Arata Isozaki erhält Pritzker-Preis 2019

Der 87-jährige japanische Architekt, ein ehemaliger Hauptvertreter des Metabolismus, und Meister der geometrischen Formen,  erhält den renommiertesten Architekturpreis. Zu seinen bekannten Bauwerken zählen das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, der Palau San Jordi in Barcelona und der Allianz Tower in Mailand.

 

Isozaki war einer der ersten japanischen Architekten, die außerhalb von Japan bauten, als die westliche Zivilisation noch traditionell den Osten beeinflussten. Dies war vor allem durch seine Haltung als Weltbürger bestimmt“, so Tom Pritzker, Chairman of Hyatt Foundation“, der Stiftung des Pritzker Architekturpreises.

Sein Sportpalast Palau Sant Jordi (siehe Bild oben) für die Olympischen Spiele in Barcelona ist ein zeitlos elegantes Gebäude, ein modern klassisches Bauwerk ist der Allianz Tower in Mailand. Mit seinen "erfrischenden" Bauten, die "stilistischen Kategorien trotzen", sei Isozaki niemals Trends gefolgt, sondern stets seinem eigenen Weg, so die Juryder Prizker-Preises. Isozaki sei "ein vielseitiger, maßgebender und wahrhaft internationaler Architekt". 

Kriegszerstörung als Schlüsselerlebnis

Arata Isozaki wurde am 23. Juli 1931 in ┼îita, einer Stadt im Süden Japans, als älteste von vier Kindern geboren. Sein Vater führte ein erfolgreiches Transportunternehmen. Er wuchs in dem kriegszerstörten Japan auf. „Als ich alt genug war um die Welt zu verstehen, wurde meine Heimatstadt abgebrannt. Die Atombombe wurde über Hiroshima abgeworfen, so dass ich im Ground Zero aufwuchs. Es existierten nur Ruinen, da war keine Architektur, keine Gebäude und nicht einmal eine Stadt. Nur Barracken und Notbauten umgaben mich. Meine erste Erfahrung mit Architektur war eine Architektur der Leere und ich begann zu beobachten, wie mein Volk ihre Häuser und Städte wieder aufbauten“, so Isozaki.

Asiatische und europäische Vorbilder

1953 begann er sein Architekturstudium an der Universität Tokyo. Dort besuchte er die Klasse von Kenz┼Ź Tange – dem Pritzker-Preisträger des Jahres 1987 – und war danach in dessen Büro tätig.

 

1963 gründete Arata Isozaki sein eigenes Architekturbüro. Ursprünglich war er ein Hauptvertreter des Metabolismus. Später wurde er von geometrischen Formen beeinflusst und entdeckte den europäischen Revolutionsarchitekt Claude-Nicolas Ledoux und den Klassiker Karl Friedrich Schinkel als Vorbilder. Seinen ursprünglich einfach gehaltenen geometrischen Kompositionen, wie dem Golfclub in Oita und dem Kunstmuseum in Gunma folgten aber dannn auch manieristische postmoderne Bauten wie das Museum of Contemptorary Arts in Los Angeles.

Die Verbindungen seiner dritten Frau, die Bildhauerin war, zu prominenten Namen der Modernen Kunst, wie zum Beispiel Hans Richter, Man Ray oder Friedrich Kiesler beeinflussten ihn ebenso wie sein früheres Auseinandersetzen mit den Tokioter Neo-Dadaisten. In seiner Formensprache nimmt er Ideen, wie zum Beispiel der Postmoderne oder der Wiener Sezession auf und verarbeitet sie zu einem eigenen Stil.

Neben einfachen geometrischen Formen fällt bei seinen Bauwerken das Spiel mit Schatten und Licht auf. 

