Die Maxburg: Ein Meisterwerk der Nachkriegsarchitektur

Die von Sep Ruf und Theo Pabst entworfene Maxburg gillt als Meisterwerk der Nachkriegsmoderne. Eine Ausstellung im MINI-Pavillon dokumentiert mit Fotos die Entstehungsgeschichte.

 

Kaum ein Bauvorhaben der Nachkriegszeit polarisierte die Münchner Bürger so wie der moderne  Wiederaufbau der Herzog-Max-Burg. Kritische Presseartikel bezeichneten die Architektur als „hart“, „amerikanisch“ und „unmünchnerisch“.

Der Kunsthistoriker Sigfried Giedion lobte den Komplex 1960 dagegen in einem Brief an Bauhaus-Gründer Walter Gropius als einzige Architektur die aus dem „hoffnungslosen Wiederaufbau des Münchner Stadtkerns“ hervorragt.

Architektur der urbanen Offenheit statt Wittelsbacher-Burg

Im Zweiten Weltkrieg wurde die alte Herzog-Max-Burg – neben dem Alten Hof und der Residenz das dritte Stadtschloss der Wittelsbacher – völlig zerstört. Im April 1952 lobte der Freistaat Bayern  zusammen mit dem Bauherr und Erbpachtnehmer, dem Bauunternehmen Fries & Co, einen Wettbewerb für einen modernen Geschäfts- und Verwaltungsbau für das Justizministerium sowie Bauten für das Erzbischöfliche Ordinariat aus. Die befreundeten Architekten Sep Ruf und Theo Pabst gewannen den ersten Preis mit einem Entwurf einer aufgelockerten, gegliederten Baustruktur.

Der Komplex besteht aus drei Blöcken – Pacelli-, Lenbach- und Maxburgblock – in denen zahlreiche Ladengeschäfte und Cafés sowie das Amtsgericht und das Landgericht München I untergebracht sind.

Synthese aus altem Turm und moderner Pacelliblock

Die Transparenz der Gerichtssäle im Lenbachblock mit raumhohen Fenstern ist auch architektonischer Ausdruck demokratisch offener Rechtsprechung. Vielgestaltige und farblich differenzierte Fassaden tragen zur Gliederung des Baukomplexes bei.

Die Fassade des Pacelliblocks, die über dem großflächig aufgeglasten Erdgeschoss zu schweben scheint, entwickelten die Architekten aus der Proportion des von der alten Maxburg erhaltenen, freigestellten Turms (siehe BFoto links).

Nach der Fertigstellung verstummten die Kritiken bald und die Maxburg wurde für Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt. Ein Highlight war der gläserne BMW-Pavillon, der nachts leuchtete und die Passanten anlockte. Eine Ausstellung im Amtsgericht München in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Sep Ruf Gesellschaft e.V. erzählt in den Schaufenstern des MINI Pavillons (früher BMW-Pavillon) anhand von Fotos, Texten und Filmausschnitten die Geschichte der Maxburg.

 

Ein Vorbild für Europa: Die Maxburg in München

Eine Ausstellung des Amtsgerichts München in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Sep Ruf Gesellschaft e. V.

Zeit: bis 31.08.2019; Mo–Do: 8.00–16.00 Uhr, Fr: 8.00–14.45 Uhr (Amtsgericht)

Ort: MINI Pavillon (früher: BMW-Pavillon), Lenbachplatz 7a und Amtsgericht, 1. OG, Pacellistraße 5

 

Bildnachweis von oben nach unten: Maxburg, Innenhof, 2019 © Designbuero Josef Grillmeier Munich; Der große Innenhof der Maxburg – die erste urbane Oase in einem Münchner Neubaukomplex nach dem Zweiten Weltkrieg, um 1958 © Fries & Co. Grundstücksverwaltung und - verwertung;  Pacelliblock, Einbindung des Turms der Alten Herzog-Max-Burg in das neue Ensemble © Fries & Co. Grundstücksverwaltung und - verwertung