Kengo Kuma: Eröffnung des Meditation House

Der japanische Architekt Kengo Kuma hat für das Hotel- und Wellnessressort „Das Kranzbach“ unter der Zugspitze ein lichtes Meditation House entworfen. Es wurde Juli 2018 fertig und feiert am 19. September seine Einweihung.

 

Hierzulande ist es der erste dauerhafte Bau des Star- Architekten. Auf ihn fiel die Wahl wegen seines japanischen Hintergrunds, in dem Meditation traditionell fest verankert ist. Überdies gilt Kengo Kuma als Virtuose bei der Verbindung von Natur, Landschaft und sensiblen Bau-Kunstwerken.

Filigrane Holzbauten haben in Japan eine jahrhundertelange Tradition. Mit seiner Arbeit knüpft Architekt Kengo Kuma bewusst an diese an: Egal ob Teehaus, Spa, Schulgebäude, Hotel, Kultur- und Kongresscenter oder Stadion für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio: Wo immer möglich setzt der 1954 Geborene Holz ein, das in seinen Augen ein Schlüsselmaterial des 21. Jahrhunderts ist. Weitere Charakteristika seiner Handschrift sind das harmonische Zusammenspiel von Bauwerk mit der umgebenden Natur, die Nutzung regionaler Ressourcen und ein zurückgenommener Stil statt großer Gesten. Seit der Gründung seines eigenen Büros 1990 hat Kengo Kuma auf diese Weise vor allem in seiner Heimat zahlreiche Bauten realisiert, viele davon im ländlichen Raum. Mittlerweile sind seine Entwürfe aber auch international gefragt: Im französischen Besançon konnte er die Cité des Arts am Ufer des Flusses Doubs maßschneidern. Auf sie folgt im Herbst 2018 die Eröffnung eines Design-Museums im schottischen Dundee und danach der internationale Wettbewerb für den Bau des Waterfront Culture Center in Kopenhagen, den Kengo Kuma gewonnen hat.

Premiere eines dauerhaften Baus von Kengo Kuma in Deutschland ist das Meditation House, das ab Juli das architektonische Highlight des Hotels und Wellness Refugiums DAS KRANZBACH bei Garmisch-Partenkirchen sein wird. 300 Meter von Hotel entfernt und mitten im Wald fungiert es als Rückzugsoase.

 

Die Waldlichtung ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Hier können sich kleine Gruppen bis zu zwölf Personen darin üben, Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen und die Konzentration nach innen zu richten. Private Reservierungen für einzelne Gäste sind ebenfalls möglich. Insgesamt 160 Quadratmeter groß, bietet das eingeschossige Gebäude Platz für einen Meditationsraum mit 80 Quadratmetern. Die Teelounge ist mit Tatami-Matten einer japanischen Manufaktur ausgelegt. Als fließender Übergang zwischen drinnen und draußen geben bodentiefe Glasflächen an drei Seiten den Blick in den umliegenden Wald frei; die westseitige Fensterfront kann großflächig geöffnet werden. Von der vierten Wand ausgehend verschränken sich 1.550 handbearbeitete Schindeln aus steirischer Weißtanne zu einem geometrischen Muster. Wie eine dreidimensionale Skulptur steigt es zunächst vertikal nach oben und breitet sich dann horizontal über die Decke des gesamten Raums aus. Das Dach darüber wird mit Zinkblech gedeckt, wie man es von Kirchen kennt.

Als „local Architects“ realisierten vor Ort das Team von STUDiO LOiS aus Innsbruck unter der Federführung von Arch. Barbara Poberschnigg und DI Mario Huber den Entwurf von Kengo Kuma.

 

Sie waren verantwortlich für das Behördenverfahren, die Ausführungsplanung, Ausschreibungen, Material- und Detailabstimmung. Alle ausführenden Handwerksfirmen, darunter überwiegend kleine, familiär geführte Meisterbetriebe, sind in der Umgebung ansässig. Die Waldarbeiten übernahm statt schwerem Gerät der Land- und Forstwirt Josef Neuner mit einem Pferd.

Im Meditation House by Kengo Kuma ergibt sich für Gäste des KRANZBACH die Möglichkeit, inmitten einer Waldlichtung Meditation zu erlernen und auszuüben. In der Nähe des neuen Kleinods liegen bereits eine hölzerne Plattform für Yoga- Stunden unter freiem Himmel und ein Baumhaus, dessen Gäste fünf Meter über dem Erdboden von Bett, Badewanne und Terrasse aus direkt in grüne Wipfel blicken. Das Hotel selbst umgibt eine 130.000 Quadratmeter große Bergwiese, an die sich Wälder der Bayerischen Staatsforste anschließen. Hinter ihnen erheben sich die Gipfel der Alpenwelt Karwendel und der Zugspitze. Insgesamt ein ideales Hideaway für erholsamen Abstand vom Alltag. Für Rückzug und Auszeit.

 

Quelle: Pressemeldung Das Kranzbach

Bildnachweis/Rechte von oben nach untern:  

© Hotel Kranzbach GmbH/ Fotografin: Anneliese Kompatscher

© Hotel Kranzbach GmbH/ Fotografin: Anneliese Kompatscher

© Hotel Kranzbach GmbH/ Fotograf: David Schreyer

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