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Theresienhöhe: Kiessler Architekten planen Glaspalast für Rischart

Die Münchner Traditionsbäckerei Rischart verlagert ihre Unternehmenszentrale aus dem Glockenbachviertel an die Schwanthalerhöhe. Kiessler Architekten haben dafür  eine gläserne Backkstube auf der Theresienhöhe entworfen.

 

Die 1883 gegründete Max Rischart´s Backhaus KG wird an der Theresienhöhe ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude errichten. Der bisherige Standort im Glockenbachviertel ist an seine Kapazitätsgrenzen angelangt und wird daher aufgegeben. „Der Umzug auf die Theresienhöhe bietet uns hervorragende Möglichkeiten, die positive Wachstumsentwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen“, so Magnus Müller-Rischart, Inhaber des traditionsreichen Familienunternehmens mit mittlerweile 15 Filialen. Geplant ist der Bau auf einer Gesamtfläche von rund 5.300 Quadratmetern, Baubeginn soll 2019 sein.

Optimale Lage soll Arbeitsplätze sichern und nachhaltiges Wachstum ermöglichen

Das Gelände an der Hans-Fischer-Straße ermöglicht dem Betrieb, seine wichtige gewerbliche Verflechtung in optimaler, innerstädtischer Lage beizubehalten, um die täglich mehrmalige, frische Belieferung der Filialen zu garantieren. „Der Neubau sichert unseren Qualitätsanspruch und unsere Zukunftsfähigkeit und ist damit auch ein wichtiger Beitrag für den Wirtschaftsstandort München. Mit der Erweiterung erhalten wir die Arbeitsplätze unserer derzeit über 600 Mitarbeiter und schaffen gleichzeitig die Voraussetzung für nachhaltig orientiertes und kontinuierliches Wachstum“, so Magnus Müller-Rischart weiter. Dem Grundstückskauf ging eine lange und intensive Suche nach einem geeigneten Grundstück voraus, bei dem die Münchner Immobiliengesellschaft Real Asset GmbH die Standortsuche betrieb. Real Asset ist im Weiteren auch in Projektmanagementfunktion für die bauliche Umsetzung des Neubauprojekts verantwortlich; die Planung übernimmt das Architekturbüro kiessler architekten gmbh.

Zur Nachnutzung der bisherigen Betriebsflächen im Glockenbachviertel werden unterschiedliche Nutzungsvarianten untersucht, über die in den kommenden Jahren bis zum Umzug entschieden werden wird.

Werkswohnungen sollen für Lehrlinge und Mitarbeiter entstehen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bereitstellung von ca. 110 Werkswohnungen. Diese sollen vorrangig jungen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, ihre Ausbildung im Bäckerhandwerk  arbeitsstättennah zu absolvieren sowie die ersten Berufsjahre darin zu bleiben. Auch ein Boardinghouse, ähnlich einem kleinen Hotel, in dem Geschäftsreisende, externe Mitarbeiter oder Gäste des Unternehmens eine komfortable Unterkunft finden können, soll im Neubau integriert werden. In Hinsicht auf den Betrieb des Boardinghauses mit gut 70 Zimmern werden zeitnah Gespräche mit Betreibern aufgenommen werden.  Ein Besucherzentrum soll für eine Attraktivitätssteigerung im Viertel sorgen: Neben einer einsehbaren Backstube soll es Führungen, einen Gastronomiebetrieb und weitere Attraktionen geben.

Architektur soll Bezug auf Backwerkstradition sowie im Viertel fest verankerte Gebäude nehmen

Einen Bauvorbescheid für das neue Haupthaus gibt es bereits, am 5. Juni stellte Architekt Daniel Hock vom kiessler architekten in der Kommission für Stadtgestaltung seine Pläne vor: So soll das Gebäude statt der gemäß Bebauungsplan möglichen sechs Geschosse eine ungewöhnliche Fassadengliederung in drei Geschosse erhalten. Dadurch entstehen zwei Produktionsbereiche im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sowie die Wohn- und Apartmentebene im zweiten und dritten Obergeschoss, die sich um ruhige Innenhöfe gruppieren. Die gesamte Logistik soll im ersten Untergeschoss erfolgen. Eine Dachterrasse soll zudem Gästen und Besuchern einen außergewöhnlichen Blick über die Theresienwiese bis in die Münchner Innenstadt bieten. Die Fassaden spiegeln das Konstruktionsprinzip wieder: Kräftige Stützen und starke horizontale Bänder, deren Felder weitgehend mit Glas gefüllt sind, sollen einen Ein- und Ausblick erlauben. Die Stützen und Bänder sollen mit Ziegel verkleidet werden und dadurch das traditionelle Handwerk sowie die Handarbeit, mit der noch heute Rischart‘s Backwaren hergestellt werden, widerspiegeln; durch die großen Verglasungen und hohen Produktionshallen soll zudem an die ehemalige Nutzung des gesamten Geländes, vor allem an die alten Messehallen, erinnert werden.

Stadtbaukommission begrüßte vorbildliches Projekt einstimmig

Im Anschluss an die Präsentation und nach der Diskussionsrunde begrüßte die Stadtbaukommission das vorbildliche Projekt einstimmig. Nach der Sommerpause wird die Genehmigungsplanung für den Entwurf eingereicht werden.

 

Quelle: Rischart Pressemeldung, 7. Juni 2018

Bildnachweis: Kiessler Architekten