Neuhausen: Herzog & de Meuron planen 155 m hohe Türme über Paketposthalle

Der Münchner Projektentwickler Büschl präsentiert den mutigen Entwurf für das neue Stadtteilzentrum nach Plänen des Basler Architekturbüros. Die rund 18.000 Quadratmeter große Halle soll der Öffentlichkeit für Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen zur Verfügung gestellt werden.

 

Direkt neben der denkmalgeschützten Paketposthalle im Bezirksteil Neuhausen des 9. Münchner Stadtbezirk planen die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron zwei Hochhäuser mit je rund 155 Meter Höhe. Das neue Stadtteilzentrum, das auf einer Gesamtfläche von rund 87.000 qm entsteht, wird von der Münchner Büschl Gruppe entwickelt und bietet Raum für Wohnen, Arbeiten, Einkauf und Gastronomie, aber auch soziale Einrichtungen, eine Kita und ein Seniorenheim.

„Die Hochhäuser und die Paketposthalle sind plastisch und räumlich als eine zusammenhängende architektonische Figur konzipiert. Die Integration von Bestand und Neuem und die Schaffung von öffentlichem Raum sind die beiden idealen Bedingungen für das Leben in der Stadt des 21. Jahrhunderts“, erklärt Jacques Herzog, Partner des Architektur-Büros Herzog & de Meuron.

„Die außergewöhnliche Architektur der Paketposthalle hat das Potenzial, das pulsierende Zentrum eines neuen Stadtteils zu werden. Aus dem bisher unzugänglichen Monument soll ein attraktiver öffentlicher Ort der Begegnung und des Austauschs werden, der vielfältige kulturelle Nutzungen aufnehmen kann und als großer überdeckter Platz auch dem Alltagsleben eine Bühne bietet“, ergänzt Pierre de Meuron.

Sinnstiftender Mittelpunkt des Areals wird die in den sechziger Jahren gebaute, ehemalige Paketposthalle sein, lange Zeit die größte freitragende Halle der Welt aus Betonfertigteilen. Sie steht als prägender Industriebau dieser Zeit unter Denkmalschutz. Bis 2023 nutzt die Post die Halle. Dann wird sie restauriert und bietet Platz für feste kulturelle Einrichtungen, aber auch wechselnde künstlerische und sportliche Events sowie Märkte.

Die weithin sichtbare, geschwungene Hallenform ist der architektonische Referenzpunkt für die zwei Hochhäuser. Sie entstehen gemeinsam mit anderen Gebäuden im sogenannten PaketPost-Areal, das verkehrstechnisch ideal direkt am S-Bahn Haltepunkt Hirschgarten liegt.

Die beiden Hochhäuser spiegeln in extrem spannender Weise die geschwungene Bogenform des Hallendachs wider und fügen sich gerade durch diese Markanz sehr gut in die Münchner Stadtsilhouette ein.

 

Gemeinsam mit einem städtischen Begleitgremium wurde seit der ersten Vorstellung dieser städtebaulichen Vision im Januar 2019 ein Masterplan entwickelt. Dieser Masterplan wurden jetzt der Münchner Stadtgestaltungskommission vorgestellt.

Ralf Büschl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Büschl Gruppe: „Ich bin stolz auf mein München, wenn wir diesen mutigen Weg gemeinsam gehen. Das ist moderne, zukunftsweisende Stadtplanung, mit der wir an dieser zentralen Stelle viele Herausforderungen des urbanen Lebens lösen.“

„Durch die vorgeschlagene städtebauliche Entwicklung dieses überwältigenden Raumes und die Öffnung für jedermann, wird erstmals die Bedeutung der Paketposthalle gewürdigt. Sie ist im Stadtgefüge Münchens Zeugnis einer außergewöhnlichen, ingenieurbautechnischen Pionierleistung und soll in Zukunft durch begleitende, architektonische Hochpunkte akzentuiert werden“, so Büschl weiter.

Das Bebauungsplanverfahren für das PaketPost-Areal startet im Herbst 2019. Geplant ist, dass die Baumaßnahme nach dem Auszug der Post ab 2024 realisiert wird. Während der gesamten Planungs- und Genehmigungszeit wird ein enger und intensiver Bürgerdialog stattfinden. Eine erste Bürgerinformationsveranstaltung findet am Mittwoch, 24. Juli, ab 19 Uhr im benachbarten „Backstage (Reitknechtstraße 6) statt.

 

 

Quelle: Pressemeldung Büschl Unternehmensgruppe

Bildnachweis: Visualisierungen Herzog &de Meuron