeld als Sommersitz der Benediktiner-Mönche vom Kloster Andechs. Mittlerweile ist das wohl im Auftrag vom Herzog  Albrecht V. von Bayern erbaute Gebäude in Privatbesitz.

 

Das Anwesen Mühlfeld – heute ein Ortsteil der Gemeinde Herrsching am Ammersee – war ursprünglich im Besitz der Grafen von Andechs. Es wechselte in der Folgezeit häufig den Besitzer: Zunächst kam es an die Herren von Widdersberg, dann an das Kloster Dießen. Herzog Albrecht V. ließ dort wohl das Schloss Mühlfeld – ein schlichter, zweigeschossiger Walmdachbau mit einem Zwiebelturm – Mitte im 16. Jahrhundert errichten. 1538 gelangte der Münchner Patrizier Patrizier Wolfgang Pronner entweder durch Grundstückstausch – da er seine Hofmark Rieden am Staffelsee Herzog Albrecht V. überlassen hatte, oder durch Kauf an die Hofmarkt Mühlfeld. 1578 ging Mühlfeld an die Herren von Schellenberg und 1586 an Johann Wolfgang Freymann, der von 1594 bis 1597 Reichsvizekanzler, dem faktischen Leiter der Kanzlei der Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation in Wien. Zu dieser Zeit musste es die Besitztümer an Herzog Wilhelm V. abtreten, der Mühlfeld dann am 1. Januar 1597 an das Kloster Andechs schenkte. Die Benediktiner waren dann von 1597 bis zur Säkularisation 1803 im Besitz des Hofmarktschlosses und nutzten es als ihren Sommersitz.

Nach der Säkularisation ging das Schloss 1803 an den Hofmaler  Carl Conjola, der es 1831 an seinen Neffen, den bayerischen Generalmajor Friedrich von Winter, ererbte. Im Park erinnert heute noch ein Gedenkstein aus dem Jahr 1875 an Winther.

Schloss Mühlfeld, dass zuletzt von der Energie & Management Verlagsgesellschaft genutzt wurde, wird aktuell renoviert.

Stand 07.08.2019

Foto: Ulrich Lohrer