Moosach: Die Pakrplatzüberbauung gegenüber dem Dantebad

Beim Wintereingang des Dantebades entstand über dem Parkplatz auf Ständern ein vierstöckiges Wohnhaus mit 120 Wohnungen. Nun kann das GEWOFAG-Projekt des Architekten Florian Nagler anläßlich der Architektouren 2017 besichtigt werden.

 

Im Herbst 2016 war Endspurt beim Pilotprojekt im Rahmen des städtischen Wohnungsbausofortprogramms „Wohnen für Alle“ am Münchner Dantebad: Am 28. Oktober setzten Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der GEWOFAG, bei der Parkplatzüberbauung am Münchner Dantebad die Richtkrone. Der Entwurf stammt von Planern der GEWOFAG und Florian Nagler Architekten. Bis Ende des Jahres werden hier 100 Wohneinheiten auf vier Geschossen zum Einzug bereit stehen. 



„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dieses Projekt so schnell und gut umzusetzen. München braucht dringend bezahlbare Wohnungen gerade für Menschen, die es auf dem überhitzten Münchner Wohnungsmarkt besonders schwer haben“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Das Projekt am Dantebad ist ein absolutes Novum. Hier überbaut die GEWOFAG einen Parkplatz mit Wohnungen – eine bereits versiegelte Fläche wird sozusagen doppelt genutzt, denn ein Großteil der Parkplätze bleibt erhalten“, so der Oberbürgermeister. 

Der neue Wohnkomplex steht auf einer Betonrahmenkonstruktion mit Stahlbetondecke. Die darüber liegenden vier Stockwerke sind in Holzsystembauweise gefertigt. „Die GEWOFAG hat innerhalb von nur zehn Monaten dieses Turboprojekt hier am Dantebad umgesetzt. Wir haben mithilfe von Holz-Systembauweise die Bauphasen deutlich verkürzt und gleichzeitig eine hohe Qualität sichergestellt. Mein Dank gilt allen Projektbeteiligten, die außerordentlich engagiert zusammenarbeiten“, resümierte Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der GEWOFAG. In den kommenden Wochen folgt der Innenausbau der Wohnungen. Bis Ende 2016 wurde das Gebäude fristgerecht fertiggestellt. 



 

Schwellenfreier Neubau mit Dachgarten 


Das schwellenfreie Gebäude besitzt insgesamt fünf Geschosse inklusive der Parkplätze, die nach der Fertigstellung zum Großteil wieder genutzt werden können. Es gibt Treppen sowie einen Aufzug. Vier Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Bei Bedarf können weitere Wohnungen so umgerüstet werden. Gemeinschaftsräume, Aufweitungen von Laubengängen und Freiflächen auf dem Dach bieten den Mieterinnen und Mietern Möglichkeiten des Aufenthalts außerhalb ihrer Wohnung und zur Begegnung. 

Bewohnerinnen und Bewohner 
Die Belegung erfolgt über das Amt für Wohnen und Migration im Sozialreferat der Landeshauptstadt München für berechtigte Haushalte verschiedener Einkommensstufen. Insgesamt steht bei allen Projekten des Programms „Wohnen für Alle“ eine stabile Bewohnerstruktur an erster Stelle. Das Amt für Wohnen und Migration achtet auf eine ausgewogene Vergabe der Wohnungen gleichermaßen an Frauen wie Männer sowie unterschiedliche Altersklassen. Alle Mieterinnen und Mieter erhalten einen regulären Mietvertrag.

