Neupasing: Grassinger Emrich planen in Paul-Gerhardt-Allee

Ende September kürte das Preisgericht von Corpus Sireo die Münchner Grassinger Emrich Architekten mit Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten zum Sieger des Wettbewerbs für den Neubau eines Bereichs im Neubauquartier der Paul-Gerhard-Allee. Bis 16. Oktober können die Entwürfe im Stadtplanungsreferat besichtigt werden.

 

Am 29. September befasste sich das Preisgericht mit den Arbeiten zum Baugebiet WA 2(1), dem Eingang im Südwesten in das neue Stadtquartier. Die Corpus Sireo Projektentwicklung Wohnen GmbH möchte im Neubauquartier Paul-Gerhard-Allee rund 270 Wohnungen mit einer Gesamtgeschossfläche von rund 27.100 Quadratmetern realisieren.

Das Projekt der Corpus Sireo ist Teil des Entwicklungsgebietes Paul-Gerhardt-Allee in Neupasing im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Neubauquartier Paul-Gerhardt-Allee wiederum ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München.“

Gegenstand dieses Realisierungswettbewerbs war die Konzeption von Gebäuden mit der architektonischen Ausformulierung des Quartiereingangs sowie der Freianlagen für das zirka 1,6 Hektar große Baugebiet. Der Wettbewerb wurde von der Corpus Sireo Projektentwicklung Wohnen GmbH als einstufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt. Es wurden insgesamt zehn Arbeiten eingereicht.

Das Preisgericht kam zu folgendem Ergebnis:

1. Preis: Grassinger Emrich Architekten, München, mit Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten, München

 2. Preis: MSM Meyer Schmitz-Morkramer Rhein GmbH, Köln, mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, München

3. Preis: Palais Mai Architekten, München, mit grabner + huber Landschaftsarchitekten, Freising

Das Preisgericht würdigte den Siegerentwurf von Grassinger Emrich Architekten wie folgt: „Mit einem deutlichen Akzent beginnt das neue Wohngebiet: ein horizontal geschichteter neungeschossiger Wohnturm besetzt die nordwestliche Ecke des Blocks. Dabei verzichten die Verfasser auf erdgeschossiges Wohnen und schlagen eine weit aufgeglaste Gewerbefläche vor. Die obersten zwei Geschosse setzen sich in Baukörper und Fassade von dem durch bodentiefe Fenster und Loggien geprägten Wohnbereich ab: Großflächige raumhohe Verglasungen signalisieren hier hochwertigstes Maissonette-Wohnen in sogenannten „Skylofts“. An das Hochhaus schließt sich eine Reihe von farblich unterschiedlich gefassten Drei- und Vierspännern an, die abwechselnd vier- und sechsgeschossig ausgebildet sind. Dieser Rhythmus zieht sich entlang der Südseite bis zum Anger fort.“ Gelobt wurde zudem die guten Proportionen der Gebäude. In der Beurteilung der Jury wurde aber auch Kritik geäußert: Die Fassaden folgen in ihrer Architektursprache dem heute Marktgängigen und lassen keinen weitergehenden architektonischen Ausdruckswillen erkennen

„Das Preisgericht empfieht einstimmig, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit der Umsetzung des Projekts zu Grunde zu legen. Dabei sind die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise zu beachten.“

Außer dem Realisierungswettbewerb für das genannte Baugebiet WA 2(1) von Corpus Sireo wurde vor Kurzem auch ein weiterer Wettbewerb entschieden, denn die Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße mbH & Co. KG für das Gebiet WA 2(3) der Paul-Gerhardt-Allee ausgelobt  hatte. Den 1. Preis hatte dabei der Entwurf der Münchner Dressler Mayerhofer Rössler Architekten und Stadtplaner  mit michellerundschalk Landschaftsarchitektur und Urbanismus, gewonnen.  Die Ergebnisse beider Wettbewerbe werden bis ein- schließlich 16. Oktober im Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28b, ausgestellt.

Quelle: Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 07.10.2015

Visualisierungen: Grassinger Emrich Architekten/ Landeshauptstadt München