Markt Schwaben: Puppendahl gewinnen Schulzentrum-Wettbewerb

Weil die Schulgebäude nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen und die Schülerzahlen zunehmen, plant Markt Schwaben den Bau eines Schulzentrums für 40 Millionen Euro. Im Dezember 2017 wurde der Architektenwettbewerb entschieden.

 

Obwohl die Haushaltskasse klamm ist, entschied sich der Gemeinderat von Markt Schwaben nach jahrelanger Diskussion Ende 2016 für den Bau eines neuen Schulzentrums.

Die Anforderungen an das neue Schulzentrum

Der Neubau soll aus einer Grundschule, einer Mittelschule, einer Dreifach-Turnhalle sowie Pausenhöfe der Schulen und Sport-Freiflächen bestehen. Das Vorhaben wird mit FAG-Fördermitteln des Freistaats Bayern gefördert werden. Das Planungsgebiet befindet sich innerorts der Gemeinde.
Die zu planende Sechszügige Grundschule wie auch die Zweizügige Mittelschule mit zusätzlichem M-Zweig (Mittlerer Abschluss) sollen insbesondere in den Unterrichtsbereichen für moderne Unterrichtsformen, bei denen die Flächen zur Erschließung nicht nur Verkehrsflächen sind, konzipiert werden. In den Schulen sind zudem Integrationsklassen zu berücksichtigen.
Der Mittagsbetreuung wird großes Augenmerk in der Gemeinde gewidmet, in der Planung sind komplexe Organisationsmodelle zu berücksichtigen.
Die Dreifach-Turnhalle soll neben dem Schulsport auch vom Vereinssport genutzt werden können.

Ergebnis des Wettbewerbs

Ende Dezember 2017 wurde nun der dafür von der Gemeinde ausgelobtte Architektenwettbewerb entschieden. Die Preise wurden an folgende Architekten- und Lanschaftsarchitektenbüros vergeben:

1.Preis: puppendahl architektur, Aachen mit Michellerundschalk Landschaftsarchitektur und Urbanismus, München

2.Preis: MVM+Starke, Köln mit Club94 Landschaftsarchitekten, Köln

3. Preis: Dürschinger Architekten, Fürth mit Fischer Heumann Landschaftsarchitekten, München

4.Preis Fritsch+Tschaidse Architekten, München mit Ver.de Landschaftsarchitektur, Freising

Diese vier Wettbewerbsbesten werden nunmehr erneut unter die Lupe genommen. Ab dem 23. Januar tagt ein Verhandlungsgremium, das mit den preisgekrönten Architekten nochmals redet und in Details geht. Danach wird es eine Runde aus Verwaltungsmitarbeitern und der Marktgemeinderat sein, die dann gemeinsam und endgültig einem Architekten den Zuschlag zum Bau eines neuen Schulzentrums zwischen Habererweg und Herzog-Ludwig-Straße erteilen wird.

Das Entwurfskonzept des Wettbewerbssiegers

Der Träger des 1.Preuse, die Puppendahl Architekten aus Aachen erläutern ihr Planungskonzept wie folgt:  „Das neue Schulzentrum wird konsequent aus der vorhandenen stadträumlichen Struktur Markt Schwabens entwickelt. Die maßstäblich gegliederte Baumasse soll sich dabei trotz ihrer Größe sanft und behutsam in das Stadtbild einfügen. Das geforderte Raumprogramm wird zu diesem Zweck auf vier maßstäbliche, untereinander verbundene Einzelbaukörper aufgeteilt, wobei jeweils ein Baustein der Turnhalle, einer der Mittelschule und zwei der Grundschule zugewiesen werden.
Die vier Baukörper bilden dabei sowohl untereinander als auch in Verbindung mit der umliegenden Bebauung wohlproportionierte, differenziert nutzbare Außenräume aus: Jeder der beiden Schulen kann auf diese Weise sowohl ein eigenständiger Vorplatz als auch ein eigener Pausenhof zugewiesen werden. Die beiden Vorplätze orientieren sich zur Neusatzer Straße bzw. Habererweg und liegen somit den Bushaltestellen unmittelbar gegenüber. Im Bereich der Vorplätze wird zusätzlich eine angemessene Anzahl an Kiss & Ride Parkplätzen angeboten. Die Vorplätze des Neubaus sowie die Pausenhöfe werden auch als Erweiterung des Schulgebäudes und mittels direkter Bezüge ausformuliert. Durch die Gestaltung und Öffnung der Freiflächen zur Umgebung hin können diese wichtige Freiraumbausteine im Ortsgefüge werden und somit weit über die eigentliche Schulnutzung hinaus aktivierend wirken. 
Die beiden Pausenhöfe werden in nördlicher Verlängerung der jeweiligen Baukörper abgebildet und orientieren sich somit weg von den umgebenden Straßen zu einer ruhigen, übersichtlichen Mitte. Die Gestaltung der beiden Pausenhöfe integriert die Anforderungen der Mittagsbetreuung und stellt über die Vielfalt der Elemente eine ganzjährig Nutzbarkeit und Bespielbarkeit sicher.
Im nördlichen Grundstücksbereich werden die Außensportbereiche in Form eines „Sportbandes“ geordnet zusammengefasst. Um flächenmäßige Synergien auszunutzen, werden die beiden Allwetterplätze dabei als Teil der Pausenhoffläche verstanden. Die vorhandene Höhensituation wird genutzt, um dem Sportbereich eine Sitzstufenanlage vorzulagern, die einerseits als kleine Tribüne, andererseits als kommunikatives Element in Pausen genutzt werden kann. Die PKW- und Fahrradstellplätze werden östlich der Sporthalle vor dem großen Sportfeld oberirdisch angeordnet. Durch diese Positionierung haben die Stellplätze maximalen Abstand von den Unterrichtsräumen, sodass keine Lärmbelastung auftreten wird und auf den kostenintensiven Bau und Unterhalt einer Tiefgarage verzichtet werden kann. Das Sportfeld im Osten bildet den Puffer zur vorhandenen Kita, sodass auch hier keine wechselseitigen Beeinträchtigungen auftreten werden.
Aus den verschiedenen Zuwegungen zu den Schulen heraus kommt der Zuwegung von Norden eine wichtige Rolle zu. Die PKW-freie Zuwegung wird in Form eines großzügigen Schulangers zwischen Herzog-Ludwig-Straße und Habererweg ausgebildet und bildet so –zusammen mit der denkmalgeschützten Maria-Hilf-Kapelle- eine attraktive Freifläche auf dem Weg zur und von der Schule.
Die Erweiterung um ein bzw. zwei Cluster wird durch die Option der Aufstockung des zweigeschossigen, nördlichen Grundschulbaukörpers sichergestellt. Die Erweiterung um eine Einfeldsporthalle wäre im Bereich der geplanten PKW-Stellplätze zu verorten. Die entfallenden Stellplätze können in diesem Falll durch die Errichtung einer Tiefgarage unter der Sporthalle kompensiert werden. Auch eine Verlängerung der geplanten Sporthalle nach Osten wäre prinzipiell denkbar.

Quellen: Puppendahl Architekten, Competitiononline, Presse Markt Schwaben

Bildnachweis: Visualisierung, Grundriss puppendahl architekten