Isarvorstadt: SPD blockiert Flussbad und schafft Dauerstau

Am 22. Mai 2019 hat der Planungsausschuss des Stadtrats überraschend beschlossen, das Isarflussbad nicht weiter zu verfolgen - gegen die Stimmen der CSU. Überraschend stimmten auch die Grünen dem SPD-Antrag zu. Dabei waren sie vergangenes Jahr dem Projekt gegenüber durchaus aufgeschlossen. 

 

Die Entscheidung der Grünen war offenbar nicht geplant. Wir haben aus Versehen für den Antrag gestimmt", so die grüne OB-Kandidatin Katrin Habenschaden. Sie dachten, es ginge um einen anderen Beschluss. In der Abstimmung im Vollausschuss des Münchner Stadtrates könnte es daher noch zu einer Änderung kommen. SPD-Stadtrat Jens Röver feierte dagegen den Entschluss des Planungsausschuss gegen die Badelust mit linksdogmatischen Parolen: „Wir haben das Flussbad schon immer für eine Schnapsidee gehalten, weil wir weitere Kommerzialisierung entlang der Isar ablehnen."

In einem weiteren Beschluss setzte die SPD durch, dass links der Isar die Radler und Fußgänger deutlich mehr Platz bekommen sollen. Das wird voraussichtlich bedeuten, dass auf der Isarparallele mindestens eine Autospur gestrichen werden muss. Womöglich sogar zwei. Dagegen stimmten die CSU, die FDP und die Bayernpartei. Diese gehen davon aus, dass es damit zum Dauerstau an der Isar kommt. Auch das Planungsreferat hatte deshalb empfohlen, zwischen Reichenbachbrücke und Luitpoldbrücke grundsätzlich an der Zahl der heutigen Fahrspuren festzuhalten. In der Regel sind es derzeit zwei je Richtung. An einigen Kreuzungen kommen noch Abbiegespuren dazu. 

Luftverpestung statt Badelust an der Isar.

 

Pläne für ein Isarflussbad

Während noch bis Ende 2017 an der Machbarkeitsstudie für ein Flussbad an der Isar gearbeitet wird, haben Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften bereits Pläne dafür ausgearbeitet. Diese können noch bis zum 23. Oktober vor Ort besichtigt werden.

 

Zugegeben: Zum Baden ist aktuell die Isar vielen zu kalt. Doch der Isarlust e. V. denkt an wärmere Monate und setzt sich für eine Liberalisierung des Badeverbots zwischen Reichenbach- und Tivolibrücke sowie für ein Flussbad ein. Nun kann die Badelobby einen Erfolg vermelden.

Am 5. Juli 2016 hat der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie für 120.000 Euro in Auftrag gegeben, die voraussichtlich Ende 2017 vorgelegt werden soll. In der Studie soll geklärt werden, ob und wo das Flussbad entstehen und wie es gestaltet sowie betrieben werden könnte. Denn die von den Stadtwerken München (SWM) betriebenen Freibäder sind weitgehend defizitäre Zuschussbetriebe. Unterstützung erhielt nun der Verein Isarlust durch die Green City Energy AG. Das Tochterunternehmen der gleichnamigen Münchner Umweltorganisation könnte das Flussbad betreiben, wenn die Finanzierung über Crowdfunding oder einen Förderverein sichergestellt wäre. Im kommenden Jahr will der Verein Isarlust einen Gestaltungswettbewerb ausschreiben.

An der  Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften am Institut Architectural Design ist man bereits weiter. Unter der Leitung von Professorin  Silke Langenberg und Professor Andreas Meck haben im vergangenen Wintersemester 16 Studentinnen und Studenten Entwürfe für „Life is a Beach – ein Flussbad in München“ ausgearbeitet. Diese können noch bis zum 23. Oktober 2016 in den Frühlingsanlagen südlich der Reichenbachbrücke auf Bannern besichtigt werden.

Julia Botzenhardt positioniert ihr „Erhardt´s Flussbad“ (siehe oben links Modellfoto) mit öffentlichen Treppen zur Isar gegenüber der Erhardtstraße am Westufer.

An der Ludwigsbrücke, dem Volksbad und dem Isartor will Tiago Alves Machado sein Flussbad „Drunter & Drüber“ (siehe Visualisierung links)  – das zugleich Brücke und Restaurant ist – auf drei Ebenen errichten.

Und Antonia Ivankovic will die tragenden Wände ihres Flussbades mit Stampfbeton (Bild links unten) anfertigen lassen, um die Schichten sowie die Geschichte des Flusses sichtbar zu machen. Einige Anregungen wird es für den Gestaltungswettbewerb sicher geben.

Weitere Informationen:

Isarlust e. V.: Webseite des Vereins mit Studentenentwürfe

 

 

 

 

Bildnachweis: Entwürfe der Studenten Hochschule für angewandte Wissenschaften München / Pressematerial Isarlust