Schwäbische Perfektionisten

Rechtzeitig zur Eröffnung des Münchner Volkstheaters erscheint der zweite Werkband der Architekten Lederer Ragnarsdóttir Oei.

 

Wenn am 15. Oktober 2021 die Spielzeit im Volkstheater beginnt, können die Besucher durch den gemauerten Torbogen einen eindrucksvollen Neubau bestaunen. Bis ins letzte Detail hat das Stuttgarter Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei (LRO) Gebäude und Inneneinrichtung gestaltet und den Münchnern ein architektonisches Juwel geschenkt.

Neun Jahre nach der ersten großen Monografie zu den Arbeiten von Lederer Ragnarsdóttir Oei bildet der zweite Band den vorläufigen Abschluss des Stuttgarter Architekturbüros. Rechtzeitig zur Eröffnung ist der zweite Band der Monografie zu den Arbeiten von LRO im Jovis Verlag erschienen. Das Büro wurde 1979 von dem Stuttgarter Arno Lederer (*1947) gegründet, der es seit 1985 in Bürogemeinschaft mit der Isländerin Jórunn Ragnarsdóttir (*1957) und ab 1992 auch mit Marc Oei (*1962) leitet.

Der Leinenband präsentiert seit 2013 fertig gestellte 23 Bauwerke in Schwarz-Weiß-Fotografien und Grundrissen von zwölf Projekten mit jeweils kurzer Erläuterung der Architekten in Deutsch und Englisch. Über die Vielseitigkeit und handwerkliche Umsetzung gibt zudem das Kapitel Objekte einen Eindruck. So entwarfen die Architekten Briefkästen, Klingelanlagen, Leuchten, Theaterbestuhlung, Türklingen, Markisengesimse und Wasserspeier.

Enthalten sind in der Werkschau nicht nur das Volkstheater München, sondern auch vielfach ausgezeichnete Bauten wie das Kunstmuseum Ravensburg, das Bischöfliche Ordinariat Rottenburg oder das Historische Museum Frankfurt. Zu den laufenden Projekten zählen nicht nur eines im indischen Hyderabad, sondern auch zwei in München.  Ulrich Lohrer

Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co KG (Hg.): Lederer Ragnarsdóttir Oei 2; Jovis Verlag, Leinenband mit Banderole, 264 Seiten, 150 s/w Abb., Deutsch/Englisch; 48,00 Euro

 

Bildnachweis: Volkstheater München, Fotos © Roland Halbe