 

 

Auszeichnungen:

1988: RIBA Gold Medal

2019: Pritzker Architekturpreis

Werke (Auswahl)

1960: ┼îita Medizinzentrum, ┼îita, Japan

1965: Stadtplanung von Skopje (mit Kenzo Tange), Skopje, Juguslawien

1966: Ōita Prefectural Library, Ōita, Japan

1970: EXPO ´70 Osaka, Festival Platz, Osaka, Japan

1971: Fukuoka City Bank, Fukuoka, Japan

1974: The Museum of Modern Art (Bild links), Gunma, Japan

1974: Kitaky┼źsh┼ź Municipal Museum of Art, Japan

1978: Kamioka Rathaus, Gifu, Japan

1982: Haus mit drei Wänden, Kalifornien, USA

1983: Tsukuba Center Building , Ibaraki, Japan

1985: Palladium Club, New York, USA

1986: Museum of Contemporary Art, Los Angeles, USA

1988: Hara Museum, Gunma, Japan

1989: Bibliothek der Bond University, Quensland, Australien

 

1990: Palau Sant Jordi (großes Bild oben), Barcelona, Spanien

1990: Art Tower Mito, Ibaraki, Japan

1990: Team Disney Gebäude, Florida, USA

1992: Erweiterung vin The Brooklyn Museum (mit James S. Polshek), New York, USA

1992: Guggenheim Museum SoHo, New York, USA

1994: Grabmal von Luigi Nono, Friedhofsinsel San Michele, Venedig, Italien

1995: La Casa del Hombre, bei Coruña, Spanien

1995: Kyoto Konzerthaus, Kyoto, Japan

1996: Sportkomplex, Palafolls, Spanien

 

1997: Flügel für zeitgen. Kunst, Museum of Modern Art, Gunma, Japan

1998: Daimler Benz, Block C2+C3, Potsdamer Platz, Berlin

1998: Berliner Volksbank, Potsdamer Platz, Berlin

1998: Nara Centennial Hall, Nara, Japan

1999: Gunma astronomisches Observatorium, Gunma, Japan

1999: Ohio Center of Science & Industry, Ohio, USA

2000: Philharmonie von Thessaloniki, Griechenland

2002: Ceramic Park Mino (Bild oben links), Gifu, Japan

2002: La Caixa Forum, Eingangshof, Barcelona, Spanien

2003: YamaguchiZentrum für Kunst und Medien, Yamaguchi, Japan

 

2005: Torino Palasport Olimpico, Turin, Italien

2005: Hotel Puerta America, Madrid, Spanien

2007: Shenzhen Cultural Center Concert Hall, Shenzhen, China

2008: Shenzen Kulturzentrum, Shenzen, China

2008: Schanghai Mandarin Palace, Schanghai, China

2009: Xixi Wetland Museum, Hangzhou, China

2011: Qatar National Convention Center , Dohar, Qatar

2011: Neu Bibliothek Maranello, Italien

2010: Obscured Horizon, Kalifornien, USA

2013: Himalayas Center, Schanghai, China

2014: Krakau Kongress Zentrum, Krakau, Polen

2014: Shanghai Symphony Hall, Schanghai, China

2015: Jianchuan Museum Komplex, Jianchuan, China

2015: Allianz-Tower (Il Dritto), CityLife, Mailand, Italien

2015: Harbin Konzerthalle, Harbin, China

2017: Lucerne Festival Ark Nova (mit Anish Kapoor), Tokyo, Japan

2017: Hunan Provinz Museum, Changsa, China

2017: Erweiterung Base Museum, Florida, USA

Bildnachweis: Palau Sant Jordi, Barcelona, Photo courtesy of Hisao Suzuki; Arata Isozaki; MoLA, photo courtesy of Yasuhiro Ishimoto; Eingangshalle Museum of Modern Art, Gunma, Foto: Yasuhiro Ishimoto,  Art Tower Mito, photo courtesy of Yasuhiro Ishimoto; Allianz Tower, photo courtesy of Alessandra Chemollo; Qatar National Convention Center, photo courtesy of Hisao Suzuki; LUCERNE FESTIVAL ARK NOVA, photo courtesy of Iwan Baan