Bauherrin: GEWOFAG

Architektur: Florian Nagler Architekten GmbH, München, www.nagler-architekten.de

Mitarbeit: Tobias Pretscher, Benedikt Rauh, Patrick Fromme

Besichtigung anlässlich der Architektouren 2017: Postillonstraße 18-20; 80637 München ; Sa. 24.Juni 2017, 10.00 - 11.00 Uhr 
Sa. 24.Juni 2017, 11.30 - 12.30 Uhr ; Treffpunkt: Vorplatz Dantebad, Teilnehmerzahl begrenzt auf 50 Personen, Anmeldung bis 21.06.2017 unter architektouren.dantebad@gewofag.de 

Bildnachweis: Wohnen für alle, Fotos fertiggestelltes Gebäude: Ulrich Lohrer; Das Bauvorhaben der GEWOFAG am Dantebad von oben, Foto: Lukas Barth

 

Die städtische GEWOFAG geht in seinen Planungen auf individuelle Hinweise und Anliegen ein, die aus Anwohner-Informationsveranstaltungen hervorgegangen sind. Das betrifft beispielsweise den Wohnungsschlüssel des Projekts Überbauung des Parkplatzes am Dantebad. Zu diesem Projekt fand am 7. April 2016 eine entsprechende Einwohnerversammlung statt. Hier werden neben geplanten Einzimmerwohnungen nun auch Einheiten mit zwei oder drei Zimmern realisiert. Diese Aufteilung trägt zu einer noch ausgewogeneren Mischung in der Bewohnerstruktur bei.

„Die vorgebrachten Bedenken und Anliegen aus der Nachbarschaft nehme ich sehr ernst. Wir werden daher auch eine größere Anzahl an 2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit einplanen. Gleichzeitig werden wir bei der Belegung darauf achten, dass der Anteil an Frauen mindestens 40 Prozent beträgt. Dennoch halte ich auch Appartements von rund 30 Quadratmeter für durchaus angemessen. Es gibt viele Menschen in der Stadt, die allein leben, beispielsweise Auszubildende und Studenten und die gerade Wohnungen dieser Größe suchen“, sagt Dieter Reiter, GEWOFAG Aufsichtsratschef und Oberbürgermeister von München.

GEWOFAG, Pressemeldung vom 26.04.2016

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag hat im Auftrag der SPD die Machbarkeit untersucht und das Konzept für einen Modellbau erstellt. Auf einem 4200 Quadratmeter großen städtischen Grundstück in der Homerstraße an der Grenze zwischen den Vierteln Dom Pedro (Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg) und Moosach-Bahnhof (Stadtbezirk Moosach) sollen über einem Parkplatz 120 Wohnungen in einem vierstöckigen Gebäude auf Ständern entstehen. Das knapp 4200 Quadratmeter große Grundstück neben dem Sportplatz des SC Amicitia gehört der Stadt.

Durch vorgefertigte Bauteile aus Holz und einfache Ausstattung kann hier in kurzer Zeit günstiger Wohnraum geschaffen werden. Dabei gehen nur wenige Stellplätze für die Ständer und Treppen verloren. In München gibt es nach Aussage von SPD-Fraktionschef Alexander Reissl zahlreiche Parkplätze, die für diese Art der Überbauung in Frage kommen. Der Münchner Stadtrat muss noch endgültig über das Projekt entscheiden.

Mit unserem Modellprojekt am Dantebad will Reissl Unternehmen wie Aldi, Lidl und Co., die über große Parkplätze in der Stadt verfügen,  zeigen, wie sich solche Flächen zum Wohnen und zum Parken nutzen lassen. Andere Parteien im Stadtrat zeigen sich aufgeschlossen. Stimmt der Stadtrat dem Vorschlag zu, könnte das Modellprojekt am Dantebad sogar bis Ende des Jahres fertig sein.

Wohngebäude auf Stelzen mit darunter befindlichen Parkplätzen sind nichts Neues. Prominentes Beispiel ist die von Le Corbusier entwickelte Unité d’Habitation, die es außer in fünf Städten in Frankreich auch in Berlin unter dem Corbusierhaus gibt. Aber auch in Thalkirchen besteht ein Stelzenhochhaus mit darunter nutzbaren Freiflächen. Im Gegensatz zu diesen Betonbauten sind Holzbauten leichter und schneller zu errichten.

Bild: GEWOFAG

Quellen: u.a. muenchen.de