Theresienhöhe: Familie Müller-Rischart legt Grundstein für neues Backhaus

Mit der Grundsteinlegung wächst der Rohbau von Rischart´s Backhaus in die Höhe. Mit der geplanten Bruttogrundfläche von insgesamt 22.400 Quadratmeter bietet der Neubau neben der Bäckerei aber auch Platz für 100 Werkswohnungen und 84 Boardingapartments.

 

„Wir sind stolz darauf, mit unserer fast 140-jährigen Firmengeschichte diesen großen Schritt gegangen zu sein. Mit dem Neubau sichern wir unseren eigenen Anspruch an Qualität und schaffen beste Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum“, sagte Magnus Müller-Rischart (Bild oben, links), Inhaber und Geschäftsführer von Rischart´s anlässlich der Grundsteinlegung am 22. September 2021. Das Unternehmen zieht nach der geplanten Fertigstellung des Gebäudes im Herbst 2023 von ihrem bisherigen Produktionsstandort in der Buttermelcherstraße der Isarvorstadt auf die Theresienhöhe in den Stadtbezirk Schwanthalerhöhe. Das seit der fünften Generation familiengeführte Unternehmen zieht damit in das Stadtviertel, wo bereits der Großvater von Magnus Müller-Rischart eine Bäckerei hatte. Neben Magnus Müller-Rischart und seinem Vater Gerhard Müller-Rischart, die die Kapsel mit Familienfotos, Bildern vom Spatenstich Anfang diesen Jahres sowie einer Firmenchronik ausstatteten, legte der Architekt Daniel Hock aktuelle Baupläne in die Kapsel. Stellvertretend für alle Rischart-Mitarbeitenden legten Nadja Heckl, Verkaufsleiterin, Michael Scheyerl, Verwaltungsleiter, und Christian Merzenich, Produktionsleiter, u. a. ein Kaiserschmarrn-Rezeptbuch und ein hauseigenes Spezialbrot in die Zeitkapsel.
Geplant wurde das Gebäude im Stil der klassischen Moderne von dem Architekturbüro kiessler architekten, das bereits das Backhaus in der Buttermelcherstraße entworfen hatte. „Hier entsteht ein richtig munterer ‚Stadtbaustein‘ mit Produktion, Café, Wohnen, Verwaltung, Boarding, Ausstellungen und Führungen - alles in einem lebendigen, dicht gepackten Haus“, erläutert Architekt Daniel Hock.
Nach Reden von Sybille Stöhr, Vorsitzende des Bezirksausschusses 8 Schwanthalerhöhe, des Inhabers und Geschäftsführers des Familienunternehmens mit mittlerweile 16 Filialen, Magnus Müller-Rischart, und des Architekten Daniel Hock , wurde eine Zeitkapsel mit einem Kran in die 13 Meter tiefe Baugrube in das Fundament eingelassen. Der Neubau wird 250 Arbeitsplätze für die Firma Rischart sowiefür 70 Arbeitsplätze für externe Mieter (u.a. Boardinghouse) bieten. Entwickelt wird der Neubau von Real Asset.
 
Quellen: immobilienreport, Real Asset, Rischart´s vom 21.09.2021
Foto oben: von links nach rechts: Magnus Müller-Rischart, Sybille Stöhr (Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe), Gerhart Müller-Rischart, Michael Scheyerl (Verwaltungsleiter Rischart), Daniel Höck (kierssler Architekten) sowie andere  Projektbeteiligte wie vom Entwickler Real Asset; @ Foto: Ulrich Lohrer
 

Kiessler Architekten planen Glaspalast für Rischart

Die 1883 gegründete Max Rischart´s Backhaus KG wird an der Theresienhöhe im Bezirksteil Untersendling ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude errichten. Der bisherige Standort im Glockenbachviertel ist an seine Kapazitätsgrenzen angelangt und wird daher aufgegeben. „Der Umzug auf die Theresienhöhe bietet uns hervorragende Möglichkeiten, die positive Wachstumsentwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen“, so Magnus Müller-Rischart, Inhaber des traditionsreichen Familienunternehmens mit mittlerweile 15 Filialen. Geplant ist der Bau auf einer Gesamtfläche von rund 5.300 Quadratmetern, Baubeginn soll 2019 sein.

