Bogenhausen: Ideenwettbewerb für Nordosten entschieden

Auf einem riesigen Gebiet von 600 Hektar sollen im Münchner Nordosten in Daglfing und Johanneskirchen Wohnungen für bis zu 30.000 Einwohner entstehen. Nun wurde der städteplanerische Ideenwettbewerb entschieden.

 

Am Freitag, 24. Januar 2020 fiel eine Jury unter Vorsitz des Architekten Prof. Markus Allmann folgende Entscheidung des Ideenwettbewerbs zum Münchner Nordosten:  

1. Preis

rheinflügel severin, Düsseldorf, mit bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh bdla, Berlin

2. Preis

Cityförster architecture+urbanism, Hannover, mit freiwurf landschafts- architekturen, Hannover mit urbanegestalt PartGmbB, Köln

3. Preis

performative architektur, Stuttgart, mit UTA Architekten und Stadtplaner GmbH, Stuttgart mit Grüne Welle Landschaftsarchitektur, Grünkraut

Anerkennungen

bauchplan ).(, München / Philippe Rahm architectes, Paris

MM.WERK Architektur. Entwicklung. Forschung, Wien, mit liebald +aufermann landschaftsarchitekten, PartG mbB, München

 

Das rund 600 Hektar große Stadterweiterungsgebiet liegt im wesentlichen in den Bezirksteilen Daglfing und Johanneskirchen des Stadtbezirks Bogenhausen. Der Münchner Nordosten hat das Potenzial, einen bedeutenden Beitrag für die Weiterentwicklung des Münchner Stadtgebiets zu leisten. Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger zeigen jeweils Visionen für die Nutzungsdichten von 10.000, 20.000 oder 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Hierbei schafft es der Siegerentwurf glaubhaft, einen Blick auf die zukunftsgerechte Stadtentwicklung zu werfen, indem neue Nachbarschaften zwischen den Bestandssiedlungen und den neuen Stadtbausteinen entstehen, Grün- und Freiflächen erhalten und weiterentwickelt sowie ein zukunftsgerichtetes Mobilitätsnetz angeboten werden. Hier können je nach Nutzungsdichte einmal 3.600 bis zu 10.600 neue Wohnungen entstehen, die eine Entlastung für den anhaltend hohen Wohnraumbedarf darstellen.
Auf mindestens der Hälfte der Flächen soll jedoch auch dauerhaft Raum für bestehende Nutzungen, wie Landwirtschaft und Pferdesport sowie für den Erhalt der wertvollen Landschaftselemente, freigehalten werden.

,,Ich freue mich sehr über die Bandbreite der eingereichten Ideen und das Wettbewerbsergebnis Mit dem ersten Preis bekommen wir eine neue städtebauliche Qualität im Münchner Nordosten. Es wird eine eigenständige stadträumliche Idee für den Stadtrand vorgestellt, die über grüne Verbindungsstrukturen zu den bestehenden Gebieten vermittelt. Dadurch ergibt sich ein verantwortungsvoller Umgang mit den historischen Dorfkernen und eine gute Verknüpfung mit dem Bestand, der so von der neuen Erschließung durch Trambahn und U-Bahn sowie den Infrastrukturen profitieren kann. Ein für alle attraktives urbanes Zentrum, direkt an einem neuen See gelegen, bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten an. Durch die kompakte Bauform können viele bestehende Freiflächen erhalten werden. Aus meiner Sicht ist der erste Preisträger sehr gut geeignet, um in die weitere gesamtstädtische Diskussion über den Münchner Nordosten einzusteigen“, so die Ausführung der Stadtbaurätin Professorin Elisabeth Merk.

Das Preisgericht würdigte den Entwurf als eine Arbeit, die hinsichtlich eines klaren Konzeptes basierend auf einem starken Freiraumgerüst mit prägenden Grünzügen, welches Neubaugebiete vom Bestand separiert, überzeugt und hierdurch eine klare Haltung zum Ort aufbaut. Im Vergleich zu anderen Arbeiten weist diese Arbeit durchgängigere und großzügigere Freiraumbänder in Ost-West-Richtung auf.

Im April 2019 wurde der zweistufige städtebauliche und landschaftsplanerische Ideenwettbewerb ausgelobt, der am 24. Januar unter Mitwirkung von elf stimmberechtigten Fachpreisrichtern sowie zehn stimmberechtigten Sachpreisrichtern aus dem Münchner Stadtrat und den Bezirksausschüssen 13 Bogenhausen und 15 Trudering-Riem entschieden wurde.

„Für die teilnehmenden Planungsbüros galt es, Lösungen zu finden, die eine Balance zwischen Stadt und Landschaft herstellen. ...Bestehende Freiräume, Nutzungen und Strukturen sollten dabei berücksichtigt und mit den historischen Ortskernen respektvoll umgegangen werden. Die vielschichtige Aufgabe traf auf große Resonanz bei den Planerinnen und Planern und sie wurde mit großem Aufwand erfolgreich und leidenschaftlich umgesetzt. Die im Wettbewerb entwickelten Ideen und der erste Preisträger sind eine sehr gute Grundlage für die Diskussion um die künftige Entwicklung des Münchner Nordostens und geben einen Ausblick auf den weiteren Planungsprozess.“ Professor Markus Allmann, Preisgerichtsvorsitzender.

Mit dem 2. Preis prämierte das Preisgericht den Beitrag von CITYFÖRSTER architecture+urbanism, Hannover, mit freiwurf landschaftsarchitekturen, Hannover, mit urbanegestalt PartGmbB, Köln.

Der 3. Preis ging an performative architektur, Stuttgart, mit UTA Architekten und Stadtplaner GmbH, Stuttgart, mit Grüne Welle Landschaftsarchitektur, Grünkraut.
 

Ausstellung
Alle Arbeiten aus beiden Wettbewerbsstufen werden vom 4. bis 16. Februar in einer Ausstellung im Isarforum am Deutschen Museum, Ludwigsbrücke, Museumsinsel 1, präsentiert. Die Ausstellung ist täglich von 14 bis 19 Uhr, an den Samstagen und Sonntagen bereits ab 12 Uhr geöffnet.

Bei der Ausstellungseröffnung am Montag, 3. Februar, von 18 bis 21 Uhr, sind alle Interessierten eingeladen, sich die Arbeiten direkt von den Preisträgerinnen und Preisträgern präsentieren zu lassen. Zusätzlich werden am Donnerstag, 6. Februar, 17 Uhr, Sonntag, 9. Februar, 15 Uhr, und Donnerstag, 13. Februar, 17 Uhr, kurze Führungen von Mitarbeitenden des Referats für Stadtplanung und Bauordnung angeboten.

Quelle: Landeshauptstadt München, 27.01.2020

Bildnachweis: rheinflügel severin, Düsseldorf, mit bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh bdla, Berlin