Tanz und Spiel hinter Spundwänden

Die Münchner Mahlknecht Herrle Architekten haben für das Kreativquartier einen temporären Theaterbau entworfen. Das Gebäude vermittelt das Ambiente eines Containerterminals.

 

Die Stadt München fördert Künstler im Kreativquartier. Über die städtische MGH Münchner Gewerbehöfe ließ sie für die Kooperation Schwere Reiter – für die Sparten Tanz, Theater und Musik – ab Sommer 2020 ein temporäres Theatergebäude für 3,6 Millionen Euro errichten. Im September 2021 wurde es eingeweiht.

Nachdem die Nutzungsgenehmigung im bestehenden Gebäude 2018 abgelaufen war, musste die Bauzeit für den Neubau möglichst kurz sein. Die Münchner Mahlknecht Herrle Architekten lösten die Aufgabe mit einem unprätentiösen Bauwerk. Mit bis zu 3,5 Meter in den Boden gerammten Spundwänden – sie werden normalerweise zur Absicherung von Baugruben verwendet – wurde die grobwellige stählerne Außenhaut errichtet.

Das klar geordnete Innere verfügt mit Foyer, Aufführungs- und einem Proberaum, sowie Hinterbühne und Lager über alle für ein Theater erforderlichen Räumlichkeiten. Entstanden ist ein funktionales, aber äußerlich kaum schön zu bezeichnendes Gebäude. Oder wie die Architekten schreiben: Es „fügt sich in das Gesamtbild des divers gemischten Quartiers ein, das von Atelier, Studios, Graffiti und Grün geprägt ist und eine inspirierende Kunstszene möglich macht.“

05.07.2022

Bildnachweis: © Ulrich Lohrer