Optimale Lage soll Arbeitsplätze sichern und nachhaltiges Wachstum ermöglichen

Das Gelände an der Hans-Fischer-Straße ermöglicht dem Betrieb, seine wichtige gewerbliche Verflechtung in optimaler, innerstädtischer Lage beizubehalten, um die täglich mehrmalige, frische Belieferung der Filialen zu garantieren. „Der Neubau sichert unseren Qualitätsanspruch und unsere Zukunftsfähigkeit und ist damit auch ein wichtiger Beitrag für den Wirtschaftsstandort München. Mit der Erweiterung erhalten wir die Arbeitsplätze unserer derzeit über 600 Mitarbeiter und schaffen gleichzeitig die Voraussetzung für nachhaltig orientiertes und kontinuierliches Wachstum“, so Magnus Müller-Rischart weiter. Dem Grundstückskauf ging eine lange und intensive Suche nach einem geeigneten Grundstück voraus, bei dem die Münchner Immobiliengesellschaft Real Asset GmbH die Standortsuche betrieb. Real Asset ist im Weiteren auch in Projektmanagementfunktion für die bauliche Umsetzung des Neubauprojekts verantwortlich; die Planung übernimmt das Architekturbüro kiessler architekten gmbh.

Zur Nachnutzung der bisherigen Betriebsflächen im Glockenbachviertel werden unterschiedliche Nutzungsvarianten untersucht, über die in den kommenden Jahren bis zum Umzug entschieden werden wird.

Werkswohnungen sollen für Lehrlinge und Mitarbeiter entstehen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bereitstellung von ca. 110 Werkswohnungen. Diese sollen vorrangig jungen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, ihre Ausbildung im Bäckerhandwerk  arbeitsstättennah zu absolvieren sowie die ersten Berufsjahre darin zu bleiben. Auch ein Boardinghouse, ähnlich einem kleinen Hotel, in dem Geschäftsreisende, externe Mitarbeiter oder Gäste des Unternehmens eine komfortable Unterkunft finden können, soll im Neubau integriert werden. In Hinsicht auf den Betrieb des Boardinghauses mit gut 70 Zimmern werden zeitnah Gespräche mit Betreibern aufgenommen werden.  Ein Besucherzentrum soll für eine Attraktivitätssteigerung im Viertel sorgen: Neben einer einsehbaren Backstube soll es Führungen, einen Gastronomiebetrieb und weitere Attraktionen geben.

Architektur soll Bezug auf Backwerkstradition sowie im Viertel fest verankerte Gebäude nehmen

Einen Bauvorbescheid für das neue Haupthaus gibt es bereits, am 5. Juni stellte Architekt Daniel Hock vom kiessler architekten in der Kommission für Stadtgestaltung seine Pläne vor: So soll das Gebäude statt der gemäß Bebauungsplan möglichen sechs Geschosse eine ungewöhnliche Fassadengliederung in drei Geschosse erhalten. Dadurch entstehen zwei Produktionsbereiche im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sowie die Wohn- und Apartmentebene im zweiten und dritten Obergeschoss, die sich um ruhige Innenhöfe gruppieren. Die gesamte Logistik soll im ersten Untergeschoss erfolgen. Eine Dachterrasse soll zudem Gästen und Besuchern einen außergewöhnlichen Blick über die Theresienwiese bis in die Münchner Innenstadt bieten. Die Fassaden spiegeln das Konstruktionsprinzip wieder: Kräftige Stützen und starke horizontale Bänder, deren Felder weitgehend mit Glas gefüllt sind, sollen einen Ein- und Ausblick erlauben. Die Stützen und Bänder sollen mit Ziegel verkleidet werden und dadurch das traditionelle Handwerk sowie die Handarbeit, mit der noch heute Rischart‘s Backwaren hergestellt werden, widerspiegeln; durch die großen Verglasungen und hohen Produktionshallen soll zudem an die ehemalige Nutzung des gesamten Geländes, vor allem an die alten Messehallen, erinnert werden.

Stadtbaukommission begrüßte vorbildliches Projekt einstimmig

Im Anschluss an die Präsentation und nach der Diskussionsrunde begrüßte die Stadtbaukommission das vorbildliche Projekt einstimmig. Nach der Sommerpause wird die Genehmigungsplanung für den Entwurf eingereicht werden.

 

Quelle: Rischart Pressemeldung, 7. Juni 2018

Bildnachweis: Kiessler Architekten