Harlaching: Menterschwaige bald im alten Flair

Nach dem Verkauf durch die Kuffler-Gruppe an Dieter Pawlik wird die Traditionsgaststätte von den Berliner Pott Architects originalgetreu saniert und um einen Neubau für Schenke und zusätzliche Gästezimmer ergänzt.

 

Im Herbst 2020 hatte das Münchner Familienunternehmen Kufler die Menterschwaige im Bezirksteil Harlaching an den Karlsruher Investor Dieter Pawlik verkauft. Dieser will die auch wegen ihres Biergartens bekannte Gaststätte denkmalgerecht sanieren lassen.   

Das Konzept der Berliner Pott Architects sieht die Wiederherstellung der historischen Anmutung der in den vergangenen 35 Jahren verbauten Räume vor. Im östlichen Bereich des Biergartens soll zudem quer zum Haupttrakt ein Neubau entstehen. In dem Holzbau mit kleinen Satteldächern soll die Schänke für den Biergarten, Veranstaltungsräume und 22 Zimmer für Gäste von Familienfeiern untergebracht werden. Der Baubeginn ist im Herbst diesen Jahres, die Neueröffnung im Jahr 2022 geplant.

Die Menterschwaige geht zurück auf eine Schwaige zurück, die um das Jahr 1012 erstmals in einer Besitzurkunde erwähnt wurde. 1807 erwarb Peter Johann Gaibl den Hof. Er betrieb zudem die Brauerei und Gaststätte Menter in der Münchner Altstadt, so dass er als „Menterbräu“ bezeichnet wurde und seitdem Gasthof und Gut Hardhausen als Menterschwaige bekannt wurden. Die Menterschwaige wurde wegen seiner reizvollen Lage auf dem Hochufer mit Blick auf den Fluss und die Alpen zu einem viel besuchten Ziel für Landpartien aus der Stadt. Nach vielen Veröffentlichungen soll sich Lola Montez, die skandalumwitterte Geliebte des Königs, am 11. Februar 1848 in der Menterschwaige versteckt haben, als es ihretwegen zu Unruhen in München kam. Diese Angaben sind allerdings falsch.

1896 kaufte die Baufirma Heilmann & Littmann, die das Gebiet für die Villenkolonie Menterschaige erschloss,  den Gasthof und den zugehörigen Grundbesitz für 450.000 Mark. Das eigentliche Gasthaus mit vier Hektar Grund verkaufte er 1898 an die Aktiengesellschaft Bürgerliches Bräuhaus München, in deren Aufsichtsrat Jakob Heilmann saß für 220.000 Mark weiter. Im folgenden Jahr riss die Brauerei landwirtschaftliche Nebengebäude ab und baute die Anlage um. Sie errichtete damals etwa den heutigen Gebäudebestand. Die Menterschwaige ist heute ein Restaurant mit rund 500 Plätzen in verschiedenen Räumen, 12 Gästezimmern und mit einem Biergarten mit 1800 Sitzplätzen. Der Betrieb war Jahrzehnte lang im Eigentum des Gastronomie-Unternehmen Kuffler-Gruppe, die in München unter anderem das Hotel München Palace, das Mangostin, das Spatenhaus an der Oper sowie das Seehaus im Englischen Garten betreibt.

Visualisierung: © Pott Architects, Lasse Rode

Quellen: https://www.competitionline.com/de/projekte/74949

Süddeutsche Zeitung, wikipedia